Karrierekiller Studienabbruch?

UNICUM Karriere-Kompass

Ende. Aus. Vorbei. Wer sein Studium schmeißt, steht gefühlt vor einem Scherbenhaufen. Die ganze Paukerei, die vielen besuchten Vorlesungen und Seminare – alles für die Katz. Oder etwa doch nicht? Was geht noch in puncto Karriere nach dem Studienabbruch?

Regine Schenkenberger und Laura Ritter betreuen und beraten Studienabbrecher im Projekt Looping Berlin der Zukunft im Zentrum GmbH. Sie wissen: Studienaussteigern stehen in der Regel noch spannende berufliche Möglichkeiten offen. 

Gefühl des ScheiternsVerzweifelte Frau an Fenster

"Viele kommen zunächst mit einem Gefühl des Scheiterns und empfinden den Abbruch als Makel", sagt Regine Schenkenberger.  Da ginge es dann erstmal darum, sich einzugestehen, dass das Studium einen nicht glücklich gemacht hätte und der Studienabbruch eine bewusste Entscheidung war. Ihre Kollegin Laura Ritter ergänzt: "Wenn erstmal das neue Ziel wieder klar zu sehen ist, fühlt sich das Ganze auch schon bald nicht mehr als Niederlage an."

Und die angeblich Gescheiterten haben durchaus einiges zu bieten. Teamarbeit, selbstständiges Lernen, methodische Kenntnisse – und natürlich Fachwissen: Das alles nimmt der Studienabbrecher aus seiner Studienzeit auch ohne Abschluss mit. Schenkenberger: "Dazu kommt, dass Arbeitgeber wissen, dass diese jungen Menschen nach dieser Erfahrung ihre neuen Ziele mit viel Motivation und Ehrgeiz angehen."

Mitarbeiter im GesprächGute Chancen im IT- und MINT-Bereich

Und in welche Richtung kann es nach dem vorzeitigen Studienende genau gehen? Wie können diese neuen Ziele aussehen? "Das kommt natürlich ganz auf den Einzelfall an", differenziert Ritter: "Im IT-Bereich beispielsweise ist der Abschluss nicht ganz so entscheidend, um unterzukommen. Im MINT-Bereich, in dem der Fachkräftemangel bereits zu spüren ist, ist das Interesse der Unternehmen an Studienaussteigern deutlich vorhanden. Es hängt natürlich vom Alter und der Einstellung der Person ab: Kann sie sich eine Ausbildung überhaupt noch vorstellen?"

Tendenziell empfehlen die beiden Beraterinnen den Betroffenen meistens noch eine Art des Abschlusses nachzuholen. Gerade für Geistes- und Sozialwissenschaftler sei es sonst auf dem Arbeitsmarkt immens schwer. "Es gibt verschiedene Möglichkeiten: einige steigen in einen etwas niedriger qualifizierten Job ein und holen später noch einen Ausbildungsabschluss wie die Externenprüfung nach oder nutzen andere Optionen der Weiterbildung oder berufsbegleitenden Qualifizierung", so Schenkenberger. BWL-Aussteiger können beispielweise eine kaufmännische Ausbildung stark verkürzen. 

Kompletter Richtungswechsel denkbarMann läuft durch Pool

Je nach Alter und Willen könne es auch noch Sinn machen, in einen komplett anderen Bereich vorzustoßen. "Ja es gibt die Mathematikerin, die dann doch noch Erzieherin wird, weil sie gerne mit Kindern arbeitet", sagt Ritter. "Bei solchen krassen Richtungswechseln raten wir dann aber ganz stark im Vorfeld zu Praktika oder Hospitationen, um sich den Bereich mal in der Praxis aus der Nähe anzusehen."

Für den Umgang mit dem Studienabbruch in Bewerbungssituationen raten die Expertinnen übrigens Folgendes: Selbstreflexion und Transparenz seien die Zauberworte. Schenkenberger: "Man muss deutlich machen, dass man sich mit dem Studium, den eigenen Kompetenzen und Interessen und den Gründen, die zum Studienabbruch geführt haben, intensiv auseinandergesetzt hat. Auf der anderen Seite ist natürlich eine nachvollziehbare Argumentation gefragt, warum das neue Ziel nun aber das Richtige ist. Da hilft natürlich auch der Verweis auf absolvierte Praktika."

Kompetente Anlaufstellen

Wer mit dem Gedanken spielt, sein Studium vorzeitig zu beenden oder dies getan hat und Beratung braucht, hat mehrere Anlaufstellen:
 
-    Bildungsberatungsstellen wie etwa in Berlin, NRW, Hessen und einigen anderen Bundesländern

-    Das bundesweite Service-Telefon für Bildungsfragen (vom Bildungsministerium getragen): 030 /20179090

-    Beratungsstellen an den Universitäten

-    Die Bundesagentur für Arbeit 

-    Die regionalen Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern

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Marc Wiegand...

Marc Wiegand - Unser Spezialist zum Thema Karriere

 

 

 

 

 

 

 

 

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