Aber jetzt: Richtig Urlaub!

UNICUM Karriere-Kompass

Wie? Urlaub als Thema im Karriere-Kompass? Ist das nicht voll daneben gegriffen? Ein klares Nein von meiner Seite! Denn: Nur wer ein paar Mal im Jahr ausgiebig entspannt und mental durchzulüftet, kann anschließend wieder mit neuer Frische an seine Aufgaben gehen und mit voller Energie seine beruflichen Ziele in Angriff nehmen. Und nicht zu vergessen: Rund um den Urlaub lauern einige fiese Fettnäpfchen, in die man nach Möglichkeit nicht hineintapsen sollte.

Frau in Hängematte auf tropischer Insel

Bei diesem Punkt denkt Anette Schlipphak, Vizepräsidentin im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen, beispielsweise an offenherzige Posts auf Facebook. "Wenn die Kollegen das Selfie in knapper Badehose oder mit vollem Sangria-Eimer sehen, färbt das negativ auf die Wahrnehmung der Kompetenz ab. Im nächsten Meeting kommt man dann gleich viel weniger professionell rüber. Durch schillernde Urlaubserzählungen und das Vorführen von eindrucksvollen Fotos kann außerdem auch schnell Neid entflammen: Für so etwas hat der Geld? Wie viel verdient der eigentlich?" Daher rät Schlipphak eindringlich dazu, nur sehr dosiert und eher nüchtern vom vierwöchigen Bali-Urlaub am malerischen Traumstrand zu berichten.

Zwei Wochen mental durchlüften

In puncto Urlaubsgestaltung hat die Gesundheitspsychologin folgenden Ratschlag parat: nämlich unbedingt auf seine eigenen Interessen zu achten. Dem Büromensch schwebt dabei vermutlich eine etwas bewegungsreichere Beschäftigung vor,  als demjenigen, der körperlich schuftet und einfach nur die Beine hochlegen möchte. In jedem Falle sollte der Urlaub aber einen Kontrast zum sonstigen (Berufs-)Alltag darstellen und nach Möglichkeit mindestens einmal im Jahr zwei Wochen betragen. Laut Studien setzte nämlich erst ab dieser Dauer eine wirkliche Erholung ein, so Schlipphak.

Familie am Strand

"Wenn man mit Partner, Familie oder auch Freunden verreist, muss man seine eigenen Wünsche fest im Blick haben und diese von den sozialen Erwartungen, die einen auch unterbewusst beeinflussen können, unterscheiden. Und dann sollte man gucken, wie man seine Wünsche in der Konstellation konfliktfrei erfüllt bekommt." Heißt: Eine Freundesgruppe mit unterschiedlichen Interessen und divergierenden Lebensrhythmen bucht sich besser in verschiedenen Appartements ein, um sich nicht gegenseitig auf den Geist zu gehen. Und Paare sollten sich nicht den Zwang auferlegen, wirklich 24 Stunden am Tag ununterbrochen miteinander zu verbringen. "Ich kann auch mal einen Nachmittag faul am Strand liegen, während sich mein Partner bei der Inselrundfahrt die historischen Ausgrabungsstätten ansieht", betont Schlipphak und fährt fort: "Egal, um welche Personenkonstellation es geht, man sollte vorher offen über die eigenen Interessen miteinander sprechen und sehen, wie man diese in Einklang bringen kann."

Weniger ist mehr

Wichtig sei ferner, seinen Urlaub nicht mit Erwartungen hochzuladen und mit Programmpunkten zu überfrachten. Dies könne ansonsten mehr Stress als Erholung bedeuten. "Wenn jeder Tag von morgens bis abends mit Aktivitäten durch getaktet ist, kann das jegliches Erholungsgefühl torpedieren. Daher ist es empfehlenswert zwischen den einzelnen Unternehmungen genügend Luft lassen."

Fotos von Urlaubszielen

Genauso störend für die persönliche Entspannung könne der plötzliche Anruf vom Chef, der einen vor Schreck von der Luftmatratze purzeln lässt, sein. Schlipphak rät daher, bei der Erreichbarkeit einen ganz konsequenten Kurs zu fahren: "Für den normalen Angestellten sollte eigentlich gelten, dass er im Urlaub für seine Kollegen wirklich offline ist. Bei Freiberuflern oder Menschen in verantwortlicher Position würde ich das nicht ganz so eng sehen, aber auch da sollte man irgendwo klare Grenzen setzen. Vielleicht plant man sich fix eine Stunde am Tag für Mails ein, klappt dann aber nach 60 Minuten auch wirklich kompromisslos das Notebook wieder zu."

Sanfte Rückkehr in den Arbeitstrott

Um das Urlaubsfeeling auch nach Arbeitswiederbeginn noch ein wenig in sich zu tragen, kann man auf einige Kniffe vertrauen. Schlipphak: "Zwischen der Rückkehr aus dem Urlaub und dem ersten Arbeitstag sind ein paar freie Tage zum langsamen Wiederankommen unbedingt zu empfehlen." Sinn könne es zudem machen, an einem Mittwoch oder Donnerstag wieder ins Büro zurückzukehren, um nicht gleich eine ganze Woche vor der Brust zu haben. Und: "Auf den ersten Arbeitstag keine wichtigen Meetings und Termine legen! Im Idealfall kann man in Ruhe seine Mails durchlesen und sich mit den Kollegen, die einen vertreten haben, in Ruhe besprechen und sich von ihnen auf den aktuellen Stand bringen lassen."

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Marc Wiegand...

Marc Wiegand - Unser Spezialist zum Thema Karriere

 

 

 

 

 

 

 

 

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