Tipps für deine Finazen
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22. Dez 2016

Marc Wiegand

UNICUM Karriere-Kompass

Alternative Finanztipps für Berufseinsteiger

So investierst du dein hartverdientes Monatsgehalt richtig

Finanzsystem vor dem Aus

"Berufseinsteiger, die etwas für ihre finanzielle Zukunft tun wollen, haben eine große Herausforderung zu bewältigen. Sie sollten ganz genau überlegen, was sie mit ihrem Geld machen. Von vielen Angeboten profitieren am Ende vor allem die Banken und Versicherungen und der Anleger schaut in die Röhre", beschreibt Finanz-Experte und Bestseller-Autor Marc Friedrich die gegenwärtige Situation.

Gemeinsam mit seinem Autoren-Partner Matthias Weik hat er ein düsteres Zukunfts-Szenario mit besorgniserregenden Eckpunkten entworfen: Südeuropa ist de facto bankrott, die Europäische Gemeinschaft fällt auseinander, der Euro scheitert kläglich und eine Währungsreform ist unumgänglich. "Unser Geld- und Finanzsystem befindet sich im Endstadium. Die nächsten 18 bis 24 Monate werden fundamentale Veränderungen mit sich bringen", ist Friedrich überzeugt und formuliert vor diesem Hintergrund zugleich ein paar essentielle Tipps für den jungen Geldanleger.

Das Gute dabei: "Auch wenn sich doch noch alles in Wohlgefallen auflösen sollte - was ich wirklich nicht glaube - macht man mit diesen Handlungsanweisungen definitiv nichts falsch und wird zumindest keine Werte verlieren", betont der Finanzfachmann.

So sehen seine alternativen Finanz-Tipps im Detail aus:

  • Schulden vermeiden!

"Wer jetzt größere Schulden anhäuft, handelt grob fahrlässig", warnt Friedrich. Bei einer Währungsreform würden nämlich Guthaben und Schulden nicht gleichwertig behandelt. Verbindlichkeiten würden sich vielmehr überproportional erhöhen und die Schuldner danach noch tiefer in die persönliche Finanzkrise reißen als zuvor. "Der Staat entschuldet sich immer auf Kosten der Bürger, das zeigen ja auch die jüngsten Beispiele."

Des Weiteren verweist Friedrich auf die klassische Anleger-Regel, stets antizyklisch zu handeln. "In einer Phase, in der sich aufgrund der niedrigen Zinsen die Mehrheit Geld leiht, ist es ratsam, eben nicht auf diesen Zug aufzuspringen." Von kreditfinanziertem Konsum sei im Hinblick auf einen soliden Wert- und Vermögensaufbau sowieso abzuraten. Schließlich würden viele Konsumgüter (Autos, Smartphones etc.) in kürzester Zeit massiv an Wert verlieren, während die dazugehörigen Ratenzahlungen über einen längeren Zeithorizont zu leisten seien und Investitionen in sinnvollere Wertanlagen blockierten.

  • Bargeld-Reserven vorhalten!

"Freiheit ist das höchste Gut. Bargeld ist Freiheit", sagt Friedrich und verweist in diesem Zusammenhang auf das jüngst beschlossene Aus des 500-Euro-Scheins und die Bilder von langen Menschen-Schlangen vor den griechischen Geldautomaten vor wenigen Monaten. Beide Ereignisse dokumentierten aus seiner Sicht eine sukzessiv freiheitsbeschneidende Entwicklung der europäischen Geldpolitik. Er empfiehlt daher jedem Berufseinsteiger, eine persönliche Bargeld-Reserve anzulegen. "Entscheidend ist der physische Zugriff auf das Geld. Was nützt mir ein prall gefülltes Konto, wenn der Bank-Schalter geschlossen hat? Besser ist Cash im eigenen Tresor, unter der Matratze oder von mir aus auch in der Blumenvase." Das Guthaben auf dem Konto würde derweil ja sogar von Negativ-Zinsen bedroht.

Um seine These zu stützen, spricht Friedrich die europaweite Einlagensicherung an, die das Vermögen von Bankanlegern bis zu einer Höhe von 100 000 Euro schützt. "Was darüber hinausgeht, hat keinen nennenswerten Schutz. Und ich gebe zu bedenken, dass die Grenze der Einlagensicherung ja auch mal nach unten verschoben werden kann." Friedrichs Tipp in jedem Fall: Eine ausreichend große Bargeld-Reserve anlegen, um Minimum die Fixkosten von drei Monaten decken zu können.

  • Hände weg von Immobilien!

Einer antizyklischen Finanz-Strategie folgend gibt es in Zeiten eines überhitzten Immobilien-Marktes nach Meinung des Bestseller-Autors nur eine Devise: kein größeren Investitionen in Betongold tätigen. "Die Rechnung geht einfach nicht auf", betont Friedrich. "Momentan zahlt man für eine Immobilie viel mehr als sie wert ist. Außerdem muss man den Immobilien-Kredit abstottern und permanent in Instandhaltung und Sanierung investieren. Hauseigentümer sind ferner nie vor neuen Steuern und Abgaben gefeit." Sein Tipp daher: Warten bis die Immobilien-Blase platzt und dann günstige Immobilien aufsammeln - aber maximal ein Drittel seines Kapitals darin investieren!

  • In Sachwerte investieren!

Der vermeintlich wichtigste Ratschlag des Experten zielt auf ein finanzielles Investment in Sachwerte ab: Denn diese könnten niemals wertlos werden. Konkret empfiehlt Friedrich Gold, Silber und Diamanten. Er regt aber auch den Kauf von limitiertem Whiskey, direkte Beteiligungen in Unternehmen oder den Erwerb von Wald-Grundstücken und Streuobst-Wiesen an. "Klar, klingt das im ersten Moment vielleicht etwas durchgeknallt, doch in diesen Anlagen steckt ein großes Potential. Damit kann man Werte erschaffen und auch dauerhaft bewahren."

  • Nicht Überversichern!

Ungleich härter geht er dagegen mit den meisten Versicherungs- und Vorsorgeprodukten ins Gericht: Natürlich, jeder brauche zwingend eine Haftpflicht-, KFZ- und Krankenversicherung und gegebenenfalls könnten auch noch Zahn-Zusatzversicherungen sowie Risiko-Lebensversicherungen das Portfolio ergänzen. Die anderen Angebote aber ernten von Friedrich ein vernichtendes Urteil: "Riester, Rürup, Kapital-Lebensversicherungen, Bausparen - das sind alles gescheiterte Formate. Sie haben den Charakter einer Wette mit vielen unbekannten Variablen. Davon kann ich nur massiv abraten."
Auf Kopf UND Bauch hören!

Der Experte rät dazu, in Finanzfragen auf seine eigenen Sinne zu vertrauen. "In Produkte, die ich nicht verstehe, sollte ich auch kein Geld hineinstecken." Grundsätzlich sollte auch niemand vergessen, in seine Gesundheit und Bildung zu investieren. "Ein Buch zur Hand nehmen und zum mündigen Bürger zu werden, ist meiner Ansicht nach von fundamentaler Bedeutung. Monetäre Analphabeten, die grundlegende Zusammenhänge nicht verstehen, sind in hohem Maße von Altersarmut bedroht. In einer komplexen Welt treffen sie falsche Entscheidungen, die sich später gravierend auf ihren Lebensstandard auswirken."
 


Der Autor

Marc Wiegand ist verantwortlicher Redakteur unseres Karrieremagazins UNICUM BERUF. Damit ist er Dein direkter Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Themen Berufseinstieg und Karriere. 

Kontakt: karriere-kompass@unicum.com


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