Auf diese Erfolgsstrategien sollten Frauen setzen!
Bei ihrer Karriereplanung sollten Frauen einige Aspekte berücksichtigen | Foto: UNICUM
Autorenbild

22. Dez 2016

Marc Wiegand

UNICUM Karriere-Kompass

Erfolgsstrategien für Frauen

Woran ambitionierte Absolventinnen denken sollten

Nur jedes zehnte Vorstandsmitglied eine Frau

Obwohl unser Land bereits seit einer gefühlten Ewigkeit von einer Bundeskanzlerin regiert wird, sind die Karriere-Chancen von Frauen im Allgemeinen sicher noch verbesserungswürdig. In den DAX-30 -Unternehmen etwa ist nur jedes zehnte Vorstandsmitglied eine Frau. Daran sind aber offenbar nicht nur verkrustete Strukturen und veraltete Rollenbilder schuld. Viele ambitionierte Frauen müssten in einigen Punkten umdenken, um ihre Karriere-Aussichten zu verbessern.

Dies meint die Autorin und Krisenmanagerin Bettina Zimmermann, die Erfolgsstrategien speziell für das weibliche Geschlecht entwirft.Diesen Strategien geht eine zentrale Überlegung voraus: "Wir Frauen sind nun einmal diejenigen, die die Kinder kriegen können. Und wenn man so einen kleinen Menschen in den Armen hält, sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. Karrieren nehmen dann ganz andere Verläufe als ursprünglich gedacht." Zimmerman rät Frauen daher, sich frühzeitig zu überlegen, ob sie Kinder kriegen möchten und was sie sich von ihrer beruflichen Laufbahn erhoffen. Diese Ziele müssten dann in einer langfristig angelegten und sorgfältig durchdachten Karriereplanung entsprechend berücksichtigt werden.

Eine Frage der Organisation

"Eine Babypause kann manchmal einen Karriere-Knick zur Folge haben. Grundsätzlich halte ich aber eine Position im Top-Management mit dem Kinderwunsch für vereinbar. Man muss sich nur überlegen, wie es organisiert wird – gerade, wenn der Partner nicht bereit, ist daheim zu bleiben", so Zimmermann, die auch CEO der GU Sicherheit & Partner AG ist.

Oft würden Frauen ihr berufliches Vorankommen aber eben nicht so strategisch angehen und ihre Erfolgschancen bereits durch dieses Versäumnis herabsetzen. Ein weiteres Karriere-Hemmnis sei das mangelnde Selbstbewusstsein, das Zimmermann häufig beobachtet hat. "Wir sind zu wenig mutig und trauen uns zu wenig zu – obwohl wir alle notwendigen Kompetenzen haben."

Männer sind selbstbewusster

Die Expertin belegt dies anhand einer anschaulichen Studie: Demnach bewerben sich Männer auf Stellen sobald sie etwa 40 Prozent der Anforderungen erfüllen – ganz nach dem Motto "Den Rest schaffe ich mir schon drauf". Frauen hingegen würden erst eine Bewerbung losschicken, wenn sie mit ihrem Profil mindestens 80 Prozent der Anforderungen abdecken können.

"Viele Frauen müssen an ihrem Selbstbewusstsein arbeiten. Das ist ein langer Prozess, manchmal eine Lebensaufgabe. Es kann beispielsweise Sinn machen, sich seinen Kompetenzen einzeln aufzuschreiben oder ein Erfolgstagebuch zu führen", erläutert Zimmermann und ergänzt: "Um beruflich voranzukommen, ist es einfach entscheidend, dass ich meine Komfortzone verlasse, mich etwas traue und auch bereit bin, einmal zu scheitern. Das gehört dazu und ist auch nicht tragisch – solange ich aus solchen Rückschlägen lerne."

Netzwerken gehört dazu

Einen ebenfalls eklatanten Unterschied zwischen den Geschlechtern hat Zimmermann beim Thema Netzwerken ausgemacht. "Frauen wollen immer einzig und allein fachlich überzeugen. Aber das ist eine zu einseitige Denke", urteilt sie. Ohnehin würde niemand ohne die passenden Kompetenzen weiterempfohlen werden. "Aber wir Frauen müssen uns auch aktiv darum kümmern, dass uns jemand weiterempfiehlt. Das Aufbauen von Kontakten ist fast genauso wichtig, wie das Feilen an seinen Kompetenzen selbst."
 
Ein wichtiger Erfolgsfaktor könne des Weiteren auch ein erfahrener Mentor sein, der einem mit hilfreichen Tipps zur Seite steht. "Da es leider noch nicht so viele Frauen in Chef-Positionen gibt, kommen für die Mentoren-Tätigkeiten vor allem Männer in Frage. Ich rate Frauen dazu, im persönlichen Umfeld zu suchen. Vielleicht kenne ich ja Jemanden, den ich als Vorbild betrachte oder der Vater einer Freundin passt ins Mentoren-Schema." Manche Unis und Unternehmen hätten sogar entsprechende Mentoren-Programme.

Potentielle Arbeitgeber genau begutachten

Nicht zuletzt gilt es nach Ansicht Zimmermanns auch bei der Auswahl des Arbeitgebers das Augenmerk auf die Karrierechancen für Frauen zu legen: Gibt es dort weibliche Führungskräfte? Welche Entwicklungsmöglichkeiten werden Frauen angeboten? Wie familienfreundlich ist das Unternehmen? "Das alles betrachte ich vor dem Hintergrund meiner langfristigen Karriereplanung und gucke, inwieweit die Stelle dazu passt und mich wirklich weiter bringt."
 


Der Autor

Marc Wiegand ist verantwortlicher Redakteur unseres Karrieremagazins UNICUM BERUF. Damit ist er Dein direkter Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Themen Berufseinstieg und Karriere. 

Kontakt: karriere-kompass@unicum.com


Deine Fragen sind mir wichtig:

Dabei ist natürlich auch dein Input gefragt: Welche Karriere-Themen brennen dir unter den Nägeln? In welchen Fragen fehlt Dir eine richtungsweisende Expertise? Schreib' mir einfach unter karriere-kompass@unicum.com


>> zurück zur UNICUM Karriere-Kompass Übersicht