So sieht die Zukunft der Automobil-Branche aus
Mit einem Ingenieurstudium kannst du in der Branche durchstarten | Foto: Thinkstock/cosmin4000
Autor

24. Apr 2017

Sabine Olschner

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Brancheninfo Automotive

Karriere auf der Überholspur

Branche mit vielen Innovationen

Daimler, BMW, Porsche und Volkswagen - Deutschlands Automobilindustrie hat für den Berufseinsteiger viele attraktive Marken zu bieten. Nicht umsonst stehen aktuell fünf Automobilhersteller in den Top 12 der beliebtesten Arbeitgeber junger Berufstätiger, wie das Young Professional Barometer des trendence Instituts zeigt, das rund 7 200 junge Berufstätige nach ihrem Wunscharbeitgeber befragte. Über 5,4 Millionen Autos wurden 2013 im Inland gefertigt, weitere 8,6 Millionen im Ausland - die Automotivebranche, zu der neben den Herstellern auch die Zulieferer zählen, bewegt sich in einem internationalen Umfeld. Insgesamt setzte die deutsche Automobilindustrie vergangenes Jahr mit 756 000 Mitarbeitern knapp 362 Milliarden Euro um, davon etwas mehr als ein Drittel im Inland. Dass Innovationen eine besonders große Rolle in der Branche spielen, sieht man an den Ausgaben für die Forschung und Entwicklung, die bei über 18 Milliarden Euro lagen - mehr als in jeder anderen Wirtschaftsbranche.

Alternative Antriebe im Blickpunkt

In Sachen Innovation wird auf die Unternehmen in Zukunft noch einiges zukommen. Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie (VDA), definiert als Trends zum einen die Optimierung der klassischen Antriebe Clean Diesel und Benziner sowie die Entwicklung alternativer Antriebe wie Elektro, Hybrid und Wasserstoff, zum anderen die digitale Revolution und das vernetzte Fahren. Das Stichwort heißt hier "Connectivity", also Kommunikationslösungen, die zu einer höheren Sicherheit und mehr Komfort im Fahrzeug beitragen und das Fahrzeug mit seiner Umwelt, also zum Beispiel mit anderen Autos oder mit Verkehrsleitsystemen, vernetzen. "Die Automobilindustrie steht vor großen Herausforderungen", beschreibt der VDA-Geschäftsführer die Stimmung in der Branche. "Der Pkw-Weltmarkt ist weiter auf Wachstumskurs, allerdings entwickeln sich die Märkte unterschiedlich: China und der US-Markt kommen gut voran, Westeuropa wird seinen Erholungskurs fortsetzen. Die Märkte in Russland, Brasilien und Indien hingegen sind in schwierigem Fahrwasser." Aber eines bleibe, so Bräunig: "Der Wunsch der Menschen nach individueller Mobilität, nach dem eigenen Auto, ist ungebrochen."

Perspektiven im Mittelstand

Bei der Suche nach einem Arbeitgeber sollten Hochschulabsolventen ihr Augenmerk nicht nur auf die großen Hersteller richten, sondern ebenso auf Zulieferer und mittelständische Entwicklungspartner, die für drei Viertel der Wertschöpfung am Automobil verantwortlich sind, rät der Experte. Selbst wer ins Ausland gehen oder in einem internationalen Umfeld arbeiten will, braucht als Arbeitgeber nicht unbedingt die großen Markenhersteller zu wählen - auch mittelständische Zulieferunternehmen sind international oft sehr gut aufgestellt. "Flexibilität, Weltoffenheit, sehr gute Englischkenntnisse und die Bereitschaft, neue Aufgaben zu übernehmen, sind von höherer Bedeutung denn je", betont Bräunig. Außerdem müsse der Ingenieur von morgen auch Managementfähigkeiten besitzen sowie Neugier und Engagement mitbringen.

Chancen für viele Disziplinen

Gefragt sind sowohl Absolventen klassischer Studiengänge, beispielsweise Maschinenbauer oder Kfz-Mechatroniker, als auch Experten neuer Querschnittsfelder wie der Elektrochemie. Und auch die moderne Informationstechnologie verzahnt sich immer stärker mit dem Automobil. Hier gibt es laut dem Experten Chancen für Softwareentwickler und Fachleute für Sensorik oder Fahrerassistenzsysteme. "Gleichzeitig bleiben die Perspektiven für kaufmännische Berufe, für Juristen, Personalverantwortliche sowie Experten in Design, Vertrieb und Marketing ebenfalls gut", sagt der VDA-Geschäftsführer. 

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