Hire me - Initiativbewerbungen
Sei selbstbewusst und bewirb dich! | Foto: Thinkstock/Suchota
Autor

12. Sep 2017

Andreas Monning

Archiv

Die Initiativbewerbungen

Initiative zeigen

Initiativbewerbungen erfordern Mut

Offenbar verlangt das Verfassen einer Initiativbewerbung eine Portion Selbstbewusstsein, die nicht jeder hat: "Die wenigsten Jobsuchenden bewerben sich ohne Stellenangebot", weiß Bewerbungsexperte Gerhard Winkler. Die Angst, zu stören, abgelehnt, schlimmstenfalls belächelt zu werden, halten die meisten ab. "Dabei zeigt die Erfahrung, dass man mit einer Initiativbewerbung gute Karten hat", ermutigt der Coach. Es komme nämlich immer wieder vor, dass eine Stelle bereits angedacht, aber noch nicht ausgeschrieben sei. In diesem Fall ist man unter Umständen der einzige, zumindest aber der erste Bewerber – mit exklusivem Aufmerksamkeitsbonus.

Gerhard Winkler ist ein regelrechter Fan der selbstbewussten Bewerbungsmethode – doch was sagen Personaler dazu: Sind Initiativbewerbungen bei Unternehmen gerne gesehen? "Auf jeden Fall!", zerstreut Isabell Uloth vom Talent Management der Commerzbank jeden Zweifel. "Wenn eine Initiativbewerbung überzeugt, setzen unsere Recruiter alles daran, den Bewerber für das Unternehmen zu  gewinnen." Sollte es kurzfristig trotzdem keine passende Stelle geben, wird der Bewerber mit seiner Zustimmung in den "Kandidatenpool" aufgenommen, erklärt die Personalerin. "Sobald dann wieder Bedarf besteht, gucken sich die  Recruiter alle Profile genau an und finden so möglicherweise ein Matching zu einer Stelle, die der Bewerber für sich vielleicht gar nicht im Blick hatte." Die offene Einstellung der Commerzbank scheint sich herumgesprochen zu haben, gut ein Drittel aller Bewerbungen sind hier mittlerweile Initiativbewerbungen.

Grundsätzliche Offenheit gegenüber Initiativbewerbungen

Bei Bayer trifft man auf eine andere Situation. "Früher haben wir 80 Prozent der Stellen über Initiativbewerbungen besetzt und nur 20 über Ausschreibungen, heute hat sich das Verhältnis umgekehrt", sagt Katharina Jansen, Sprecherin der Abteilung Wissenschaft & Forschung. Dafür haben Bewerber jetzt die Gelegenheit, sich in einer "Bewerberdatenbank" zu registrieren, wobei sie unbedingt auf "unnötige Einschränkungen" des Einsatzbereiches verzichten sollten: "So bleibt der Bewerber für viele Optionen offen." Da bei Bayer regelmäßig zwischen 400 und 500 Stellen zu besetzen sind, wird bei jeder Stellenausschreibung auch die Bewerberdatenbank nach passenden Kandidaten durchsucht – die dann allerdings in Konkurrenz zu in der Regel mehreren hundert regulären Bewerbern stehen.

Auch Opel steht Initiativbewerbungen grundsätzlich ausgesprochen offen gegenüber, jede fünfte Bewerbung erreicht den Autokonzern unabhängig von einer Ausschreibung: "Wenn es gerade keine passende Stelle gibt, überprüfen auch wir, ob der Kandidat in unseren Bewerberpool aufgenommen werden kann", erläutert Frank Peter Zimmermann, der bei Opel als Manager Human Resources tätig ist. Wichtig ist ihm, dass eine Bewerbung die eigenen Interessen und Stärken beschreibt, selbstständig  bearbeitete Projekte nennt – und deutlich macht, wie jemand zum Erfolg des Unternehmens beitragen will. "Mit interessanten Kandidaten halten wir regelmäßig Kontakt", versichert Zimmermann.

Entwirf deinen Traumjob

Nach Überzeugung von Bewerbungsexperte Gerhard Winkler bergen Initiativbewerbungen übrigens noch ein ganz anderes Potential: "Sie sind die einmalige Gelegenheit, seinen Traumjob zu entwerfen!" Anders als bei der Bewerbung auf ein Stellenangebot müsse man sich bei der Initiativbewerbung nämlich nicht an vorgegebenen Anforderungen orientieren, sondern könne ganz den eigenen Vorstellungen und Neigungen folgen. "Manchmal wird die Schaffung einer Stelle durch das eigene Angebot überhaupt erst angeregt."

 
Bewerbungstipps von Gerhard Winkler

1. Unternehmen recherchieren, bei denen man gerne arbeiten würde

2. Definieren, was man im jeweiligen Unternehmen konkret tun und leisten möchte

3. Das Bewerbungsanschreiben so stricken, dass man sich als Leistungserbringer profiliert

4. Ansprechpartner in der Personalabteilung recherchieren und anrufen

5. Bei Interesse die vorbereitete Bewerbung je nach Gesprächsverlauf noch genauer ausrichten und möglichst direkt im Anschluss an das Gespräch abschicken. "So kann man nebenbei demonstrieren, dass man nicht nur gut vorbereitet, sondern auch schnell und flexibel ist."

Tipps und Tricks zu zahlreichen weiteren Themen gibt Bewerbungshelfer Gerhard Winkler unter www.jova-nova.com

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