Überlick über ein Traineeprogramm
Auch kleinere Unternehmen bieten Trainee-Programme an | Foto: Thinkstock/vadimguzhva
Autor

14. Sep 2017

Birte Schwarz

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Trainee, der

Alles über Trainee-Programme

Trainee-Programm oder Direkteinstieg?

Trainee-Programme unterscheiden sich vom Direkteinstieg oder einem  Ausbildungsberuf darin, dass der Trainee fast alle Abteilungen des Unternehmens durchläuft. Am Ende der Ausbildung steht eine Führungsposition – Ziel ist, dass der Nachwuchs bei später nicht nur an seine eigene Abteilung denkt, sondern bei seiner Entscheidungsfindung die Auswirkungen  auf andere Bereiche des Unternehmens mit einbezieht. In großen Unternehmen gibt es auch Fach-Trainee-Programme für einzelne Abteilungen. So lernt der Marketing-Trainee alle Einzelaspekte von der Planung bis zum Vertrieb kennen.

Zielgruppe: Führungsnachwuchs

Trainee-Programme richten sich vornehmlich an Hochschulabsolventen. Wirtschaftswissenschaftler, ITler oder Ingenieure werden von Großkonzernen bevorzugt, die ohnehin hohe Ansprüche an die Bewerber stellen. Aber auch andere Absolventen oder Quereinsteiger können punkten, da bei der Besetzung von Führungspositionen neben der fachlichen Kompetenz auch Soft Skills eine große Rolle spielen. Exzellente Abschlussnoten, Auslandserfahrung, Sprachkenntnisse – wer damit nicht aufwarten kann, hat im Mittelstand bessere Chancen, denn auch kleinere Firmen sind Anbieter von Trainee-Programmen. Ebenso wie die Big Player am Markt nutzen sie diese Möglichkeit, um den Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken. Hier ist nicht nur die Konkurrenz kleiner als bei namhaften Firmen, auch ist das Auswahlverfahren oft nicht so aufwendig.

Während immer mehr Firmen auf den Trainee-Zug aufspringen, handelt es sich bei manchen Angeboten um nichts anderes als bezahlte Praktika. Für Trainee-Programme gibt es nämlich keine festen Standards. Bestimmte Kriterien sollte ein seriöses Programm aber erfüllen. Das beginnt schon bei der Dauer – um ein Unternehmen umfassend kennenzulernen, braucht es Zeit. Unter sechs Monaten ist das nicht zu schaffen. Die meisten Programme sehen eine Dauer von mindestens 12, eher 24 Monaten vor. Auch das Gehalt spielt eine Rolle, es sollte sich grundsätzlich an dem eines Direkteinsteigers orientieren. Da ein Trainee-Programm der Ausbildung dient, wird hier zwar etwas niedriger bezahlt, dem gegenüber steht aber die höherwertige Ausbildung.

 Ideal: klare Perspektiven und fester Ansprechpartner

Auch diese Qualität der Ausbildung lässt sich messen. Vor dem Start sollte klar sein, welche Inhalte in der Ausbildung vermittelt werden und wie viel Zeit für welche Stationen eingeplant ist. Dabei sollte die Planung jedoch nicht starr sein, sondern sich nach den individuellen Stärken des Neueinsteigers richten. Interne oder externe Weiterbildungen, Seminare oder Vorträge, möglicherweise auch Einsätze an internationalen Standorten des Konzerns zeichnen eine umfassende Ausbildung aus. Dabei  sollte der Trainee nicht alleine dastehen, sondern einen festen Ansprechpartner für die gesamte Dauer seiner Ausbildung haben. Wer dazu noch, einzeln oder im Team, eigene Projekte verantworten darf, kann sich auf das Fördern-und-fordern-Prinzip verlassen, das ihn auf seine spätere Position vorbereitet. Die sollte übrigens, abgesehen von den Fach-Trainees, nicht schon zu Beginn feststehen. Die Perspektiven sollten jedoch klar sein und während des Programmes gemeinsam mit Unternehmen und Trainee weiter erörtert werden.

Spätestens drei Monate vor Ende der Ausbildung sollte der spätere Einsatzort aber feststehen. Auch beim späteren Gehalt sollte das Unternehmen dem Auszubildenden eine Perspektive geben: Wer so umfassend ausgebildet ist, verdient eine deutlich höhere Entlohnung. Kleinere Unternehmen können nicht alle Kriterien erfüllen, haben aber den Vorteil, dass man hier viele Abteilungen auf kürzeren Wegen kennenlernt. Weil auch die Unternehmen selbst viel Zeit und Geld in den Nachwuchs stecken, ist die Übernahme meistens garantiert – vorher nach der Übernahmequote zu fragen, kann aber nicht schaden. Ebenso hilfreich kann ein Blick auf Bewertungsportale wie Kununu, Jobvoting, Bizzwatch oder MeinChef sein – dort können Arbeitnehmer Unternehmen anonym bewerten.

Ein Beitrag von UNICUM Beruf

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