Die Arbeit als Wirtschaftsinformatiker/in
Neue Herausforderungen für die Wirtschaftsinformatik | Foto: Thinkstock/Top Photo Corporation

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Wirtschaftsinformatiker

Mit einem Bein im Business – mit dem anderen in der IT

Informationen schützen – Sicherheit verbessern

Die für den Jahresabschluss relevanten Zahlen werden heute mit Hilfe von IT-Systemen erzeugt, gespeichert und verarbeitet. Bevor Wirtschaftsprüfer sich also mit den einzelnen Posten der Bilanz befassen, prüfen wir die IT-Systeme. Schließlich müssen sich meine Kolleginnen und Kollegen aus der Prüfung auf die dort verarbeiteten Zahlen verlassen können. Die Ergebnisse aus den ITGC-Prüfungen sind die Grundlage, auf der die Wirtschaftsprüfer die Verlässlichkeit von Zahlen bewerten und ihre Prüfung aufbauen.

In der ersten Zeit bei PwC habe ich vor allem solche Prüfungen durchgeführt. In den letzten Jahren haben sich meine Aufgaben immer stärker zu spezifischen IT-Fragestellungen und IT-Beratung verschoben. Meist geht es um Informationssicherheit sowie Kontroll- und Managementsysteme. Wir helfen Unternehmen dabei, alle Informationen, die bei der elektronischen Datenverarbeitung anfallen, zu schützen und ihre Sicherheit weiter zu verbessern. Im Zentrum steht dabei "Awareness". IT-Sicherheit ist nicht alleine technisch herzustellen. Die Mitarbeiter unserer Mandanten sollen ein Gefühl dafür entwickeln, welche Informationen sensibel sind und was sie im Umgang mit solchen Daten beachten müssen.

Herausforderung Cloud

Für unsere Mandanten analysieren wir den Stand der Dinge im Unternehmen. Wir decken Verbesserungsbedarf auf und helfen beim Aufbau von organisatorischen Strukturen. Ein Ergebnis kann sein, dass ein Unternehmen einen IT-Sicherheitsbeauftragten braucht – oder sogar ein ganzes Team, das sich dieser Aufgabe widmet. Darüber hinaus geben wir auch Antworten auf weitere Fragestellungen: Wie reagiert das Unternehmen professionell auf einen Hackerangriff? Wie muss in solchen Fällen Kommunikation stattfinden? Was ist zu tun, um neue Angriffe zu vermeiden? Wir bringen Richtlinien für den richtigen Umgang mit diesen Risiken auf den Weg.

Aktuelle Entwicklungen in der IT, wie der Trend zu Smartphones und Tablets, Social Media oder die Umstellung auf Cloud-Systeme, spielen für unsere Arbeit eine große Rolle. Da gibt es eine Menge Sicherheitsfragen zu klären. Beim Thema Cloud zum Beispiel, weil alles, was Unternehmen in die Cloud verlegen, den gewohnten Kontrollbereich verlässt. Beim Thema Social Media ist wieder Awareness gefragt. Hier gilt es, Mitarbeiter dafür zu sensibilisieren, dass Online-Netzwerke nicht unbedingt ein sicherer Hafen für sämtliche Firmeninformationen sind.

Seit 2011 steuere ich als Managerin Projekte und sorge dafür, dass die Projekte zur Zufriedenheit der Kunden abgewickelt werden. Als Wirtschaftsinformatikerin stehe ich mit einem Bein in der IT und mit dem anderen im Business. Das ist schon ein sehr lebendiges Umfeld, in dem wir immer wieder neue Lösungen entwickeln dürfen. Unsere Prüfer brauchen Spezialisten, die durch die IT-Brille auf Abschlüsse schauen, um dann IT-seitige Schlüsse ziehen zu können. Das heißt, ich muss Beschäftsprozesse beim Mandanten, die Anforderungen des Jahresabschlusses und die IT-Systeme gleichermaßen gut verstehen. Zudem muss ich beide Sprachen sprechen, mit den ITlern beim Mandaten ebenso gut reden können wie mit Leuten aus dem Business.

Studium goldrichtig – Job abwechslungsreich

Mein Studium der Wirtschaftsinformatik hat mich gut auf meinen Job vorbereitet, vor allem in Bezug auf prozessorientierte Ansätze, die auch an der Hochschule eine große Rolle gespielt haben. Schon damals habe ich mich auf Informationssysteme und Systemsicherheit spezialisiert. Das war für meinen Job goldrichtig. Die theoretische Vorbereitung auf den Job war ein guter Grundstein für meine heutigen Aufgaben. Durch die Jahre bei PwC habe ich mich in IT- und Business-Themen, aber vor allem in Fragen der IT-Sicherheit stark entwickelt. Das Beste an meinem Job ist die Abwechslung: Ich lerne immer wieder neue Strukturen, Geschäftsmodelle und IT-Prozesse kennen. Jedes Unternehmen tickt anders, es wird nie langweilig.

Die 32 Jahre alte Claudia Heckelei hat Wirtschaftsinformatik in Magdeburg und Essen studiert. 2006 ist sie als Consultant in der prüfungsnahen Beratung (Risk Assurance Solutions) bei PwC eingestiegen und arbeitet dort mittlerweile als Managerin.

Ein Beitrag von UNICUM Beruf

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