Karriere machen in der Hotelbranche
Der Schlüssel zum Erfolg – Wiwis in der Hotelbranche | Foto: Thinkstock/ santilli
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31. Jan 2013

Christina Scholten

Archiv

Wiwis in der Hotellerie

-ARCHIV-

Neue Jobchancen für BWL-Absolventen

Arbeiten im Fünf-Sterne-Hotel

Marmor-Treppe in der großen Eingangshalle, eine 280-m²-Präsidentensuite in der 31. Etage. Dazu der Name, Waldorf Astoria, der mehr strahlt als die fünf Sterne des Hotels am Berliner Kurfürstendamm. So sieht der Arbeitsort von Sebastian Höning aus. Doch anstatt den Fahrstuhl zu bedienen oder Tische zu decken, wie viele andere Angestellte in seinem Alter, macht der 26-Jährige mit den Kollegen Rollenspiele. Das hilft, um den Umgang mit dem Kunden zu üben, sagt er. Denn Sebastian ist Training Manager des Waldorf Astoria und bildet das Personal aus.

Schon als Kind wusste der junge Manager, dass er später zwischen Rezeption und Speisesaal arbeiten würde. "Meine Großeltern hatten selbst ein kleines Hotel und haben viel davon erzählt. In ihrem Wohnzimmer habe ich immer Hotelier gespielt." Doch nach dem Abitur entschied sich Sebastian gegen eine Ausbildung und für ein BWL-Studium an der Internationalen Hochschule in Bad Honnef. Den Tipp, die Hotelkarriere über den Umweg Hochschule zu beginnen, bekam er an einem Stand auf der Internationalen Tourismusmesse in Berlin.

Paris Hiltons Uropa als Pionier

Ein Geheimtipp, der das Zeug zum Jobtrend hat, wie Recherchen von UNICUM bei den großen Hotelketten in Deutschland ergaben. "Auch wenn sie momentan noch nicht so stark vertreten sind, wird der Anteil an Akademikern in der Branche in den nächsten Jahren steigen", prognostiziert Susanne Brandt, Human Resources Learning Manager vom The Ritz-Carlton, Berlin.

Wie gut Akademiker und die Hotelbranche zusammen passen, wusste übrigens schon Conrad Hilton. Der weltweit erfolgreiche Hotelier und Urgroßvater von Nicky und Paris Hilton lieferte bereits 1969 die finanziellen Mittel für einen Hotel-Management-Lehrstuhl an der Houston Universität. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland zahlreiche akademische Angebote. An vielen privaten Hochschulen, etwa in Bad Honnef, werden spezialisierte Studiengänge im Bereich Tourismus- und Hotelmanagement angeboten, doch auch an staatlichen Universitäten etabliert sich der Bereich immer mehr. So gibt es an der TU Dresden inzwischen sogar einen eigenen Lehrstuhl "Tourismuswirtschaft", an vielen anderen Unis wie in Lüneburg oder Trier findet man ebenfalls tourismusspezifische Schwerpunktfächer und Studienangebote.

Bewusste Entscheidung: Hotelkarriere

Dass es auch mit einem normalen BWL-Studium funktioniert, beweist die Karriere von Sabine Lohri. Die 38-Jährige bewarb sich 2004 nach einer kaufmännischen Ausbildung und dem Studium in Freiburg auf eine Stellenanzeige der Hotelkette Hilton – und wurde genommen: "Ich bin eine leidenschaftliche Reisende und liebe es, die Welt zu sehen. Da dachte ich, dass das was für mich sein könnte." Mittlerweile leitet die Schweizerin den Personalbereich für Nord-und Westeuropa der Hilton-Gruppe.

Doch all das studierte BWL-Wissen nützt trotzdem nichts, wenn man nicht weiß, wie viele Gabeln für ein Sieben-Gänge-Dinner gebraucht werden. Fachleute der Branche sind sich einig, dass vor allem die Philosophie des jeweiligen Hauses verstanden werden muss. Tobias Ragge, Geschäftsführer von HRS, einem Internet Anbieter für Hotelreservierungen, erklärt: "Die Mitarbeiter müssen sich in den Kunden hineinversetzen können, um eine optimale Beratung zu gewährleisten. Das ist oft genauso wichtig wie ein akademischer Abschluss." Deshalb hat Sebastian Höning in seiner Zeit bei seinem ersten Arbeitgeber Ritz-Carlton zusätzlich die Leitung des Frühstücks übernommen. Denn so etwas lernt man einfach nicht im Studium, sagt der erfolgreiche Absolvent, der nach dem Grundsatz lebt: "Hire for Attitude, train for skills." Persönlichkeit zähle besonders, meint der junge Training-Manager des Waldorf Astoria und ergänzt: "Für den Weg ins Hotel muss man sich ganz bewusst entscheiden."

Kurz & komapkt

  • Studiengänge im Bereich Hotellerie gibt es unter anderem an den Hochschulen in Dresden, Trier oder Lüneburg.
  • Für Uni-Absolventen warten Jobs im Online-Marketing, Vertrieb, Personalmanagement oder IT-Ingenieur.
  • Viele große Hotelketten haben hauseigene Förderprogramme für Nachwuchstalente.
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