Was nach der Uni aufhören muss
Was an der Uni noch lässig war, ist im Job unangebracht | Foto: Thinstock/IBushuev
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17. Feb 2016

Nandine Meyden

Erster Arbeitstag

Karrierekiller: Was nach der Uni aufhören muss!

Tipps vom Benimm-Coach

Karrierekiller Formsachen

Von Universitätsabgängern am meisten unterschätzt: Das freundlich gemeinte Angebot "Sie können mich auch gerne duzen" ist ein Fauxpas. Und ein potenzieller Arbeitgeber, der auf einen Anrufbeantworter mit einer Ansage wie "Hey, hier ist der Basti. Ich freu mich am meisten, wenn du mir eine Einladung zur nächsten geilen Party hinterlässt" eine Nachricht sprechen muss, ist nicht nur wegen der Partys beunruhigt.

Wer nicht auf Titel und Reihenfolgen achtet, kann den Eindruck erwecken, eine Position nicht zu akzeptieren. Wer immer noch glaubt, im Job zähle ebenfalls die Regel "Ladys first", der outet sich gleich ganz als völlig Ahnungsloser.

  • Mit jedem gleich locker umzugehen und keine Unterschiede in Alter, Rang und Status zu machen: Das muss fast immer nach der Uni aufhören.

Karrierekiller: Flirten und andere Kleinigkeiten

Es gibt Leute, die im Vorstellungsgespräch jemanden wiedertrafen, dem sie vor einen halben Stunde den Parkplatz mit rüder Geste vor der Nase wegschnappten. Oder andere, die Misstrauen durch die Art der Aufkleber auf dem Auto weckten. Oder wieder andere, die das Büro mit dem Jagdgebiet für One-Night-Stands verwechselten. Die Geschichten derer, die nach einer Affäre auf einmal merkwürdiges Verhalten bei anderen erlebten, gemobbt oder geschnitten wurden oder denen unterstellt wurde, sie hätten eine Position ja nur bekommen, weil ?, sollten jeden dazu bringen, bei Flirts im Job mehr das Hirn als die Hormone sprechen zu lassen.

  • "Irgendeiner kennt dich immer", der Satz aus Kindertagen gilt im Job noch immer – auch international kreuzen sich die Wegeimmer wieder: Das muss also nach der Uni nicht aufhören!

Karrierekiller: Kommunikation

Schon mal darüber nachgedacht, dass andere Mitarbeiter, die schon länger dort arbeiten und den Neuen überstellt sind, eigentlich keine "Kollegen" sind? Das sagt man zwar umgangssprachlich so, doch eigentlich ist es ein Ausdruck für Gleichgestellte, Gleichrangige. Peinlich, wenn dann eine E-Mail, die man selbst mit "Liebe Kolleginnen und Kollegen" begonnen hat, mit einem Einzeiler zurückkommt: "Ich bin nicht Ihr Kollege. Gezeichnet: Prof. Dr. Hans Müller."

  • Wenig Begeisterung für Smalltalk, unreflektiertes Gebrauchen oder Weglassen von Titeln: Auch das muss aufhören!

Karrierekiller: Äußeres

Selbst wer ganz locker in Jeans kommen darf: Wer den Eindruck macht, er würde nur am Spiegel vorbeischweben und irgendwie immer die gleichen Sachen tragen, wirkt nicht professionell, sondern studentisch. Doch auch ein völliges Imitieren der Vorgesetzten fällt nicht positiv auf.

Je nach Branche kann schon ein Peep-Toe oder ein Krawattenknoten, der nicht zum Hemdkragen passt, für Missfallen sorgen. Wer beobachtet, Fragen stellt und sich Informationen außerhalb obskurer Internetforen holt, der blamiert sich weniger.

  • Ein entspannter Look, der einfach nur bequem ist, muss im Schrank bleiben, sobald man in den Job einsteigt.


Karrierekiller Buchcover | Foto: Econ VerlagUNICUM Ratgeber-Tipp

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