Als Trainee ins Ausland
Zwei Trainees erzählen von ihrer Auslandserfahrung | Foto: Pixabay/Mike Wilson
Autor

10. Apr 2017

André Gärisch

Trainee

Als Trainee ins Ausland gehen?

Zwei Trainees berichten von ihrer Auslandserfahrung

Internationale Traineeprogramme bieten viele Möglichkeiten

UNICUM: Johannes, du hast an der RWTH Aachen Wirtschaftsingenieurswesen mit dem Schwerpunkt Maschinenbau studiert. Warum hast du dich im Anschluss für ein internationales Traineeprogramm bei Mahle entschieden?
Johannes Moll (28): Während meiner Praktika und der externen Bachelorarbeit hatte ich immer mit Trainees zu tun. Dabei bekam ich Einblicke in deren Tätigkeitsspektrum. Mit macht es Spaß, in verschiedenen Bereichen zu rotieren und facettenreiche Einblicke zu erhalten. Findet das Ganze nicht nur an einem Standort statt, ist das ein Vorteil. Die Gesellschaft und das Wirtschaftssystem funktionieren immer globaler. Viele Unternehmen sind weltweit mit Standorten präsent, auch bei uns ist das der Fall.

In welchem Land warst du und welche Aufgaben hast du dort übernommen?
Ich war sieben Monate lang in Slowenien, in einer Kleinstadt an der Grenze zu Italien. Dort habe ich mich dem Thema "Lean Production" angenommen. In Zusammenarbeit mit einer Unternehmensberatung führte ich den Ansatz, mit dem Potenziale der Effizienzsteigerung in der Produktionskette identifiziert werden können, ein. Besonders von den langjährigen Mitarbeitern konnte ich eine Menge lernen. Neben der Arbeit gab es viele Möglichkeiten, die Gegend zu erkunden. In gerade mal einer Stunde war ich am Meer, in den Bergen und in der Stadt Triest.

Als Trainee in Japan

Das war aber nicht dein einziger Auslandsaufenthalt ?
Nein, ich durfte in einer Stadt nahe Tokio auch die japanische Kultur kennenlernen. Sie unterscheidet sich sehr vom Rest der Welt. Im Umgang miteinander sind die Japaner viel höflicher, rücksichtsvoller und gemeinschaftsorientierter als der Westen, wo Individualität und die eigene Karriere im Vordergrund stehen. Man fragt sich in Japan immer, was man für die Gruppe beitragen kann, ohne dabei persönliche Vorteile zu berücksichtigen. Überstunden zu absolvieren ist in Japan üblich, da die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber und den Mitarbeitern enorm ist. Fachlich habe ich mit einer Technologieanalyse auseinandergesetzt. Ich habe unter anderem eine "Road Map" aufgestellt, in der ersichtlich wird, was in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich passiert. Im Vordergrund stand dabei das Thema Elektromobilität.

Inwiefern hast du profitiert von deinen Auslandsaufenthalten?
Ich habe eine tiefergehende Kenntnis über Kulturen erhalten. Umgangs- oder Respektsformen sind ein großes Thema. In Japan gibt es beispielsweise ganz spezielle Sitzordnungen – der Chef sitzt in der Mitte und die rangnächsten Mitarbeiter folgen dann mit anwachsendem Abstand. Ich wusste von dieser Regel nichts, was mich in leichte Schwulitäten brachte. In den öffentlichen Verkehrsmitteln wird immer gewartet, bis alle ausgestiegen sind, das ist in Deutschland anders. Die Übergabe von Visitenkarten ist ein ganz spezielles Zeremoniell. Es ist auch immer von Vorteil, wenn man Vertrauenspersonen in den Niederlassungen der jeweiligen Länder kennt, dadurch erhalten Anfragen ein ganz anderes Gewicht.

Könntest du dir vorstellen, auch zukünftig im Ausland zu arbeiten?
Definitiv. In Japan und Slowenien habe ich gute Erfahrungen gemacht. Natürlich spielen auch immer private Aspekte in diese Frage hinein, aber prinzipiell kann ich mir das schon vorstellen.

Als Trainee sich selbst und die Welt kennenlernen

Donatha, erzähle uns ein bisschen was zu deinem Werdegang.
Donatha Elles (27): Ich habe zunächst in Göttingen "Agribusiness" studiert, danach, im Master, "Agricultural and Food Economics" in Bonn und "Management Economics and Consumer Studies" in Wageningen, einer niederländischen Kleinstadt. Mein internationales Trainee-Programm bei Dr. Oetker mit dem Schwerpunkt Vertrieb habe ich im April 2016 am Stammsitz in Bielefeld aufgenommen.

Warum hast du dich gerade für ein internationales Traineeprogramm entschieden?
Mit bietet das internationale Trainee-Programm einfach tolle Möglichkeiten, mich auszuprobieren und meine Stärken und Schwächen zu entdecken. Durch verschiedene Projekte, die ich eigenverantwortlich umsetzen darf, und täglich wechselnde Ansprechpartner kann ich Dinge wie Flexibilität, Eigeninitiative oder Zuverlässigkeit, die in großem Maße gefordert werden, schulen. Als besonders wertvoll und bereichernd empfinde ich die vielen neuen interkulturellen Erfahrungen.

Von Deutschland nach Dänemark

In welchem Land bist du und welche Aufgaben übernimmst du dort?
Ich bin derzeit in Dänemark und wohne in Kopenhagen. Hier unterstütze ich vor allem das Team International Sales bei der Implementierung eines neuen Vertriebsprojekts. Mit ihm und den dänischen Kollegen ist der Kontakt eng. Sowohl für das dänische Team als auch für mich ist das Projekt neu – das bringt eine Menge neuer interessanter Aufgaben und Herausforderungen mit sich. Gefragt sind analytische Kompetenzen oder auch ein Verständnis für den Markt und Marken.

Was nimmst du mit aus deinem Auslandsaufenthalt?
Ich wurde von der Gesellschaft hier sehr offen empfangen und fühle mich sehr wohl. Bereits vor meiner Ankunft stand ich in engem Kontakt mit meinem dänischen Ansprechpartner. Super ist die Unterstützung, die ich zusätzlich durch die Kolleginnen und Kollegen am Stammsitz in Bielefeld erhalte. Zu Dänemark selbst kann ich nur sagen: Das Land gilt nicht umsonst als eines der lebenswertesten der Welt. Neben sehr vielen positiven Erfahrungen nehme ich etwas von der pragmatischen und unkomplizierten Lebensweise der Dänen mit.

Könntest du dir vorstellen, auch zukünftig im Ausland zu arbeiten?
Nach meinen positiven Erfahrungen kann ich mir durchaus vorstellen, im Ausland zu arbeiten. Mit dem internationalen Trainee-Programm hatte ich einen sehr guten Start in die Berufswelt. Für die Zukunft wünsche ich mir weiterhin eine Funktion bei Dr. Oetker, die ebenso durch kollegiales Miteinander und Zusammenhalt geprägt ist. Jetzt freue ich mich aber erst mal auf das anstehende gemeinsame Traineeprojekt, das wir am Ende vor der Geschäftsführung präsentieren werden.

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