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17. Feb 2016

Eva Olschewski

Arbeiten im Ausland

Karriere in Österreich und der Schweiz

Arbeiten bei unseren deutschsprachigen Nachbarn

Der Arbeitsmarkt in unseren Nachbarländern

Niedrige Steuern, eine einmonatige Probezeit und ein Zuschlag für Überstunden von 25 oder sogar 50 Prozent: Diese Vorteile genießen die 25.598 die 2014 in die Schweiz gezogenen Deutschen und die circa 18.000, die es in diesem Jahr nach Österreich verschlagen hat. Deutschlands Nachbarländer betrachten diese Entwicklung skeptisch. Schon 2013 beschränkte die Berner Regierung ein Jahr lang die Langzeit-Aufenthaltsbewilligungen von EU-Bürgern, darunter auch Deutschland. Das schweizerische Referendum Anfang 2014 zeigte: Die Mehrheit ist für eine Begrenzung der Zuwanderung.

Geplant ist, Schweizer bei der Jobvergabe künftig zu bevorzugen. Obwohl die Löhne höher sind, muss jeder 13. aller Erwerbstätigen in der Schweiz auf einen Zweitjob zurückgreifen, um die Miete und die Lebenshaltungskosten zu decken. In Österreich wird ähnlich gezahlt wie in Deutschland, doch für Berufseinsteiger liegen die Gehälter oft unter dem deutschen Durchschnitt.

In der Schweiz sind 42 Wochenstunden normal, es gibt wie in Österreich weniger Urlaubs- und Feiertage.

Jobsuche in Österreich und der Schweiz

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist mit 3,7 Prozent (Februar 2016) gering, in Österreich liegt sie bei ca. 10 Prozent. Gebraucht werden Fachkräfte in der Schweiz vor allem in der Informations- und Kommunikationstechnik-Branche sowie im Gesundheits-, Sozial- und Unterrichtswesen. In Österreich ist die Nachfrage nach Handwerkern und Krankenpflegern besonders hoch, zu den Mangelberufen gehören aber auch Ingenieure für Maschinenbau und Starkstromtechnik.

Interessierte können insbesondere in der Wochenendausgabe des Kuriers, des Standards oder der Neuen Zürcher Zeitung nach dem richtigen Job suchen. Zuhause findet man offene Stellen auch über deren Online-Portal. Natürlich halten auch gängige Jobbörsen wie das UNICUM Karrierezentrum Angebote aus beiden Ländern bereit.

Jobportale Schweiz

Jobportale Österreich

Für beide Länder

Bewerbung: Der Unterschied zu Deutschland liegt im Detail!

Inhaltlich und formell unterscheiden sich die Bewerbungsunterlagen nur im Detail von den deutschen:

  • In der Schweiz wird der Lebenslauf nicht mit dem Datum und einer Unterschrift des Bewerbers abgeschlossen.
  • Im österreichischen Anschreiben sollte man nicht den akademischen Titel des Ansprechpartners vergessen – damit ist nicht nur der Professor oder Doktor gemeint, sondern auch der Magister.
  • Noten sollten im Lebenslauf ab der Note "gut" aufwärts genannt werden.
  • Da die Persönlichkeit der Bewerber stärker im Vordergrund steht, werden Hobbys und Interessen neben den Berufserfahrungen zusätzlich betont.
  • Einige schweizerische Unternehmen verlangen sogar eine Handschriftenprobe, die auf Persönlichkeitsmerkmale analysiert wird.
  • Bewerbungsunterlagen müssen in der jeweiligen Regionalsprache, also auf Deutsch, Französisch oder Italienisch (Rätoromanisch wird nur in wenigen Regionen gesprochen), angefertigt werden.
  • Internationale Unternehmen akzeptieren aber oft auch Bewerbungen auf Englisch.

Die Bewerbungsverfahren sind den deutschen mit Vorstellungsgesprächen oder Assessment Centern sehr ähnlich. Da Deutsche von Österreichern und Schweizern oft für arrogant gehalten werden, sollten sie im Gespräch mit einer offenen, toleranten und höflichen Haltung und auch mit Wissen über das Gastland überzeugen.

Das Leben – nicht gerade günstig ...

Das Preisniveau in der Schweiz ist um ein Drittel höher als in Deutschland. Zürich und Genf gehören sogar zu den teuersten Städten der Welt. Der Wohnungsmangel in den Großstädten trägt zur hohen Miete bei – daher sollte man für die Wohnungssuche genug Zeit einplanen. In Wien sieht es ähnlich aus. Auch Lebensmittel sind in Österreich um 15 Prozent teurer.

Grundvoraussetzung der Verständigung in der Schweiz sind die jeweiligen Kantonssprachen. Andere Deutsche kennenlernen kann man über Portale wie Piefke Connection Austria, die sich in einer Xing-Gruppe für Veranstaltungen in Wien, Linz, Graz, Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck verabreden.

Wer die schöne Schweizer Natur erkunden möchte, ohne Maut-Gebühren zu zahlen, kann sich ein Halbtax-Abo kaufen, das nicht nur den Preis des Zug-, sondern auch des Schiff- und Bustickets bis zu 50 Prozent reduziert. Einkaufen sollte man vorher – je nach Kanton schließen Supermärkte samstags schon um 16 Uhr.
 

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