Karriere Schweden
Norwegen, Schweden, Dänemark: Wohin soll's gehen? | Foto: Thinkstock/Vepar5
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17. Feb 2016

Marie-Charlotte Maas

Arbeiten im Ausland

Karriere in Skandinavien

Arbeiten in Schweden, Norwegen und Dänemark

Der Arbeitsmarkt in Skandinavien

In letzter Zeit war oft von der hohen Arbeitslosenquote in Schweden die Rede. Dabei geht es um die Jugendarbeitslosigkeit, die 2016 bei 18,6 Prozent lag. In Norwegen liegt die Arbeitslosenquote bei den 15-24-Jährigen bei 3,8 Prozent, in Dänemark bei 11,1 Prozent. Auch an Skandinavien ging die Wirtschaftskrise also nicht spurlos vorüber, trotzdem werden in fast allen Branchen Fachkräfte und Akademiker gesucht.

In Dänemark haben Experten in der Informations- und Biotechnologie und der Pharmaindustrie eine Chance auf Anstellung. In Norwegen und Schweden fehlen vor allem Ärzte, Zahnärzte, Krankenpflegepersonal, Handwerker und Ingenieure. Im medizinischen Bereich ist die Nachfrage so groß, dass einzelne Regionen Recruiting-Events in Deutschland veranstalten, mit deren Hilfe sie Fachkräfte locken wollen. Und die verlassen Deutschland bereitwillig – nicht nur wegen des Geldes.

Entgegen der weitverbreiteten Annahme ist das Gehalt von Ärzten beispielsweise in Schweden sogar niedriger als in Deutschland. Dafür können die skandinavischen Länder auf geregelte Arbeitszeiten, weniger Überstunden und eine gut organisierte und günstige Kinderbetreuung verweisen.

Erforderliche Sprachkenntnisse in Schweden, Norwegen und Dänemark

In Skandinavien sprechen alle Englisch. Das ist kein Klischee, sondern die Wahrheit. Grundkenntnisse in der Landessprache sind für die meisten Arbeitgeber dennoch ein Muss. Es ist also empfehlenswert, sich bereits vor der Bewerbung einige Brocken anzueignen. Einen Intensivkurs kann man vor Ort machen.

Wer zum Beispiel in Schweden eingewandert ist und dort seinen dauerhaften Wohnsitz hat, bekommt eine Personennummer und kann dann an einem kostenlosen Sprachkurs teilnehmen. Wenn doch Gebühren anfallen, werden diese teilweise von den Arbeitgebern übernommen. Auch bei der Wohnungssuche bekommen neue Mitarbeiter oft Unterstützung, weil eben händeringend Leute gesucht werden.

Jobsuche im hohen Norden

Wer bereits zu Hause auf Stellensuche gehen möchte, kann sich in zahlreichen Online-Foren umschauen. Fast alle Internetseiten gibt es auch in der englischen Version, einige sogar auf Deutsch. Auch Initiativbewerbungen sind möglich, in Norwegen beispielsweise werden viele offene Stellen gar nicht erst gemeldet – ein Versuch ist es also wert!

Nützliche Links:

So bewirbst du dich richtig

Auch wenn in Skandinavien Englisch gesprochen wird, ist es besser, die Bewerbungen in der Landessprache zu verfassen. Achtung: Anschreiben und Lebenslauf sollten kurz und knapp, jeweils maximal zwei Seiten lang sein.

Der Inhalt der Bewerbungsmappe ähnelt der in Deutschland. Neben Daten zur Person, dem Verlauf der Ausbildung und der Angabe von Fremdsprachen- und EDV-Kenntnissen ist vor allem eine Auflistung der bisherigen Berufserfahrung wichtig. Jede relevante Arbeit oder Anstellung sollte knapp und prägnant beschrieben werden – die neueste zuerst. Auch die Arbeitserfahrung in Teilzeit- oder Ferienjobs oder ehrenamtliches Engagement gehört dazu.

In Skandinavien ist es üblich, in der Bewerbung Referenzen anzugeben. Beispielsweise aktuelle oder frühere Arbeitgeber, die sich auf Nachfrage des potenziellen Arbeitgebers telefonisch oder schriftlich zum Bewerber äußern. Bei Jobanfängern können auch Betreuer von der Uni genannt werden.

Zwischen den einzelnen Ländern gibt es aber auch Unterschiede: Während in Dänemark und Schweden Zeugnisse der Bewerbung in Kopie beigelegt werden, müssen sie in Norwegen höchstens auf Anfrage in Kopie und in norwegischer Übersetzung zugesendet werden. Die Übersetzungen sollte man beglaubigen lassen und sinnvollerweise auch eine Erklärung zum Notenspiegel beifügen, denn das skandinavische System unterscheidet sich komplett vom deutschen. Fotos auf dem Lebenslauf sind übrigens nicht notwendig, in Dänemark sogar unüblich.

Kommt es zu Vorstellungsgesprächen, sollte man sich nicht über die Themen wundern: Fragen nach den persönlichen Verhältnissen, Ehe, Kindern, der Familienplanung, dem Umgang mit Alkohol und Tabak und der finanziellen Situation sind nicht unüblich. Und nicht vergessen: In Skandinavien duzt man sich.
 

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