Architektur Gehaltsmöglichkeiten
Wie bei vielen Berufen wird auch das Gehalt des Architekten von mehreren Faktoren beeinflusst | GettyImages/jacoblund
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29. Okt 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Architekten: Gehalt und Berufsbild

Eine Orientierungshilfe

Sie ist wichtig und zugleich gefürchtet: Die Frage, wie viel man in einem bestimmten Beruf überhaupt verdienen kann. Diese Frage stellt man sich meistens schon bei der Suche nach einem geeigneten Beruf bzw. der eigenen beruflichen Zukunft. Auch in Vorstellungsgesprächen brennt diese Frage auf der Zunge jeden Bewerbers und doch ist sie oft ziemlich schwer zu stellen.

Das Einstiegsgehalt der Architekten

Bei dem Beruf des Architekten ist das nicht anders. Architekten gehören zu dem Bereich des Ingenieurwesens, aber trotzdem verdienen sie deutlich weniger als die Ingenieure.

Mit einem Bachelor-Abschluss kannst du als Architekt / Architektin um die 32000 Euro brutto im Jahr verdienen. Hast du einen Master-Abschluss steigt das Jahreseinkommen auf 34000 Euro brutto. Mit einem Bachelorabschluss besteht zwar die Möglichkeit z.B. in Planungsbüros zu arbeiten, die Architektenkammer kennt aber erst eine Regelstudienzeit ab vier Jahren als berufsqualifizierend an, daher wird ein Masterabschluss empfohlen, um bessere Gehalt- und Aufstiegsmöglichkeiten zu haben.

Architekten, die gerade von der Universität kommen, können in Deutschland jährlich mit einem Einstiegsgehalt zwischen 34000 und 53000 Euro brutto rechnen. Im Monat sind das zwischen 2300 Euro bis 5300 Euro brutto. Es besteht zwar auch die Möglichkeit einen Tarifvertrag in der Architektenbranche zu erhalten, doch nur ein sehr geringer Anteil der Architekturbüros in Deutschland gehören dem Arbeitgeberverband an, der diesen Tarifvertrag anbietet. Dieser ist nicht allgemein verbindlich, die Bundesarchitektenkammer (BAK) gibt jedoch jährlich eine unverbindliche Gehaltsempfehlung, die als eine gute Orientierung für die eigenen Gehaltsvorstellungen dienen kann. Die BAK führt außerdem regelmäßige Umfragen zu der tatsächlichen Einkommenssituation der Architekten durch, da Architekten außerhalb des Tarifvertrages ihr Gehalt meist frei verhandeln können.

Unterschiedliche Branchen und unterschiedliche Verdienstmöglichkeiten

Freischaffende Architekten, die von verschiedenen Büros beauftragt werden, können zum Beginn ihres Berufslebens mit einem Gehalt von 55 bis 65 Euro brutto pro Stunde rechnen. Mit der Zeit und mehr Erfahrung kann dieses Gehalt bis zu 90 Euro brutto steigen. Hier gilt, je mehr Angestellte und Freiberufler in einem Architektenbüro arbeiten, desto höher kann das Honorar ausfallen. Freiberufliche Architekten eröffnen in der Regel auch gerne eigene Büros. Wie in vielen Berufen und Branchen ist die Selbstständigkeit auch hier eine Herausforderung. Mit viel Geduld und mit mehr Mitarbeitern kann man auch mit der Zeit mehr Gewinne verbuchen. Auch Innenarchitekten arbeiten oft freiberuflich.

Die Mehrzahl der Architekten arbeiten in Deutschland bei der Planung von Gebäuden, die Berufsgruppe umfasst aber auch Landschaftsarchitekten, Innenarchitekten und Stadtplaner. Stadtplaner beispielsweise vereinen mehrere Bereiche in ihrer Tätigkeit, daher sind hier die Gehaltsmöglichkeiten vergleichsweise größer als bei den anderen Bereichen.

Diese Faktoren beeinflussen das Gehalt des Architekten

Wie bei allen Berufen kann man auch bei dem Berufsbild des Architekten nicht pauschal eine Aussage über das Gehalt treffen. Viele unterschiedliche Faktoren können die Höhe des Gehalts beeinflussen. Beispielsweise, ob du bereits Erfahrungen gesammelt während deines Studiums bei einem Praktikum oder bei Auslandsaufenthalten hast. Ebenso welchen Abschluss du vorweisen kannst sowie die Branche und der Arbeitsort. Auch die wirtschaftliche Lage beeinflusst die Arbeitssituation des Architekten. Aus diesem Grund machen sich viele Architekten mit der Zeit selbstständig, weil die Bauwirtschaft immer wieder starken Schwankungen unterliegen kann. Die Konsequenz daraus ist, dass weniger Architekten eingestellt werden.

Bei der Suche nach neuen Jobs, solltest du dir als Architekt daher genau überlegen, bei welchem Arbeitgeber du arbeiten möchtest, da dies deine Gehaltsperspektiven beeinflusst. Arbeitest du z.B. in der gewerblichen Wirtschaft als Architekt, kannst du bis zu 15000 Euro brutto im Jahr mehr verdienen als beispielsweise in einem Architektenbüro.

Was macht eigentlich ein Architekt?

Diese Frage lässt sich gar nicht so einfach beantworten, da dieses Berufsbild einem ständigen Wandel unterliegt. Somit wird die Architektur zu einer sehr vielfältigen aber auch herausfordernder Tätigkeit.

Der Architekt ist für die funktionale, technische,wirtschaftliche und gestalterische Planung sowie die Einrichtung von Gebäuden und Bauwerken zuständig. Dazu zählt neben der Bauplanung vor allem auch die ästhetische und effiziente Gestaltung von Bauten sowie die Überwachung und Ausführung von Bauplänen. Somit ist die Architektur ein Teil der Ingenieurwissenschaften sowie auch ein Bestandteil der bildenden Künste.

Um Architekt zu werden muss ein Studium absolviert werden. In Deutschland werden verschiedene Studiengänge wie z.B. Architektur oder Stadtplanung angeboten, um den Beruf zu erlernen. Mit dem Bachelorabschluss qualifizierst du dich nur für den Bereich des Bauens und Planens. Hast du jedoch den Masterabschluss in der Tasche, hast du die wichtige Zugangsvoraussetzung, um alle Bereiche des Berufs ausüben zu können. Offiziell Architekt bist du erst dann, wenn du dich in die Architektenliste der Architektenkammer des Bundeslandes eingetragen hast.

Diese Skills solltest du als Architekt vorweisen:

  • Analytische Fähigkeiten
  • Gutes Zeitmanagement
  • Zielorientierte und strukturierte Arbeitsweise
  • Hohe Belastbarkeit und Stressresistenz
  • Teamfähigkeit

Aufgabenbereiche

Als Architekt kannst du Teil der Bauplanungsphase oder der Ausführungsphase bei einem Entwurf sein. Bist du in der Bauplanungsphase zuständig, bist du in das Baumanagement integriert und kannst sogar die Bauleitung, die Objektbetreuung oder die Dokumentation übernehmen. Arbeitest du als Innenarchitekt, kommst du erst nach der Fertigstellung des Objekts zum Einsatz.

Architekten befinden sich somit  an der Schnittstelle zwischen dem Auftraggeber, den Behörden und den Ausführenden. Der Architekt übernimmt dabei die Rolle der Projektsteuerung, der Vertretung des Bauherrn sowie die Koordination zwischen den einzelnen Parteien.

Verschiedene Spezialisierungen möglich

In der Regel übernimmst du als Architekt nicht alle Schritte vom Gebäudeentwurf bis hin zur Objektüberwachung, sondern du spezialisierst dich auf einen Bereich.

Zu dem künstlerisch-kreativen Bereich zählt vor allem der Gebäudeentwurf und die Raumplanung. Du bist für das künstlerische und das Design zuständig. In dem Bereich, in dem sich alles um den Bau dreht, gehört beispielsweise die Bauabrechnung, die Baubiologie oder die Bauleitung. Du betreust also deine Projekte auch mal direkt vor Ort und bist mitten im Geschehen. Im Projektbereich leitest du die Projekte mit deinem Organisationstalent und bist für die gesamte Ausführungsplanung zuständig. Hier ergeben sich auch die größten Aufstiegschancen, z.B. zum Projektmanager oder sogar zum Geschäftsführer.

Möchtest du dich als Architekt lieber selbstständig machen, solltest du eine ordentliche Portion unternehmerische Kompetenz und auch Berufserfahrung mitbringen. Von großem Vorteil an dieser Stelle ist ein großes Netzwerk, das dir bei steuerlichen, juristischen und betriebswirtschaftlichen Fragen und Problemen zur Seite steht. Auch ein Netzwerk aus potentiellen Kunden verhilft dir aus der Selbstständigkeit schnell Profit zu schlagen.

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