Ausbildung Immobilienkaufmann
Immobilienkaufleute verhelfen ihren Kunden zur Wunschimmobilie | GettyImages/Ridofranz
Autor

18. Okt 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Ausbildung Immobilienkaufmann

Mit Verkaufstalent zum Ziel

Der Beruf des Immobilienkaufmanns (m/w) passt zu dir, wenn:

  • du mit echtem Verkaufstalent überzeugst.
  • deine Leidenschaft für Häuser und Architektur grenzenlos ist.
  • du offen und selbstbewusst auf deine Kunden zu gehst.
  • du einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag bevorzugst.
  • dir gute Verdienstmöglichkeiten besonders wichtig sind.
  • esdir nicht schwerfällt, dich in andere Menschen hineinzuversetzen.
  • Mathe und Wirtschaft deine Lieblingsfächer sind.
  • du kein Problem hast auch mal am Wochenende zu arbeiten.

Der Ausbildungsablauf

Wie bei vielen kaufmännischen Berufen handelt es sich auch bei dem Immobilienkaufmanns um eine duale Ausbildung. Du lernst also gleichzeitig in einer Berufsschule die Theorie und in deinem Ausbildungsbetrieb alles was du in der Praxis wissen musst. Die Ausbildung dauert bis zu 3 Jahre. Hast du besonders gute Noten oder bringst bereits einige Erfahrungen mit, kannst du die Ausbildungsdauer auf 2 bis 2,5 Jahre verkürzen. Wenn du dich für den Ausbildungsberuf entschieden hast, benötigst du in der Regel keinen bestimmten Schulabschluss, theoretisch kannst du die Ausbildung sogar ohne Schulabschluss beginnen. Die meisten Azubis starten jedoch mit einem Abitur, einem (Fach-) Abitur oder auch einer mittleren Reife in den neuen Job. In deinem zweiten Ausbildungsjahr absolvierst du eine schriftliche Zwischenprüfung. Am Ende des dritten Ausbildungsjahres kommen dann die Abschlussprüfungen auf die Azubis zu, die aus drei schriftlichen und einer mündlichen Prüfung bestehen. Hast du alle Prüfungen erfolgreich gemeistert, darfst du dich ab sofort als staatlich anerkannte / -r Immobilienkauffrau / Immobilienkaufmann bezeichnen. Für den Ablauf und die Betreuung der Ausbildung sowie für die Abnahme der Prüfungen dieser Berufe ist die IHK (Industrie- und Handelskammer) zuständig.

Für die duale Ausbildung zum Immobilienkaufmann / -frau wird empfohlen, gute Noten in Fächern wie Mathematik oder Wirtschaft zu haben. Kenntnisse in diesen Bereichen erhöhen deine Chancen auf die beliebten Ausbildungsplätze. Auch Fähigkeiten wie Durchhaltevermögen und Überzeugungskraft bei Beratungsgesprächen vereinfachen dir deinen Arbeitsalltag und werden in bei diesem Beruf besonders großgeschrieben. Auch solltest du dich gut in deine Kunden hineinversetzen können, um ihnen alle ihre Wünsche bei der Suche nach einer neuen Immobilie zu erfüllen. In deiner Ausbildung lernst du z.B. alles über Baumaßnahmen. Dazu gehören die Planung und Betreuung von Neubau-, Sanierungs- oder Modernisierungsprojekten. Auch lernst du die technische und bauliche Instandhaltung von Gewerbeobjekten zu organisieren, die du zusammen mit der Bauabteilung und dem Facility Management betreust. Beim Thema der Finanzierung entwickelst du dich zum echten Profi. Du stellst Finanzierungspläne für deine Kunden auf und führst Investitions- und Wirtschaftlichkeitsberechnungen durch. Ein weiterer wichtiger Themenkomplex umfasst die Vermietung. Hier erlernst du wie man Mietpreise richtig kalkuliert und wie Heiz- und Betriebskosten abgerechnet werden.

Vor Beginn deiner Ausbildung solltest du dir schon genau überlegen, in welchem Ausbildungsbetrieb du gerne deine Ausbildung absolvieren möchtest. Es macht natürlich einen Unterschied, ob du in einem großen Unternehmen arbeitest, in dem du viele verschiedene Abteilungen durchlaufen kannst, oder in einem kleinen Immobilienbüro, in dem die Vielzahl von Eindrücken natürlich geringer ist, dir aber immer ein fester Betreuer zur Seite steht. Der Arbeitsalltag als Immobilienkaufmann ist sehr abwechslungsreich, da du nicht nur am Schreibtisch arbeitest, sondern bei Außenterminen viel Kontakt mit Menschen hast und ab und zu auch Dienstreisen antrittst.

Die Aufgaben und Einsatzgebiete von Immobilienkaufleuten

Immobilienkaufleute haben viele verschiedene Aufgaben. Zum einen sind sie für den Kauf, die Vermittlungen von Objekten, der Sanierung oder dem Bau von Immobilien und deren Verwaltung zuständig. Außerdem gehören Besichtigungen und Beratungsgespräche mit Kunden zu einer anderen sehr wichtigen Aufgabe. Finanzierungsfragen deiner Kunden solltest du hier souverän beantworten können. Mit deinem Verkaufstalent verhilfst du ihnen dann zu ihrem neuen Traumobjekt. Mit der Zeit und mehr Erfahrung betreust du dann einen großes Immobilienportfolio und sorgst für die Zufriedenheit deiner Kunden. Stehen Wohnungen oder Häuser längere Zeit leer, lässt du Instandhaltungsmaßnahmen durchführen und verhilfst ihnen zum neuen Glanz, um schnell neue Mieter zu finden.

Hast du erfolgreich Mieter oder Käufer für dein Objekt gefunden, hast du in deiner Ausbildung gelernt, wie man Verträge unterschriftsreif vorbereitet. Neben Besichtigungen und Kundengesprächen planst du auch Werbeaktionen und erstellst Exposés.

Immobilienkaufleute können in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Neben Wohnungsbauunternehmen oder bei Immobilienmaklern, arbeiten sie auch in Immobilienbauabteilungen von Banken oder Versicherungen oder sind auch in der öffentlichen Verwaltung zu finden.

Das Gehalt

Mit der Ausbildung zum / zur Immobilienkaufmann / Immobilienkauffrau hast du finanziell schon einmal eine sehr gute Entscheidung getroffen, da dieses Berufsbild bei den Gehältern der Ausbildungsberufe ziemlich hoch einzuordnen ist. In deinem ersten Ausbildungsjahr kannst du im Monat mit einem Gehalt von 780 Euro brutto rechnen. Im zweiten Ausbildungsjahr steigt dein Gehalt monatlich auf 890 Euro brutto und im letzten Jahr kannst du dich im Monat auf einen Verdienst von bis zu 1000 Euro brutto freuen.

Nach erfolgreichem Abschluss deiner Ausbildung steht dir ein großer Gehaltssprung bevor. Das Einstiegsgehalt des Immobilienkaufmanns liegt in der Regel monatlich zwischen 1800 und 2400 Euro brutto. Somit wirst du in die niedrigste Gruppe für Angestellte mit abgeschlossener Berufsausbildung eingeordnet. Mit der Zeit und immer mehr Erfahrung kann sich dein Verdienst immer noch weiter verbessern. Wie viel du im Endeffekt verdienst, hängt natürlich auch von der Größe deines Arbeitgebers, deiner Erfahrung, der Branche und deiner Verantwortung ab. Auch ist entscheidend, ob du in deinem Betrieb tariflich gebunden bist oder nicht. Das ist auch oft von der Region abhängig, in der du arbeitest. Arbeitest du z.B. im Rechnungswesen oder in der Buchhaltung, ist dein Gehalt von vornherein schon festgelegt. Arbeitest du aber im Verkauf oder der Vermietung, kannst du auch regelmäßig mit Provisionen zusätzlich zu deinem Gehalt rechnen. Bist du also sehr erfolgreich in dem was du tust, kannst du dich auch über einen höheren Verdienst freuen.

Weiterbildungen als Karriere-Booster

Wie bei vielen Jobs hast du auch als Immobilienkaufmann die Möglichkeit, durch Weiterbildungen deine Karriere anzukurbeln und für bessere Gehaltschancen zu sorgen. Die Investition in die Zeit und den Aufwand einer Weiterbildung lohnen sich allemal.

Die Weiterbildung zum Immobilienfachwirt ermöglicht es dir, eine höhere und leitende Funktion einzunehmen. Somit steigen natürlich auch deine Verdienstmöglichkeiten auf bis zu 3000 Euro brutto im Monat. Hier hast du die Wahl ob du die Weiterbildung in Vollzeit oder auch berufsbegleitend absolvieren möchtest, abhängig davon dauert sie dann zwischen 3 Monaten und 2 Jahren.

Möchtest du nach deiner dualen Ausbildung noch ein Studium anhängen, kannst du dich für das weiterführende Studium "Immobilienbetriebswirt / - in" entscheiden. Hier vertiefst du Themen wie Management, Wertermittlung und internationales Immobiliengeschäft. Ebenfalls hast du z.B. die Wahl zwischen den Studiengängen Business Administration oder BWL sowie dem dualen Studium Immobilienwirtschaft.

Hattest du schon immer die Selbstständigkeit im Blick, kannst du mit bereits ausreichender Praxiserfahrung dein Wunsch in die Tat umsetzen. Hast du dich für diesen Weg entschieden, richtet sich dein Gehalt an den Provisionen, die du bei erfolgreicher Vermittlung erhältst.

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