Die Automobilkaufmann Ausbildung
Du überzeugst deine Kunden mit echtem Verkaufstalent | GettyImages/vadimguzhva
Autor

15. Okt 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Automobilkaufmann Ausbildung

Der Beruf im Überblick

Der Beruf des Automobilkaufmanns (w/m) passt zu dir, wenn:

  • Technik dich schon immer interessiert hat.
  • du ein echtes Verkaufstalent bist.
  • du Kundenberatung und Verkaufsgespräche mit links absolvierst.
  • Deutsch, Mathe und Wirtschaft deine Lieblingsfächer sind.
  • du mit deiner Eigeninitiative jeden beeindruckst.
  • der Kunde für dich immer König ist.

Die duale Ausbildung 

Bei dem kaufmännischen Beruf des Automobilkaufmanns handelt es sich um eine duale Ausbildung. Du verbringst also einen Teil deiner Ausbildung in einer Berufsschule, den anderen Teil in einem Betrieb. So wird gewährleistet, dass du dein Wissen aus der Berufsschule direkt in der Praxis in deinem Betrieb anwenden kannst. In der Regel dauert die Ausbildung bis zu drei Jahren. Wenn du besonders gute Leistungen erbringst oder bereits Erfahrungen gesammelt hast, besteht die Möglichkeit die Ausbildungsdauer auf zwei bis zweieinhalb Jahre zu verkürzen. Die Ausbildung zum Automobilkaufmann / zur Automobilkauffrau kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss beginnen, in der Regel besitzen die Azubis jedoch eine mittlere Reife oder das (Fach-) Abitur. Da du eine kaufmännische Ausbildung beginnst sollten Fächer wie Mathematik zu deinen Stärken gehören, Kostenrechnung steht nämlich unter anderem auf deinem Stundenplan. Auch Deutsch und ein gewisses Sprachtalent werden empfohlen, um deine Kunden mit deinen Fähigkeiten zu überzeugen. Empfehlenswert ist es außerdem, wenn du ein gewisses Fingerspitzengefühl für den Umgang mit Menschen besitzt, da du täglich in deinem Arbeitsalltag mit ihnen in Kontakt stehst.

Duale Ausbildungsplätze findest du beispielsweise in Autohäusern bei Automobilherstellern oder Importeuren.

In der Berufsschule lernst du die Bereiche der Buchführung, der Kundenberatung und der Lagerwirtschaft genauer kennen. Die Lagerwirtschaft beinhaltet Warenlieferungen und die Prüfung von Rechnungen, die Lagerung von Waren sowie die Durchführung von Inventuren.

Während der Ausbildung musst du eine schriftliche Zwischenprüfung bestehen und am Ende der Ausbildung drei schriftliche und eine mündliche Abschlussprüfung meistern. Hast du diese erfolgreich bestanden, darfst du dich staatlich anerkannter Automobilkaufmann / -frau nennen und bei Autohäusern, Autovermietungen oder Automobilherstellern arbeiten. Die zuständige Stelle während deiner Ausbildung ist entweder die IHK (Industrie- und Handelskammer) oder die HWK (Handwerkskammer). Entscheidest du dich für einen Industriebetrieb während deiner Ausbildung, dann ist die IHK für dich verantwortlich, vor dieser musst du dann auch deine Prüfung ablegen. Ist es doch ein Handwerksbetrieb geworden, erhältst du am Ende deiner Ausbildungszeit von dieser zuständigen Stelle dein Zeugnis.

Deine Aufgabenbereiche als Automobilkaufmann / - frau

Als Automobilkaufmann / Automobilkauffrau bist du für viele verschiedene kaufmännische Aufgaben im Automobilunternehmen zuständig. Du führst Beratungsgespräche mit Kunden durch, verkaufst Autos sowie das passende Zubehör oder setzt neue Leasingverträge auf. Es gehört auch zu deinen Aufgaben deinen Kunden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Finanzierungsarten zu unterbreiten. Neben dem Verkauf bist du auch für Marketingaktionen, deren Planung und Durchführung, verantwortlich. Nach deinem erfolgreichen Abschluss deiner Ausbildung bist du ein echter Profi in den Bereichen Personalwirtschaft, Betriebsorganisation und Arbeitssicherheit. Daher bist du auch für bürowirtschaftliche Abläufe in deinem Betrieb sowie für die Wahrung des Datenschutzes zuständig. Dein Beruf hat somit nicht nur etwas mit Autos im Allgemeinen zu tun, sondern auch mit vielen kaufmännischen Aufgabenbereichen. Dazu gehört es, Rechnungen aufzustellen, Aufträge zu bearbeiten, die Buchführung sowie Zulassungen und Abmeldungen vorzunehmen.

Das Gehalt während und nach der Ausbildung

Dein Gehalt während des Ausbildungsberufs ist von mehreren Faktoren abhängig. Beispielsweise, ob dein Unternehmen an einen Tarifvertrag gebunden ist, in welchem Bundesland du deine Ausbildung beginnst und in welcher Branche du letztendlich arbeitest. Arbeitest du während deiner Ausbildung in einem tarifgebundenen Betrieb ist dein Ausbildungsgehalt tariflich festgelegt. Während deines ersten Ausbildungsjahres verdienst du im Monat zwischen 500 und 890 Euro brutto, im zweiten Ausbildungsjahr sind es schon 540 bis 920 Euro brutto monatlich, und im letzten Ausbildungsjahr kannst du im Monat bis zu 1020 Euro brutto verdienen.

Nach deiner Ausbildung zum Automobilkaufmann / -frau hängt dein Einkommen von Faktoren wie Berufserfahrung, Branche und Betrieb ab. Dein Einstiegsgehalt wird dann über deine tarifliche Vergütungsgruppe geregelt. Je nach Branche verdienst du im Monat zwischen 1600 und 3000 Euro brutto. Im Durchschnitt verdienst du als Automobilkaufmann im Monat bis zu 2000 Euro brutto.

Das Gehalt orientiert sich aber natürlich auch immer an deinen Aufgabenbereichen und der Verantwortung, die du besitzt. Wie in vielen Berufen steigen die Gehaltsmöglichkeiten, je mehr Verantwortung du in deinem Betrieb erhältst. Automobilkaufleute im Bereich der Fachberatung verdienen beispielsweise im Monat durchschnittlich 2700 Euro brutto. Natürlich macht es sich bei deinem Lohn auch bemerkbar, ob du bei einem großen Automobilhersteller oder einem kleinen Betrieb arbeitest. Möchtest du noch weiter hinaus und deine Karriere vorantreiben, verbessern verschiedene Weiterbildungen oder Spezialisierungen dein Einkommen. 

Karrierechancen durch Weiterbildungen

Automobilkaufleute haben durch zahlreiche Weiterbildungen und Spezialisierungen die Chance den erhofften Karrieresprung zu wagen.

Eine Weiterbildung zum Betriebswirt im Kraftfahrzeuggewerbe ermöglicht dir Fach- und Führungsaufgaben auf mittlerer Ebene zu übernehmen. Die Weiterbildung lässt sich optimal berufsbegleitend absolvieren und umfasst ca. 11 Monate. Während dieser erlangst du branchenspezifische Kenntnisse der Betriebswirtschaft. Nach diesem Lehrgang hast du noch bessere Chancen auf eine Führungsposition. Hast du eher ein Auge auf den Verkauf geworfen, kannst du dich mit der Weiterbildung als geprüfter Automobilverkäufer in diesem Bereich spezialisieren. Diese dauert 6 Monate und in der Regel werden die Kosten von deinem Arbeitgeber übernommen.

Sogenannte Qualifizierungslehrgänge ermöglichen es dir als Automobilkaufmann dich auf ein bestimmtes Fachgebiet zu spezialisieren. Denkbar wären Bereiche wie der Handel, der Verkauf oder das Marketing. 

Wenn du nach deiner dualen Ausbildung ein Studium in Betracht ziehst, wirst du in der Betriebswirtschaft im KFZ-Gewerbe oder auch in der Automobilwirtschaft fündig.

Hast du mehr Erfahrung gesammelt und bringst die nötigen Voraussetzungen mit, dann besteht die Möglichkeit in Führungspositionen mehr Verantwortung zu übernehmen, beispielsweise als Betriebs- oder Abteilungsleiter sowie als Geschäftsführer

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