Spannende Berufe im Modebusiness
Nicht immer nur Designer: Viele Wege führen ins Modebusiness | Foto: Thinkstock/scyther5
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10. Okt 2014

Marie-Charlotte Maas

Berufsbilder

Berufe in der Modebranche

Wir haben uns für euch im Modebusiness umgehört

Renee Billkrantz (34), Einkäuferin bei P&C

"Nach meinem Studium International Business Studies in Paderborn begann ich mit meinem Fashion Management Traineeprogramm bei der Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf. Während des Programms lernte ich in drei verschiedenen Verkaufshäusern die Bereiche Verkauf und Einkauf kennen. Die Zeit im Verkauf ist wichtig, um Kundenbedürfnisse kennenzulernen. Als Einkäuferin muss ich meinen persönlichen Geschmack zurückstellen und überlegen, was dem Kunden gefallen könnte.

Seit vier Jahren arbeite ich nun in Düsseldorf in der Zentrale. In meiner Funktion bin ich maßgeblich dafür verantwortlich, welche Kleidung in unserer Abteilung verkauft werden soll. Um mir ein Bild von den aktuellen Kollektionen der Marken zu machen, fahre ich einmal im Monat in die Showrooms, sichte dort die aktuelle Ware und stelle das Sortiment zusammen. Für die Gestaltung der P&C Eigenmarken ist Kreativität gefragt. Um mir Inspirationen zu holen, fahre ich auf Mode- und Stoffmessen im In- und Ausland, lese in Modemagazinen oder gehe auf Inforeisen in die Modemetropolen.

Momentan mache ich mir Gedanken über die Kollektion für den Sommer 2013. Neben der kreativen Seite gehören auch Preisverhandlungen, Sortimentsanalysen, Budgetverwaltung und weitere administrative Dinge zu meinen Aufgaben."
 


Josephin Neumann (28), H&M Store Manager

"Seit fünf Jahren arbeite ich bei H&M, seit einem Jahr bin ich Store Manager in Potsdam. Ich bin eine Quereinsteigerin. In Leipzig habe ich Amerikanistik mit den Nebenfächern Soziologie und Kommunikationswissenschaften auf Magister studiert. Schon während meines Studiums habe ich im Verkauf gejobbt: In Leipzig habe ich in einem Schuhgeschäft gearbeitet und irgendwann eine kleine Filiale ganz alleine betreut. Das hat mir viel Spaß gemacht und so entstand auch der Wunsch, im Handel zu arbeiten.

Zu meinen täglichen Routinen gehören ein morgendliches Meeting mit meinen Abteilungsmanagern und ein anschließender Rundgang durch das Geschäft. Dabei gebe ich Feedback zu den einzelnen Abteilungen und bekomme wichtige Informationen von meinen Kollegen. Wichtig ist es nämlich, umgehend die Bedürfnisse der Kunden zu erfassen und immer über deren Nachfragen informiert zu sein. Gerne im Team zu arbeiten ist daher eine unverzichtbare Eigenschaft, da man viel mit Menschen zu tun hat.

Ich trage nicht nur die Verantwortung dafür, dass alle Abläufe im Laden organisiert sind, sondern auch für den Look des Geschäftes, sowohl im Innenraum als auch in den Fenstern."
 


Ulrich Planer (29), Graphic Designer Apparel Teamsport bei PUMA

"Bis 2007 habe ich an der FH Würzburg- Schweinfurt Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Grafikdesign studiert. Seit Dezember 2010 arbeite ich bei PUMA in Herzogenaurach im Bereich ?Textilien?.

Meine Aufgabe ist es, zusammen mit den Designern aus meinem Team neue Produkte wie zum Beispiel Trikots oder Trainingsjacken zu entwerfen. Wenn wir ein neues Fußballtrikot entwerfen, überlegen sich die Designer den Schnitt und ich entwickle am Computer dazu die Details: Sollen die Streifen breit oder schmal aussehen? Nachdem ich die Grafik erstellt und einen Vorschlag gemacht habe, wie das Trikot aussehen könnte, wird zunächst an einer unserer Produktionsstätten eine kleine Anzahl an Muster-Trikots gefertigt. Diese werden dann noch einmal geprüft und von anderen Abteilungen, wie dem Marketing, bewertet. Erst wenn alle zufrieden sind, geht das Trikot in die Produktion.

Um mir Ideen für meine Entwürfe zu holen, gehe ich häufig auf Recherche- und Inspirationsreisen. Vergangenes Jahr war ich in Brasilien, wo dieses Jahr die Fußball-Weltmeisterschaft stattfand. Auch regelmäßige Abstecher in unsere Fabriken gehören zu meinem Aufgabengebiet. Meine Arbeit bei PUMA ist für mich so faszinierend, als wäre ich ein Kind auf einem großen Spielplatz: Grafik, Lifestyle, Mode und Sport, vor allem Fußball, sind meine Leidenschaften."
 


Sabina Köhl (37), Visual Merchandiser

"Seit 12 Jahren arbeite ich als Visual Merchandiser, seit neun Jahren bin ich selbstständig. Als Visual Merchandiser gestalte ich das Gesamtbild eines Ladens, um so den Kunden vom Angebot zu überzeugen. Ich überlege, wo welche Ware idealerweise platziert wird. Wie ich sie hinlege, wie sie gefaltet wird, damit sie besonders schön aussieht, welche Farben und Stoffe nebeneinander liegen sollen und was die Schufensterpuppen tragen.

Bei der Gestaltung darf ich nicht nach meinem eigenen Geschmack gehen, sondern muss darauf achten, das Gesicht der Firma zu zeigen. Als Freiberuflerin reise ich viel. Ich habe Shops in Dubai, Russland und China gestaltet, für Joop, Adidas, Armani und H&M gearbeitet. Das ist spannend, aber auch anstrengend. Es kann vorkommen, dass ich bis zu 17 Stunden am Stück an einem Auftrag arbeite. Ich verrücke Gegenstände, verändere Wandmodule und das oft ganz alleine. Ich krieche unter die Möbel und mache mich dreckig. Glamourös ist mein Job eher nicht, auch wenn man für bekannte Marken arbeitet und ab und an Partys oder Messen besucht.

Mein Job ist es, eine subtile psychologische Überzeugungsarbeit zu leisten mit dem Ziel, den Umsatz des Ladens zu steigern. Selbst ich als Profi falle manchmal darauf herein, auch wenn ich die kleinen Tricks natürlich kenne."
 

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