Biologielaborant / -in: Die wichtigsten Infos zum Beruf
Als Biologielaboratin und Biologielaborant ist entsprechende Schutzkleidung absolut unverzichtbar. | Foto: Jovanmandic/Getty Images
Autor

12. Dez 2018

Jennifer Schreder

Berufsbilder

Biologielaborantin und -laborant: Berufseinstieg, Gehalt und Zukunftsperspektiven

Biologielaborant / -in solltest du werden, wenn?

  • du gerne experimentierst
  • Tierversuche für dich kein Tabu sind
  • du technisch-physikalisches Interesse und Verständnis hast
  • die Arbeit im Team dich motiviert
  • du perfektionistisch veranlagt bist
  • dich keine Allergien gegenüber pflanzlichen oder tierischen Bestandteilen plagen

Einsatzgebiete von Biologielaboranten

Biologielaborantinnen und Biologielaboranten arbeiten vor allem in der biologischen und medizinischen Forschung. Aber auch in der angewandten Medizin und im Gesundheitswesen trifft man regelmäßig auf Biologielaboranten. In der freien Wirtschaft allerdings begegnet man ihnen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Die Einsatzbereiche von Biologielaboranten sind daher mehr als vielfältig. Ihr Kernarbeitsplatz ist in erster Linie aber immer das Labor. Zeitweise arbeiten Biologielaboranten auch in Büroräumen. Vor allem, wenn sie in der öffentlichen Verwaltung, z.B beim Gesundheitsamt arbeiten.

  • medizinische und biologische Forschungsinstitute
  • angewandte Medizin/Krankenhäuser
  • Pharmahersteller
  • Kosmetikhersteller
  • Lebensmittelhersteller
  • öffentliche Verwaltung (z.B. Gesundheitsamt)

Biologielaborantin: Arbeitsalltag und Aufgaben

In den meisten Fällen übernehmen Biologielaboranten an der Seite von Wissenschaftlern Aufgaben aus den verschiedensten Bereichen der Biologie. Dazu gehören die Molekularbiologie, Mikrobiologie, Zellkultur, Pharmazeutik, Immunologie, Botanik und Analytik. Dies sind auch die typischen Inhalte während der Ausbildung zur Biologielaborantin bzw. -laborant.

Durch den Einsatz von biotechnischen Verfahren und unter der Bedienung anspruchsvoller technischer Instrumente und Anlagen, erforschen Biologielaboranten unter anderem auch neue Wirkstoffe zur Herstellung von medizinischen Produkten oder auch Pflanzenschutzmitteln. Im Zentrum der Tätigkeit steht hier die Bekämpfung von Krankheiten. Dazu gehören regelmäßig auch Tierversuche, die natürlich stets unter der Berücksichtigung des Tierschutzes sowie ethischer und rechtlicher Vorschriften durchgeführt werden müssen.
Im Rahmen dieser Versuche übernehmen Biologielaboranten die Überwachung und Präparierung der Versuchstiere, sowie die Durchführung von Applikationen. Darüber hinaus werden Gewebeschnitte aus Pflanzen und Tiere hergestellt.

Eine weitere Aufgabe von Biologielaboranten ist es Substanzen in Körperflüssigkeiten mithilfe chemischer bzw. biochemischer Methoden zu bestimmen. Dazu müssen natürlich auch Gewebeproben entnommen werden. Biologielaborantinnen und Biologielaboranten legen häufig auch Kulturen von Bakterien, Pilzen und Zellen an und versuchen Mikroorganismen mithilfe von biochemischen Nachweismethoden zu bestimmen. Dabei haben sie nicht selten Umgang mit Gefahrstoffen und Giften, was Schutzkleidung zur absoluten Pflicht während der Arbeit macht. Generell spielen der Arbeitsschutz, Umweltschutz und die Qualitätssicherung eine nicht unwesentliche Rolle im Arbeitsalltag einer Biologielaborantin bzw. eines Biologielaboranten.

Ebenso wichtig wie die Untersuchungen und Experimente selbst ist es die gewonnenen Ergebnisse am Rechner sorgfältig zu dokumentieren und statistisch auszuwerten. Vor allem die gewissenhafte Dokumentation der Vorgänge ist eine essenzielle Aufgabe.

Untersuchungsergebnisse am Rechner sorgfältig statistisch auswerten. Dazu gehört auch eine gewissenhafte Dokumentation der Vorgänge. In der öffentlichen Verwaltung kommen zu den genannten Aufgaben auch zusätzliche Büroarbeiten hinzu, dies ist allerdings eher die Ausnahme.

Biologielaborantin / -laborant werden

Spezialisierungsbereiche für Biologielaborantinnen und Biologielaboranten:

  • Immunologie
  • Biochemie
  • Botanik
  • Zoologie
  • Genetik
  • Toxikologie
  • Molekularbiologie
  • Pharmakologie
  • Parasitologie
  • Mikrobiologie

Voraussetzungen und Inhalte der Ausbildung zum Biologielaboranten

Die Ausbildung zum Biologielaboranten ist eine klassische, duale Ausbildung. Formale Voraussetzungen musst du daher keine erfüllen. Solltest du unter 18 Jahre alt sein, benötigst du allerdings eine ärztliche Bescheinigung über deine Erstuntersuchung. Allergien gegenüber pflanzlichen oder tierischen Bestandteilen haben schließen eine Biologielaboranten-Ausbildung leider ebenfalls aus.

Auch wenn es keine festen formalen Voraussetzungen gibt, die du für eine Ausbildung zur Biologielaborantin oder zum Biologielaboranten erfüllen musst, so gibt es trotzdem einige Kriterien auf die in Bewerbungen geschaut wird. Daher solltest du mindestens einen guten Realschulabschluss, im besten Falle jedoch ein Fachabitur oder die Allgemeine Hochschulreife haben. Auf deinem Zeugnis solltest du vor allem mit guten Noten in den Naturwissenschaften, also Biologie, Chemie und Physik glänzen. Aber auch in Mathe und Englisch sollten deine Noten mindestens gut sein.

Die Ausbildung von Biologielaborantinnen und -laboranten dauert in der Regel 3,5 Jahre. Bei guten Leistungen in der Schule und im Betrieb kannst du deine Ausbildung aber um ein halbes Jahr, auf drei Jahre verkürzen. Dazu müssen sowohl die IHK als auch dein Betrieb der Verkürzung zustimmen.

Die Theorie während deiner Ausbildung lernst du an der Berufsschule an einem oder zwei Tagen beziehungsweise im Blockunterricht. Zu deinen Unterrichtsfächern gehören neben Deutsch auch Wirtschafts- und Sozialkunde sowie vor allem die
berufsspezifischen Lernfelder: Hämatologie, Histologie, Immunologie, Biochemie und diagnostisches Arbeiten.

Wenn du genügend Erfahrung sammeln konntest, darfst du nach 3-5 Monaten im Labor mit forschen. Für 4 bis 6 Monate wirst du dann im Forschungslabor deines jeweiligen Betriebs eingesetzt. Dort arbeitest du möglicherweise im Schichtbetrieb und ab und an auch mal nachts.

Gegen Ende des 2. Ausbildungsjahres erwartet dich die Abschlussprüfung Teil I. Hier musst du eine schriftliche und eine praktische Aufgabe bewältigen. Ähnlich läuft es auch im Teil II deiner Abschlussprüfung am Ende deiner Ausbildung. Bestehst du die Prüfungen, darfst du dich staatlich geprüfter Biologielaborant nennen.

Biologielaboranten: Die 10 wichtigsten Eigenschaften

  • Forschergeist/Neugier
  • Sorgfalt/Präzision
  • Verantwortungsbereitschaft
  • Gefahrenbewusstsein
  • abstrakt-logisches und analytisches Denken
  • manuelles Geschick
  • Geduld
  • Durchhaltevermögen/Zielstrebigkeit
  • Leistungs- und Einsatzbereitschaft
  • Selbstständigkeit

Gehalt vor und nach der Ausbildung als Biologielaborantin bzw. -laborant

Sowohl während als auch nach der Ausbildung als Biologielaborantin oder -laborant ist das Gehalt sehr attraktiv. Deine Vergütung wird während der Ausbildung nach Lehrjahren gestaffelt und ist meist abhängig vom Ausbildungsbetrieb. Allgemein lässt sich sagen, dass ein monatliches Bruttogehalt von 978 bis 1.027 Euro im ersten Jahr denkbar ist. Im zweiten Ausbildungsjahr steigt es dann auf bis zu 1.121 Euro brutto pro Monat an, um dann im dritten auf bis 1.184 Euro und abschließend auf bis zu 1.267 Euro monatliches Brutto im vierten Lehrjahr zu klettern.

Wie in vielen anderen Bereichen kann man nach der Ausbildung mit recht unterschiedlichen Gehältern je nach Branche, Bundesland und Unternehmen rechnen. Tarifvertragliche gebundenen Betriebe zahlen beispielsweise anhand festgelegter Entgeltgruppen. Je nach Aufgabenkomplexität und Verantwortungsgrad können Berufseinsteiger mit einer abgeschlossenen Biologielaboranten-Ausbildung in etwa mit einem Einstiegsgehalt von 2.000 bis 3.100 brutto monatlich rechnen.

Alternative Berufsfelder zur / -m Biologielaborant / -in

  • Biologisch-technischer Assistent / -in (BTA)
  • Chemielaborant / -in
  • Milchwirtschaftlicher Laborant / -in
  • Pflanzentechnologe / -in
  • Pharmazeutisch-technischer Assistent / -in (PTA)
  • Pharmakant / -in
  • Pharmareferent / -in

Biologielaboranten: Zukunftsperspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten

Als Biologielaborantin bzw. Biologielaborant hat man nach der Ausbildung durchaus gute Übernahmechancen. Besonders eine Spezialisierung auf Biotechnologie, Biochemie, Umweltschutz, Abwasserbehandlung oder Arbeitssicherheit kann sich hier auszahlen.
Im Anschluss an die Biologielaboranten-Ausbildung besteht die Möglichkeit sich zum / -r Labortechniker / -in oder Biotechniker / -in weiterzubilden. Voraussetzung sind mindestens drei Jahre Berufserfahrung. Auch ein Industriemeister der Fachrichtung Chemie oder Pharmazie oder der Technische Fachwirt / -in sind Optionen für berufserfahrene Biologielaboranten.

Wem das noch nicht genug ist, kann an seine Ausbildung auch ein Studium neben anknüpfen. Hier bietet sich vor allem ein Bachelor of Sciences aus Fachrichtungen der Biologie, wie zum Beispiel Biomedizin oder Applied Life Sciences an.

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