Brauer und Mälzer: alle Infos zum Beruf
Als Brauer und Mälzer überwachst du alle Herstellungsprozesse | GettyImages/jacoblund
Autor

09. Aug 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Brauer und Mälzer

Bier als Beruf!

Diese Eigenschaften solltest du als Brauer und Mälzer haben:

  • Sorgfalt und Genauigkeit sind für den Brauprozess und die Einhaltung der Rezepturen das A und O
  • Mathematik ist für dich kein Problem, Rezepturen umrechnen oder Gärungsberechnungen durchführen machst du mit links
  • Du bist handwerklich und technisch begabt
  • Du willst nicht nur am Schreibtisch sitzen, sondern auch die großen Maschinen bedienen
  • Dein Traum war es schon immer dein eigenes Bier zu brauen

Ausbildungsvoraussetzungen und -inhalte des Mälzers und Brauers

Um mit der Ausbildung beginnen zu können, brauchst du eigentlich nur einen mittleren Schulabschluss, damit hast du die größte Voraussetzung bereits erfüllt. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual statt, das heißt du lernst sowohl in der Berufsschule als auch im Betrieb alles was du über den Beruf wissen musst. Nach dem zweiten Ausbildungsjahr findet eine Zwischenprüfung und am Ende deiner Ausbildung eine Abschluss- bzw. eine Gesellenprüfung statt. Hast du erfolgreich bestanden, darfst du dich ein staatlich anerkannter Brauer und Mälzer nennen.

Von der Ausbildung zum Brauer und Mälzer hört man nicht unbedingt jeden Tag etwas, daher fragst du dich bestimmt, was man überhaupt in der Ausbildung lernt. Einfach ausgedrückt: Wie man Bier herstellt und welche Zutaten benötigt werden, um den unverwechselbaren Biergeschmack auf den Punkt zu bringen. Doch der Prozess des Bierbrauens umfasst tatsächlich mehr Schritte als man denken würde. Der Brauer und Mälzer ist zuständig für die Bierproduktion und die Überwachung des gesamten Herstellungsprozesses. Somit bist du auch für den Einkauf der Rohstoffe verantwortlich, die den besonderen Geschmack des Bieres so einzigartig machen.

Unterschiedliche Prozesse müssen regelmäßig kontrolliert werden. Der erste Schritt ist also die Herstellung von Malz, da es neben der Hefe der wichtigste Stoff für den Geschmack des Bieres ist. Das Reinheitsgebot besagt, dass in einem Bier nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser enthalten sein dürfen. Trotzdem kann es vorkommen, dass nicht jedes Bier nach dem Reinheitsgebot gebraut wird. In deiner Ausbildung lernst du, warum aber trotzdem alle Biere unterschiedlich schmecken, obwohl überall das Gleiche enthalten sein muss. Du lernst ebenfalls alle Grundtätigkeiten, wie beispielsweise, dass Malz mit Wasser angesetzt werden muss, um Bier brauen zu können. Wenn die festen von den flüssigen Teilchen getrennt werden, nennt man diesen Vorgang als "die Maische läutern". Außerdem lernt man wie man die spezielle Würze kocht, Hopfenextrakt zusetzt und diese gären lässt. Dieser Vorgang ist ein sehr typischer Vorgang in den Brauereien, der sich in den einzelnen Brauereien nicht unterscheidet. Der nächste Schritt ist das Kochen der Würze und das Zusetzen von Hopfenextrakten. Du überprüfst die Schrotbeschaffenheit, steuerst die Gärung, beobachtest den Reifezustand von Bier und führst mikrobiologische Untersuchungen durch.

Abschließend muss das Bier gegärt, gefiltert und abgefüllt werden. Abhängig von der Größe der Brauerei können diese Aufgaben auch größere Maschinen übernehmen.

Du lernst in deiner Ausbildung unter anderem auch Biermischgetränke und alkoholfreie Getränke wie Limonade herzustellen. Die Prozesse sind oft automatisiert, trotzdem müssen die Maschinen bedient und überwacht werden. Auch die Reinigung dieser gehört zu deinen Aufgabenbereichen.

Dein Arbeitstag ist sehr vielfältig, da du auch einen großen Teil deiner Zeit z.B. in Sudhäusern, Gärkellern, in Abfüllhallen oder Keimstraßen verbringst. Mess- und Prüfergebnisse werden dann in deinem Büro ausgewertet.

Gehalt als Brauer und Mälzer

In der Ausbildung zum Brauer und Mälzer kannst du dich auf ein solides Gehalt freuen, denn du befindest dich mit deiner Ausbildung in der mittleren Gehaltsklasse. Da die Ausbildung staatlich anerkannt wird, erhältst du schon während der Ausbildung dein erstes Gehalt. Dieses wird jährlich gestaffelt, dein Gehalt erhöht sich also pro Ausbildungsjahr.

Im ersten Jahr verdienst du monatlich zwischen 510 und 830 Euro brutto. Bis zum dritten Ausbildungsjahr erhöht sich dein Gehalt schließlich bis zu 1160 Euro brutto im Monat. Die bereits guten Verdienstmöglichkeiten während der Ausbildung rühren wohl daher, da Bier in Deutschland zum wichtigsten Bestandteil der Lebensmittelindustrie gehört. Somit befindest du dich in einer immer gefragten Branche und sicherst dir gute Zukunfts- und Karrierechancen.

Klar ist natürlich auch, dass die Gehälter, wie bei vielen Berufen, sehr abhängig von dem Betrieb und der Branche sind, für die du arbeitest. Daher haben viele Faktoren Einfluss auf dein Gehalt, wie beispielsweise auch dein Alter und die damit verbundene Berufserfahrung.

Außerdem unterscheidet man in der Branche zwischen Einstiegsgehalt und normalem Gehalt. Das Einstiegsgehalt als Brauer und Mälzer pendelt sich monatlich zwischen 2100 und 2500 Euro brutto ein. Arbeitest du schon ein paar Jahre in dem Beruf, macht sich das auch bei deinem Gehalt bemerkbar. Dein Durchschnittsgehalt liegt dann im Monat zwischen 2500 und 2800 Euro brutto. Strebst du eine Führungsposition an, kannst du z.B. in NRW bis zu 6000 Euro brutto verdienen. Durch Weiterbildungen kannst du Fach- und Führungsaufgaben und somit auch mehr Verantwortung übernehmen.

Zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten

Wie in vielen Berufen hast du auch bei dem Beruf des Brauers und Mälzers die Möglichkeit, durch Weiterbildungen für einen Sprung auf der Karriereleiter sowie für bessere Gehaltschancen zu sorgen.

Eine Möglichkeit wäre der Brauer- und Mälzermeister, durch den du bestimmte Fach- und Führungsaufgaben z.B. in handwerklichen Brauereibetrieben übernehmen kannst. Eine andere Weiterbildungsalternative wäre der Betriebsbraumeister. Hier übernimmst du ebenfalls Fach- und Führungsaufgaben und überwachst alle Stufen des Brauprozesses sowie Maschinen und technische Anlagen.

Falls du dem Bier mal den Rücken kehren möchtest, wäre die Weiterbildung zum Getränkebetriebsmeister genau das Richtige, da du Aufgaben in Betrieben der Herstellung von Getränken aus Obst, Fruchtsaftkonzentraten und Wasser übernimmst. Auch hier kannst du dank der Weiterbildung mehr Führungsaufgaben übernehmen.

Wenn du deine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse weiter auffrischen möchtest, ermöglicht dir das die Weiterbildung zum Techniker für Betriebswirtschaft. Diese hilft dir Entscheidungen sowie Handlungen betriebswirtschaftlich fundierter zu beurteilen. Diese Weiterbildung erhöht nicht nur die Chance eines Karrieresprungs, sondern ermöglicht dir auch, mit deinen Kenntnissen in anderen Unternehmen aktiv zu werden.

Wenn du eher ein Studium in Betracht ziehst, könnten dich die Studiengänge Brauerei- und Brennereitechnologie oder auch Nahrungsmittel- und Getränketechnologie interessieren. Somit hättest du die Möglichkeit neben der Brauindustrie auch noch andere Industrien kennenzulernen und musst dich nicht direkt festlegen.

Hast du dich für einen Meistertitel entschieden und besitzt zusätzlich genug betriebswirtschaftliches Know-How, steht der Gründung deines eigenen Betriebes nichts mehr im Wege.  

Haben wir dich auf den Geschmack gebracht? Dann informiere dich jetzt im Karrierezentrum über passende Ausbildungsplätze oder freie Stellen in deiner Nähe!  


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