Ausbildung zum Bürokauffrau / -mann - ein Überblick!
Als Bürokauffrau /-mann verlierst du auch im Chaos nie den Überblick | Foto: Getty Images/UberImages
Autor

25. Jun 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Bürokauffrau / Bürokaufmann: Du managst den Bürodschungel!

In Deutschland arbeiten ca. 3,5 Mio. Bürokauffrauen/Bürokaufmänner. Obwohl der Ausbildungsberuf seit 2014 an das neue Berufsbild Kauffrau und Kaufmann für Büromanagement angepasst wurde, ist den meisten noch die Berufsbezeichnung Bürokauffrau oder Bürokaufmann geläufig. Bürokaufleute übernehmen viele kaufmännische Aufgaben z.B. in Bereichen wie Personalverwaltung, Rechnungsbearbeitung oder Buchführung. Sie werden in allen Branchen benötigt, daher musst du dich in deiner Ausbildung nicht auf einen bestimmten Wirtschaftszweig konzentrieren, sondern lernst viele verschiedene Verwaltungsabteilungen kennen. Diese vielen Einsatzmöglichkeiten bieten dir für deinen weiteren beruflichen Weg viele Praxiserfahrungen und gute Zukunftschancen.

Checkliste: Passt der Beruf Bürokauffrau / Bürokaufmann zu mir?

  • Du bist ein Organisationstalent, denn du hast im Büro immer alles fest im Griff.
  • Sowohl intern als auch extern bist du Vermittler und Ansprechpartner deiner Firma.
  • Zahlen und Daten sind deine täglichen Begleiter.
  • Excel, Word und Co. bewältigst du mit links.
  • Zu deinen Soft Skills gehört die deutsche Sprache in Wort und Schrift.
  • An deinem Schreibtisch fühlst du dich wie zuhause.
  • Geregelte Arbeitstage sind bei dir ein Muss.

Der Ausbildungsablauf und Aufgabenfelder

Für die Ausbildung zum Bürokauffrau / Bürokaufmann muss offiziell kein Schulabschluss nachgewiesen werden, jedoch bewährt sich in der Praxis ein mittlerer Schulabschluss (Realschule). Ausbilder achten bei der Auswahl der möglichen Auszubildenden hauptsächlich auf die Noten in Fächern wie Deutsch, Mathe und Englisch, da diese dir in deiner Ausbildung eine gute Grundlage bieten. In der Regel dauert deine Ausbildung drei Jahre. Auch hier ist es möglich, wie in vielen anderen Ausbildungsberufen, die Ausbildungszeit durch besonders gute Noten bzw. beruflichen oder schulischen Vorbildungen zu verkürzen. In der Berufsschule werden dir vor allem theoretische Grundlagen vermittelt, z.B. die Wirtschaftslehre oder das Rechnungswesen. Allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Mathe werden hier ergänzend vertieft. In der Praxis lernst du unterschiedliche Bereiche der Verwaltung kennen und findest heraus, welcher Bereich für deinen weiteren Berufsweg am besten zu dir passt. Ein Beispiel wäre die Personalabteilung, in der du für eingehende Bewerbungen und Personaldaten verantwortlich bist. Der Ablauf deiner Ausbildung hat sich durch die Umbenennung zum Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement leicht verändert: Du kannst bis zu zehn Wahlqualifikationen (Dauer jeweils fünf Monate) wählen, die schon zu Beginn deiner Ausbildung vertraglich festgehalten werden. In diesen kannst du dich nach deiner Ausbildung prüfen lassen und dir so ein zusätzliches Zeugnis sichern. Besonders beliebt ist es einen Teil der Ausbildung im Ausland zu verbringen z.B. in England oder in den USA. Hier ist der Bonus, dass du direkt deine Sprachfähigkeiten auffrischen und verbessern kannst.

Deine Aufgabenfelder umfassen u.a. moderne Buchführung, die Aufarbeitung von Statistiken sowie die Aufbereitung von Texten und Briefen. Ebenso bist du für den Schriftverkehr in der Firma zuständig und dienst als Ansprechpartner und Vermittler für alle wichtigen Angelegenheiten. Mit unterschiedlichen Softwareprogrammen, hauptsächlich Office-Anwendungen, sorgst du für Ordnung und Sorgfältigkeit. Du behältst einfach in allen Bereichen den Überblick.

Der Berufseinstieg als Bürokauffrau / Bürokaufmann

Wie in vielen Ausbildungsberufen gibt es die Möglichkeit der Übernahme durch dein ausbildendes Unternehmen. Jedoch kannst du dich auch bei einem anderen Unternehmen oder direkt die Branche wechseln. Hier solltest du besonders deinen Hang zur Ordnung und Sorgfältigkeit in den Vordergrund stellen und mit deinen Computerkenntnissen nicht hinter dem Berg halten. Der erste Eindruck zählt wie bei allen Bewerbungen und du kannst direkt mit deinen erworbenen Fähigkeiten punkten.

Nach dem erfolgreichen Abschluss deiner Ausbildung stellst du dir natürlich die eine wichtige Frage: Was verdiene ich eigentlich in diesem Beruf? Das lässt sich für den Beruf als Bürokauffrau / Bürokaufmann gar nicht so leicht beantworten. Bürokaufleute haben in der Regel keinen einheitlichen Verdienst, vielmehr richten sich die Gehälter nach der Branche, in der sie später arbeiten werden. Genauso spielt es eine große Rolle, wie anspruchs- und verantwortungsvoll die Aufgabenbereiche sind. Auch hier ist ein großer Spielraum möglich. Da Bürokaufleute in vielen Bereichen und Branchen benötigt werden, gibt es diesbezüglich große Unterschiede.

Gehalt und Arbeitsalltag

Auch in der Ausbildung beginnen schon die Gehaltsunterschiede je nach Branche. In deinem ersten Ausbildungsjahr als Bürokauffrau / Bürokaufmann kannst du zwischen 510 und 800 Euro brutto monatlich verdienen, im dritten Jahr sind es monatlich bis zu 940 Euro brutto. Wenn du beispielsweise deine Ausbildung in der Industrie absolvierst, orientiert sich dein Gehalt stärker an der möglichen Obergrenze, im Handwerk eher an der Untergrenze. Hast du deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen kannst du zwischen 1600 und 2500 Euro brutto monatlich verdienen.

Bezüglich der Arbeitszeiten wird oft das Gleitzeitmodell angeboten, so kannst du selber entscheiden, wann du deinen Tag im Büro beginnen möchtest. Dein Tag lässt sich somit flexibler gestalten und gegebenenfalls kannst du auch schon früher in den Feierabend starten. Geregelte Arbeitstage sind dir damit sicher.

Viele Weiterbildungsmöglichkeiten

Wenn du nach der Ausbildung noch lange nicht genug hast, ermöglichen dir ein Studium im wirtschaftlichen Bereich (dual oder berufsintegriert) oder die Weiterbildung zum Fach- oder Betriebswirt den weiteren Aufstieg auf der Karriereleiter. Alternativ ist auch eine Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter möglich, nach erfolgreichem Abschluss kannst du bis zu 3000 Euro brutto monatlich verdienen. Diese weiteren beruflichen Qualifizierungen werden natürlich auch von deinem Arbeitgeber gerne gesehen und unterstützt.

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