Viele Bereiche für Technische Assistenz
operationstechnische Assistenten unterstützen Ärzte bei der OP | Foto: Thinkstock/Hancu Adrian
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10. Nov 2014

Svenja Friedrichs

Berufsbilder

Der Beruf des technischen Assistenten in Labor, OP und Apotheke

Was PTAs, MTAs und OTAs zu bieten haben

Abkürzungen technischer Assistenten

Technischer Assistent - Viele Berufsfelder

Der Beruf des Technischen Assistenten kann über eine schulische Ausbildung in Berufsfachschulen und dual über eine betriebliche und schulische Ausbildung erlernt werden. Während der Lehre sind Praxis und Theorie ziemlich ausgeglichen, durch den Praxisbezug wird der Berufseinstieg erleichtert. Meist sind Zusatzqualifikationen möglich, die die Ausbildung allerdings verlängern.

Bei einigen Ausbildungsberufen steht die staatliche Anerkennung noch aus. Dies bedeutet, dass keine bundesweit einheitliche Ausbildung vorliegt. Die Dauer sowie der Inhalt der Lehre werden von den jeweiligen Anbietern bestimmt. Auch die staatliche Prüfung zum Abschluss ist nicht vorhanden. Hinzu kommt, dass die Abschlussprüfung nur von volljährigen Auszubildenden angetreten werden darf. Meist werden Ausbildungen dieser Art nur von wenigen Ausbildungsstätten angeboten.
Einen direkten Nachteil auf die spätere Berufslaufbahn hat eine nicht-anerkannte Ausbildung nicht. Die Ausbildungsberufe, die angeboten werden, sind in der Branche gefragt und ihre Absolventen werden benötigt. Ein weiterer, wichtiger Punkt ist, dass es keine vergleichbare Ausbildung gibt, die staatlich anerkennt ist. Somit gibt es kaum Konkurrenz.


BTA – Biologisch-technischer Assistent

Schulabschluss: Mittlere Reife
Ausbildungsdauer: 2 Jahre

Der Biologisch-technische Assistent führt Versuche an Tieren, Pflanzen, Zellen und Mikroorganismen durch, dafür verwenden sie physikalisch-chemische Messverfahren. Sie dokumentieren Ergebnisse, werten sie aus und erstellen dazu Statistiken am Computer. Die BTAs können in der biologischen Forschung in Universitäten oder anderen Forschungsinstituten arbeiten, ebenso in Laboren in der Chemie-, Pharma-, und Lebensmittelindustrie. Aber auch bei Umweltbehörden und im Gesundheitswesen sind sie gefragt.

Wer sich für das Berufsbild des BTA interessiert, sollte ein Verständnis für Biologie, Physik, Chemie und Mathematik haben. In der Ausbildung werden Fächer wie Mikrobiologie, Biochemie, Zellbiologie, Gentechnologie, instrumentelle Analytik, Botanik, Zoologie und Molekularbiologie behandelt.


CTA – Chemisch-technischer Assistent

Schulabschluss: Mittlere Reife
Ausbildungsdauer: 2 Jahre

Chemisch-technische Assistenten untersuchen mit speziellen chemisch-technischen Analysemethoden Proben verschiedener Stoffe, werten sie aus und protokollieren sie. Durch ihre Vorarbeit können in Industrieunternehmen mögliche Korrekturen in laufenden Fertigungsprozess vorgenommen werden. CTAs können nach ihrer Ausbildung in der pharmazeutischen, chemischen Lebensmittelindustrie arbeiten, dort ist hauptsächlich das Labor ihr Arbeitsplatz. Aber auch im Bereich der universitären, medizinischen oder biologischen Forschung werden Chemisch-technische Assistenten gebraucht.

Die grundlegende Voraussetzung für einen CTA ist natürlich die Grundkenntnis der Chemie oder die Bereitschaft und Interesse daran, es zu lernen. Für die angewendeten Messverfahren ist Physik ebenfalls sehr wichtig, sowie Mathematik, um bestimmte Zusammensetzungen errechnen zu können.


MTA – Medizinisch-technischer Assistent für Funktionsdiagnostik

Schulabschluss: Mittlere Reife; Hauptschulabschluss plus Berufsausbildung
Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Auf Anweisung des Arztes untersucht der Medizinisch-technische Assistent Patienten mit medizinischen Geräten, um die Funktionen der menschlichen Organe festzustellen. Sie dokumentieren den Ablauf der Untersuchung und werten die Ergebnisse aus. MTAs arbeiten größtenteils in Krankenhäusern, Facharztpraxen und Zentren für Diagnostik.

Zur Handhabung der medizinischen Geräte sind gute Kenntnisse in Physik vorteilhaft. Das Fach Biologie hilft den Krankheits- und Heilungsprozess zu verstehen. Auch medizinische Fächer wie Anatomie, Physiologie und Psychologie sind in der Ausbildung vertreten. Natürlich nimmt auch die Funktionsdiagnostik in den unterschiedlichen Bereichen (Hals-Nase-Ohren, Neurophysiologie, Kardiologie und mehr) einen großen Stellenwert ein.


MTRA – Medizinisch-technischer Radiologie-Assistent

Schulabschluss: Mittlere Reife; Hauptschulabschluss plus Berufsausbildung
Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Der Beruf des Medizinisch-technischen Radiologieassistenten ist ein Zweig des MTAs. Daher dominieren auch hier die Fächer Chemie, Biologie und Physik. Am wichtigsten ist das physikalische Verständnis, da viele Verfahren verwendet werden, die eine Kenntnis über Elektrodynamik, elektromagnetische Wellen, Magnetismus und Kernphysik fordern.

MTRAs wenden bei Patienten radiologische Diagnoseverfahren an, sprich Verfahren, die auf elektromagnetischen Strahlen und mechanischen Wellen basieren. Darunter fallen die Computertomographie (CT), die Magnetresonanztomographie (MRT) und das klassische Röntgen. Das Verfahren wird dokumentiert, anhand der Dokumentation wird die abschließende Diagnostik durch den Arzt durchgeführt. Radiologieassistenten arbeiten hauptsächlich in Krankenhäusern oder Facharztpraxen für Radiologie.


MTLA – Medizinisch-technischer Laboratoriums-Assistent

Schulabschluss: Mittlere Reife; Hauptschulabschluss plus Berufsausbildung
Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Der MTLA ist ein weiterer Zweig des Medizinisch-technischen Assistenten, was ebenfalls die Fächer Chemie, Physik und Biologie voraussetzt. Da im Labor chemische Verfahren zur Bestimmung von Konzentration und Leitfähigkeit zur Anwendung kommen, ist dieser Fachbereich besonders wichtig für die Ausbildung. Aber auch die Biologie hat einen hohen Stellenwert, so wird unter anderem Histologie, Zytologie, Mikrobiologie und Molekularbiologie unterrichtet.

Medizinisch-technische Laboratoriumassistenten führen im Labor Untersuchungen von Gewebe und Körperflüssigkeiten durch. Auch um die Vorbereitung der, von den Patienten entnommenen, Proben, für die anschließende Untersuchung, kümmern sie sich. MTLAs findet man unter anderem in Krankhäusern und medizinischen Laboren.


VMTA – Veterinärmedizinisch-technischer Assistent

Schulabschluss: Mittlere Reife; Hauptschulabschluss plus Berufsausbildung
Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Veterinärmedizin steht für Tiermedizin. Wer sich für den Beruf des Veterinärmedizinisch-technischen Assistenten interessiert, sollte ein Geschick für Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre der Tiere, Histologie, Lebensmittelkunde und mehr mitbringen. Für die jeweiligen Untersuchungsverfahren im Labor spielen auch hier Physik und Chemie  eine wichtige Rolle.

In der Berufstätigkeit des VMTAs stehen Lebens- und Futtermitteluntersuchungen sowie die Tiergesundheit und -krankheit im Fokus. Sie nehmen Proben von Körperflüssigkeiten oder Gewebe, vervielfältigen sie und untersuchen diese mikroskopisch. Später arbeiten sie in Tierkliniken und -praxen, in Laboren, die extra auf Veterinärmedizin ausgerichtet sind, und in Kontrolllabors von Schlachthöfen.


PTA – Pharmazeutisch-technischer Assistent

Schulabschluss: Mittlere Reife
Ausbildungsdauer: 2,5 Jahre

Die Aufgabe eines PTA ist der Verkauf von Arzneimitteln, die Beratung von Kunden und die Herstellung von Medikamenten, wie Salben oder Tees, dessen Dosis der Inhaltsstoffe durch einen Arzt oder Apotheker genau vorgegeben sind. Pharmazeutisch-technische Assistenten arbeiten hauptsächlich in öffentlichen oder krankenhauseigenen Apotheken. Aber auch in Krankenhauslaboren, zur Herstellung von Nährlösungen für Infusionen oder in der pharmazeutischen Industrie.

Wer als PTA arbeiten möchte, muss nicht nur fachliches Wissen mitbringen, sondern auch sogenannte Softskills wie Kommunikationsfähigkeit, für den Umgang mit Kunden, besondere Sorgfalt und Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Medikamenten. Fachliche Inhalte sind während der Ausbildung die Wirkung von Arzneistoffen, die Herstellung von Arzneimitteln (Galenik) sowie Botanik. Auch in diesem Beruf nimmt die Chemie, Biologie und Physik einen großen Teil ein. Die Ausbildung beinhaltet zwei Jahre Schule und ein sechsmonatiges Praktikum in einer Apotheke.

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OTA – Operationstechnischer Assistent

Schulabschluss: Mittlere Reife, Hauptschulabschluss plus Ausbildung nach Empfehlung der Deutschen Krankenhausgesellschaft
Ausbildungsdauer: 3 Jahre, nicht staatlich anerkannt

Ein OTA arbeitet den Ärzten und Pflegern während einer OP zu, somit ist die Teamfähigkeit sehr wichtig, ebenso wie Sorgfalt und eine gewisse Koordinationsgabe. Man muss schnell reagieren können und vorausschauend arbeiten. Eine hohe psychische Belastbarkeit ist ebenfalls erforderlich, zum einen, weil OPs sehr lange dauern können und man ständig konzentriert sein muss, zum anderen kann es während der OP Komplikationen geben, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Wichtige Schulfächer sind Biologie, Anatomie, Hygiene und Chemie.

Operations-technische Assistenten bereiten Instrumente für eine anstehende OP vor, reichen sie dem Operateur an und besorgen sonstige notwendige Hilfsmittel wie Röntgenapparate. Nach einer OP räumen sie den Saal auf und reinigen die Instrumente. OTAs arbeiten somit in Krankenhäusern oder ambulanten Operationszentren und Facharztpraxen.


CTA – Chirurgisch-technischer Assistent

Schulabschluss: Fachhochschulreife, Mittlere Reife plus zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung
Ausbildungsdauer: meist 3 Jahre, nicht staatlich anerkannt

CTAs assistieren dem Chirurgen im OP, regeln die Patientenlagerung, sorgen für die Desinfektion des zu operierenden Bereichs, dürfen unter Anleitung einen Wundverschluss durchführen und mehr. Sie sind auch auf der Station tätig und übernehmen dort Dokumentationsaufgaben, Blutentnahmen und Verbandswechsel und dürfen venöse Zugänge für die Infusionen legen.

Diesen Beruf kann man sowohl durch eine Ausbildung, als auch über eine Weiterbildung erlangen. Ausbildungsfächer sind unter anderem Allgemeinchirurgie, Notfallmedizin, Anatomie, Gefäßchirurgie, Hygiene, Pharmakologie, Physiologie und Traumatologie. Viele Praxisphasen in Krankenhäusern machen die Lehre abwechslungsreich.


ATA – Anästhesie-technischer Assistent

Schulabschluss: Mittlere Reife; Hauptschulabschluss plus Berufsausbildung
Ausbildungsdauer: 3 Jahre, nicht staatlich anerkannt

Der Anästhesieassistent unterstützt den Anästhesisten beim Narkoseverfahren. Sie überwachen Atmung und Kreislauf und stellen die Narkosemittel bereit, des Weiteren betreuen sie den Patienten im Ein- und Ausleitungsraum. ATAs findet man überall da, wo Operationen durchgeführt werden, im Krankenhaus oder in Arztpraxen.

Für ATAs ist das Fach Biologie besonders wichtig, da die Körperfunktionen in der Anästhesie eine große Rolle spielen. Ebenso Anatomie, Krankheitslehre, Notfallmanagement und Pharmakologie. Da die Anästhesieassistenten nicht nur bewusstlose Patienten vor sich haben, sondern diese auch im Aufwachraum betreuen, ist ein gewisses Einfühlungsvermögen notwendig. Aber auch den narkotisierten Patienten müssen Sie betreuen und beobachten, dafür ist eine ständige Konzentration nötig, da sich der Zustand jeder Zeit ändern kann. Da ATAs in OPs mitarbeiten, ist auch bei ihnen die Teamfähigkeit eine wichtige Voraussetzung.
 

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