SEO: Search Engine Optimization
Spannendes Berufsfeld: Online-Marketing-Manager | Foto: Thinkstock/Mazirama
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22. Nov 2016

Kerstin Steinberg

Berufsbilder

Der Tag eines Online-Marketing-Managers

Wie Fachkräfte sich mit SEO, SEA und Affiliate-Marketing auseinandersetzen

Auffindbarkeit und Reichweite verbessern

Das Online-Marketing ist eine recht junge Disziplin im Marketing, umfasst aber trotzdem zahlreiche Maßnahmen und daher auch verschiedene Berufsbilder. Online-Marketing-Manager sind in Unternehmen oder Agenturen dafür zuständig, die Auffindbarkeit und Reichweite der Online-Präsenzen von Unternehmen – beispielsweise der Website oder des Online-Shops – zu steigern. Dazu entwickeln sie Konzepte, Strategien und Maßnahmen, mit denen die vorgegebenen Ziele erreicht werden sollen. Neben der Umsetzung dieser Maßnahmen sind auch die Kontrolle und das Reporting wichtige Aufgaben.

Was macht ein SEO-Manager?

Bevor eine Suchanfrage in einer Suchmaschine wie Google zu einem passenden Ergebnis führt, muss die Suchmaschine erst einmal wissen, was auf Millionen von Internetseiten steht. Dazu durchforstet sie permanent das Internet nach Keywords. Search Engine Optimization (SEO) ist die Maßnahme, mit der die Lesbarkeit von Websites für Suchmaschinen optimiert wird. Durch passende Inhalte auf der Seite kann die Auffindbarkeit für relevante Keywords gezielt verbessert werden – dabei geht es um die unbezahlten, organischen Suchergebnisse. SEO ist eher eine langfristige Maßnahme, da sie nicht direkt sicht- und messbar ist. Die Hauptaufgabe eines SEO-Managers ist es, die Website seines Unternehmens oder seines Kunden zu analysieren und zu optimieren, um das übergreifende Geschäftsziel – zum Beispiel mehr Anmeldungen auf der Website oder Verkäufe im Online-Shop – zu unterstützen. Im Gegensatz zum Search Engine Advertising (SEA) fallen bei SEO keine Kosten an, da keine Anzeigen geschaltet, sondern nur die Inhalte auf den eigenen Websites überarbeitet werden.

Der Tagesablauf eines SEO-Managers

Ein SEO-Manager startet meist mit einem Check der aktuellen Zahlen aller Websites, die er betreut, in den Tag. Wie viele Leute haben die Seite besucht? Was haben sie angeklickt, was nicht? Über welche Suchbegriffe sind sie auf die Seite gelangt? Das sind die Fragen, die einen SEO-Manager beschäftigen. Aus diesen Zahlen entwickelt der SEO-Manager dann Optimierungsempfehlungen für die Website. Arbeitet er in einer Agentur, stehen danach meist Kunden-Calls oder -Meetings im Terminkalender, um die Vorschläge mit den Kunden zu besprechen. Nach einem Kaffee geht es dann daran, neue Kampagnen vorzubereiten und live zu stellen und vorhandene Kampagnen anhand der vorher erarbeiteten Empfehlungen nach Absprache mit dem Kunden zu optimieren. Darüber hinaus stehen manchmal noch interne Meetings, Workshops oder Pitches vor potentiellen Neukunden an, die oft viel Vorbereitung benötigen.
 


Was macht ein SEA-Manager?

Search Engine Advertising (SEA) umfasst die Buchung bezahlter Suchergebnisse bei unterschiedlichen Suchmaschinen. Dabei liegt der Fokus auf Google, aber auch Bing sowie weitere wichtige Suchmaschinen, wie Yandex in Russland oder Baidu in China, spielen eine Rolle. Dabei entscheidet der SEA-Manager gemeinsam mit dem Kunden oder Website-Betreiber, für welche Suchbegriffe bezahlte Anzeigen geschaltet werden sollen und setzt entsprechende Anzeigentexte um. Damit die Suchanzeige bei der Suche nach einem bestimmten Keyword angezeigt wird, müssen diese relevanten Keywords (ähnlich wie beim SEO) zunächst definiert werden. Daraufhin wird ein bestimmter Betrag darauf geboten, da die Werbeplätze per Auktionsverfahren vergeben werden. Bei einem optimalen Zusammenspiel der Kundenwebsite, der SEA-Anzeigentexte und der gebuchten Keywords, können Top-Positionen auf der Suchergebnis-Seite und die gewünschte Zielgruppe erreicht werden. Im Gegensatz zum SEO ist SEA schneller umsetzbar und führt zu messbaren Ergebnissen. So kann genau verfolgt werden, welche Anzeigen zu welchen Keywords oft und welche nicht so oft angeklickt werden, um weitere Anzeigen sofort anzupassen. Wichtigste Aufgabe des SEA-Managers ist es daher, die Performance der einzelnen Anzeigen-Kampagnen zu überwachen und in Absprache mit dem Kunden zu optimieren.

Tagesablauf eines SEA-Managers

Der Tag eines SEA-Managers startet mit einem Performance-und Budget-Check der betreuten Anzeigen-Kampagnen: Welche Anzeigen haben die höchsten Positionen in den Suchergebnissen? Welche wurden am häufigsten angeklickt? Wieviel des SEA-Budgets wurde bei den Auktionen ausgegeben? Nachdem dann alle To dos mit dem Team geklärt sind, werden die Analyse der Kampagnen und die daraus abgeleiteten Empfehlung an den Kunden gesendet. Danach steht der operative Teil des Tages an: neue Anzeigentexte schreiben, Feedback und Freigabe der Kunden einholen und die besprochenen Texte live stellen. Dazu kommen – wie auch beim SEO-Manager – regelmäßige Kunden-Calls und -Termine sowie Reportings, die über die Performance der Kampagnen berichten.


Was macht ein Affiliate-Marketing-Manager?

Schon einmal auf einem Modeblog auf den Link zu ein paar schicken Schuhen geklickt und in einem Online-Shop gelandet? Genau das ist Affiliate-Marketing. Dabei geht es darum, ein provisionsbasiertes Vertriebsnetz für Werbetreibende – in diesem Beispiel den Schuh-Online-Shop – aufzubauen. Der Affiliate-Marketing-Manager hat dabei die Wahl zwischen zahlreichen Marketing- und Provisionsmodellen. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die Planung von Aktionen gemeinsam mit Publishern, zum Beispiel dem Modeblog und anderen Websitebetreibern, die die Affiliate-Links in ihre Seiten einbinden sollen. Klickt der Website-Besucher auf solch einen Link oder kauft er sogar das vorgestellte Produkt, bekommt der Website-Betreiber eine Provision ausgezahlt. Affiliate-Marketing-Manager müssen sich aber nicht nur mit den Vetriebsnetzen, sondern auch mit der Technik dahinter auskennen, wenn es beispielsweise um die richtige Einbindung von Trackingsystemen geht.

Tagesablauf eines Affiliate-Marketing-Managers

Auch der Affiliate-Marketing-Manager startet mit einem Performance-Check in den Tag und erstellt entsprechende Reportings für die von ihm betreuten Vertriebsnetze. Danach folgt die Kontaktaufnahme zu Partnern, mit denen aktuelle Sonderaktionen geplant sind. Dafür werden dann die Auszahlungsabwicklung koordiniert, zukünftige Aktionen geplant, neue Vermarktungsmöglichkeiten und interessante Publisher gesucht. Dazwischen finden immer wieder Absprachen und Feedback-Gespräche mit dem Kunden statt, in denen die Ergebnisse sowie die nächsten Schritte besprochen werden.
 


Was muss ich mitbringen, um Online-Marketing-Manager zu werden?

Online-Marketing-Manager ist keine geschützte Berufsbezeichnung und dementsprechend gibt es auch keinen festgelegten Ausbildungsweg. Viele Online-Marketing-Manager haben ein kommunikations- oder medienwissenschaftliches Studium absolviert; betriebswirtschaftliche Studiengänge mit Schwerpunkt Marketing bieten ebenfalls eine gute Grundlage. Das Online-Marketing ist allerdings auch eine Branche, die sich mit entsprechender Weiterbildung oder Praktika gut für Quereinsteiger eignet

Wichtiger als ein passgenaues Studium sind einige Soft Skills: Wer im Online-Marketing erfolgreich sein will, sollte ein generelles Interesse am Internet und technischen Zusammenhängen haben. Darüber hinaus ist aufgrund der vielen Analysen und Reportings ein grundlegendes Zahlenverständnis Voraussetzung. Für die Bereiche SEO und SEA kommt ein gutes Gefühl für Sprache hinzu. Ein Online-Marketing-Manager – egal ob im Unternehmen oder einer Agentur angestellt – sollte auch komplexe Zusammenhänge einfach und für weniger involvierte Kollegen oder Kunden gut verständlich erklären und vermitteln können. Aufgrund der häufigen technischen Neuerungen und des teilweise hohen Workloads sollte der Online-Marketing-Manager gut organisiert sein und stets auf dem Laufenden bleiben, was die Trends im Online-Marketing betrifft.

Alles in allem ist der Bereich Online-Marketing für all diejenigen interessant, die am technischen Puls der Zeit sind, gern gemeinsam mit anderen neue Strategien entwickeln, mit Wörtern und Zahlen jonglieren und zwischen unterschiedlichen Parteien vermitteln können.
 


Über Kerstin Steinberg

Kerstin Steinberg ist HR Business Partner bei QUISMA und damit verantwortlich für die Bereiche Human Resources, Personalentwicklung, Employer Branding, Mitarbeiterrekrutierung sowie die Betreuung des Personals. Kerstin Steinberg startete ihre Karriere in der PR- und Marketing-Agentur Ketchum, wo sie von der Volontärin bis zu PR-Beraterin aufstieg. Im Anschluss wechselte sie als Consultant Learning & Development in die Human Resources Abteilung von Ketchum. 2012 begann die studierte Betriebswirtin bei QUISMA als Human Resources Manager.

Über QUISMA

In 2001 als Search-Agentur gegründet und über die Jahre zur Full-Service Agentur gewachsen, bietet QUISMA innovative Technologie und fundierte Expertise für die gesamte Bandbreite des Digitalen Marketings. Seit 2007 gehört QUISMA dem GroupM-Netzwerk an und ist seit 2015 Teil von GroupM Connect, der ersten globalen Agenturplattform für digitale Medien in Echtzeit. Zu den Kunden gehören u.a. E.ON, Infineon, Marc Cain und Audi. Mit Standorten in München und Düsseldorf beschäftigt QUISMA in Deutschland über 100 Mitarbeiter. Managing Director ist Bernd Hoffmann. QUISMA verfügt über langjährige Erfahrung im internationalen Online-Marketing-Geschäft und arbeitet durch die Anbindung an globale Netzwerke eng vernetzt mit den Schwesteragenturen aus der klassischen Mediaplanung.

Mehr unter www.quisma.com
 

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