Fachinformatiker Anwendungsentwicklung Ausbildung Arbeit
Während der Ausbildung verbringst du als Fachinformatiker /-in für Anwendungsentwicklung viel Zeit vor Computern. | Foto: SolisImages. /Getty Images
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04. Jun 2020

Hannah Dautzenberg

Berufsbilder

Fachinformatiker Anwendungsentwicklung Ausbildung: Alle Infos zur Ausbildung

Die Ausbildung des /-r Fachinformatikers /-in für Anwendungsentwicklung passt zu dir, wenn...

  • du dich gut selbst organisieren kannst. 
  • du Spaß am analytischen Denken hast.
  • du eine schnelle Auffassungsgabe besitzt.
  • Technik dich begeistert. 
  • Englisch für dich wie eine zweite Muttersprache ist. 
  • du sorgfältig und genau arbeitest. 
  • du gerne im Büro arbeitest und viel Zeit hinter dem Computer verbringen möchtest. 
  • du Spaß am Erklären hast. 
  • Mathe und Informatik zu deinen Lieblingsfächern gehören. 

Inhaltsverzeichnis 

  1. Ausbildung
  2. Unterschiedliche Fachrichtungen
  3. Aufgaben
  4. Einsatzgebiete
  5. Gehalt
  6. Weiterbildung
  7. Berufsaussichten
  8. Alternative Berufe
  9. Überblick

Ausbildung

Wenn du dich für eine Ausbildung zum /-r Fachinformatiker /-in für Anwendungsentwicklung interessierst, solltest du vor allem ein großes Interesse an Technik und analytischen Zusammenhängen besitzen. Neben weiteren Fähigkeiten, wie genauem Arbeiten und guten Mathe- sowie Englischkenntnissen, kommen noch weitere Voraussetzungen auf dich zu. Vor allem einen Schulabschluss solltest du vorweisen können. Die besten Chancen auf einen guten Ausbildungsplatz bietet dir das Abitur. Auch mit einem Realschulabschluss hast du gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Ein Hauptschulabschluss ist keineswegs ein Ausschlusskriterium, allerdings könnte die Suche nach einem geeigneten Platz ein wenig länger dauern. 

Die Dauer der Ausbildung beträgt in der Regel drei Jahre. In manchen Ausbildungsverträgen ist auch eine Dauer von dreieinhalb Jahren festgehalten. Unabhängig davon gibt es die Möglichkeit, deine Ausbildung zu verkürzen. Hierfür gelten gesetzliche Vorgaben. Erst mit deren Erfüllung ist eine Verkürzung formal möglich. Dieser muss dann noch dein Arbeitgeber und die Berufsschule zustimmen. 

Die Möglichkeit der Verkürzung besteht schon vor Ausbildungsbeginn. In diesem Fall liegt dann eine gewisse Vorbildung vor. Hast du beispielsweise schon eine ähnliche Ausbildung begonnen oder auf andere Weise einschlägige Arbeitserfahrung gesammelt, kann das eine Begründung für die Verkürzung sein. Die verkürzte Ausbildungszeit wird dann vertraglich festgehalten

Auch während der Fachinformatiker-Ausbildung gibt es Möglichkeiten, die Dauer der Lehrjahre zu verkürzen. Den Antrag darauf kannst du erst nach der Zwischenprüfung stellen, die meistens in der Mitte der Ausbildung stattfindet. Solltest du eine überdurchschnittliche Leistung liefern, kannst du einen Antrag auf Ausbildungsverkürzung stellen. Auch dem muss der Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule zustimmen. 

Unterschiedliche Fachrichtungen

Während der Ausbildung musst du dich als Informatiker /-in spätestens zum Ende des zweiten Lehrjahres für eine Fachrichtung entscheiden. Die meisten Auszubildenden haben bereits vor Beginn der Ausbildung eine Tendenz oder sogar klare Vorstellung, andere aber wollen sich erst während der Ausbildung entscheiden. Du fragst dich, worin genau die Unterschiede liegen? Wir erklären es dir: 

Fachinformatiker /-in für Systemintegration

Als Fachinformatiker /-in für Systemintegration sorgst du dafür, dass die Technik in einem Unternehmen oder anderen Organisationen problemlos läuft. Dein Arbeitsplatz ist also nicht auf den Schreibtisch festgelegt. In nahezu allen Abteilungen eines Unternehmens wirst du Einsätze haben. Du bist der /die Fachmann /-frau für alle Anwendungs- und Installation-Fragen. Dazu erklärst und präsentierst du Mitarbeitern /-innen und Kollegen /-innen neue Programme oder Vorgehensweisen. Somit bist du täglich mit vielen Menschen in Kontakt. 

Fachinformatiker /-in für Anwendungsentwicklung

Im Vergleich dazu ist der Arbeitsalltag eines /-r Fachinformatikers /-in für Anwendungsentwicklung eher auf das Programmieren und Konzipieren von Software begrenzt. Außerdem beschäftigst du dich mit Tests und Anpassungen von Anwendungen. Dazu entwickelst du verschiedene Bedienoberflächen, die du nach den individuellen Wünschen der jeweiligen Kunden /-innen gestalten musst. Du beschäftigst dich also hauptsächlich mit der Software, während es bei dem /-r Fachinformatiker /-in für Systemintegration eher um die Hardware geht. Im Vergleich zum /-r Fachinformatiker /-in für Systemintegration hast du in der Regel auch weniger Kontakt mit Menschen. Dennoch arbeitest du häufig in einem Team, führst Schulungen durch und sitzt nicht alleine in deinem Büro. Ein Hauptteil deiner Arbeit findet allerdings am Schreibtisch statt.

Weitere Fachrichtungen

Im Sommer 2020 wird die Ausbildung zum /-r Fachinformatiker /-in noch um weitere Vertiefungen erweitert. Neben den beiden bisherigen Fachrichtungen gibt es zusätzlich die Möglichkeit, sich für die Fachrichtungen "Digitale Vernetzung" oder "Daten- und Prozessanalyse" zu entscheiden. 

Im Bereich der digitalen Vernetzung arbeitest du an der Vernetzung, Automatisierung und Optimierung digitaler Prozesse. Du vereinst Systeme miteinander und beschleunigst wichtige Prozesse. Damit bildest du die Schnittstelle zwischen der Produktion und der IT-Abteilung deines Unternehmens.

Die Fachrichtung der Daten- und Prozessanalyse beschäftigt sich vor allen mit datenbasierten Lösungen für digitale Produktions- und Geschäftsprozesse. Du bereitest Daten logisch auf, um deinen eigenen Arbeitsprozess und den deines Unternehmens zu erleichtern. Dafür analysierst du die Geschäftsprozesse und schlägst Optimierungen vor, die zur schnelleren Bearbeitung der Daten und Waren führen. 

Aufgaben von Fachinformatikern /-innen für Anwendungsentwicklung

Deine Berufsausbildung besteht aus theoretischen Blöcken in der Berufsschule und praktischen Einheiten im Ausbildungsbetrieb. In der Berufsschule erlernst du die Grundlagen für dein späteres Berufsleben. Neben deinen Mathematik- und Informatikkenntnissen besserst du auch dein Englisch auf. In der IT-Branche gilt Englisch als Hauptsprache, weswegen du sie nahezu perfekt beherrschen solltest. Auch ein großer Teil der Literatur und Anleitungen ist auf Englisch verfasst. Außerdem werden dir die Grundlagen des Programmierens beigebracht, die du später zum Ausüben deines Berufs benötigst. Weniger naheliegend aber dennoch wichtig sind Lehreinheiten zum Controlling und Rechnungswesen. Auch in diesem Bereich wirst du geschult, um die Grundlagen für spätere Herausforderungen im Berufsleben zu schaffen. Neben diesen Basics lernst du sowohl die Entwicklung als auch die Bereitstellung von Anwendungssystemen. Dazu werden dir schon in der Berufsschule Tipps zu Arbeitsorganisation und Kundenbetreuung gegeben. 

Während der Zeiten im Ausbildungsbetrieb lernst du dann die praktischen Grundlagen, die du zum Ausführen deines Jobs benötigen wirst. Schritt für Schritt wirst du in die Projekte deines Ausbildungsbetriebs eingearbeitet. Mithilfe erfahrener Kollegen lernst du, Programme und Anwendungen zu planen, konzipieren und programmieren. Du gestaltest benutzerfreundliche und anwendungsgerechte Bedienoberflächen und kommst mit den verschiedensten Programmiersprachen in Berührung. Diese hast du in der Berufsschule schon theoretisch kennengelernt, im Ausbildungsbetrieb kannst du jetzt deren praktische Anwendung testen. Ein Bereich, den du ebenfalls erlernen wirst, ist die Schulung von Anwendern. Neben der Tätigkeit am Schreibtisch gehört auch das zu deinem Berufsbild. Hierfür geben die deine Ausbilder wichtige Schulungs- und Beratungsmethoden an die Hand, die dir die Kommunikation mit den jeweiligen Kunden erleichtern. 

 Fachinformatiker Anwendungsentwicklung Programmieren

Einsatzgebiete 

Als Fachinformatiker /-in für Anwendungsentwicklung bist du nicht auf eine Branche beschränkt. Nahezu alle Bereiche benötigen IT-Fachkräfte, weswegen dir ein breites Feld an Möglichkeiten offen steht. Dieses erstreckt sich von klassischen IT-Unternehmen, über Beratungsfirmen, die Automobilbranche bis hin zur Medizin. 

Unabhängig von der Branche, für die du dich entscheidest, wird dein Arbeitsplatz in erster Linie am Schreibtisch sein. Seltener bist du auf Schulungen unterwegs, um den Anwendern die Handhabung der Software oder Kunden neue Benutzungsoberflächen zu erklären.

Ausbildungsvergütung und Einstiegsgehalt 

Berufe in der IT-Branche werde grundsätzlich gut bezahlt. Das gilt auch schon während der Ausbildung. Im ersten Lehrjahr liegt das Durchschnittsgehalt für Fachinformatiker /-innen bei 870 bis 950 Euro brutto im Monat. Im zweiten Jahr kannst du dich bereits über 940 bis 1.010 Euro Monatsbrutto freuen. Auch im letzten Jahr steigt das Gehalt noch einmal auf 1.020 bis 1.100 Euro brutto im Monat an. 

Abhängig ist dein Fachinformatiker-Gehalt vor allem davon, ob du nach Tarif bezahlt wirst oder nicht. Die tariflichen Löhne sind in der Regel höher, als die von einem Unternehmen selbst festgelegten Beträge. Auch hier gibt es aber Ausnahmen. Informiere dich daher vor Beginn deiner Ausbildung, ob dein Unternehmen tarifliche Löhne zahlt oder nicht. Die Möglichkeit einer Verhandlung bei nicht tariflicher Bezahlung besteht aber meistens auch, daher solltest du kein Unternehmen frühzeitig ausschließen. 

Dein Einstiegsgehalt als fertig ausgebildete /-r Fachinformatiker /-in für Anwendungsentwicklung liegt im Durchschnitt bei 2.000 bis 2.400 Euro brutto im Monat. 

Weiterbildung

Nach und auch schon während der Ausbildung stehen dir im technischen Bereich viele Optionen zur Weiterbildung offen. In diesem Job ist es essenziell, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Kaum eine andere Branche hat so eine geringe Halbwertszeit, wie die Technikbranche. 

Je nachdem, in welchem Ausbildungsbetrieb und Unternehmen du arbeitest kannst du die Schulungen und Weiterbildungen intern in Anspruch nehmen, oder musst dich um externe Angebote kümmern. Auch die externen Schulungen werden aber meistens vollständig oder wenigstens anteilig von deinem Arbeitgeber übernommen. 

Vielleicht kannst du dir auch vorstellen, dich akademisch weiterzubilden. Ein Studium nach der Berufsausbildung erhöht dein Einstiegsgehalt enorm. Mit 5.000 Euro brutto im Monat verdoppelt es sich sogar im Vergleich zu dem, was du nach der Ausbildung erhältst. Dennoch solltest du dir vor Studienbeginn darüber klar werden, ob ein dreijähriges oder sogar fünfjähriges Studium für dich infrage kommt und die Anforderungen sowie den Leistungsdruck nicht unterschätzen. 

Auch ohne Studium gibt es die Möglichkeit, sich über Weiterbildungen zum /-r staatlich geprüften Techniker /-in höhere Gehälter zu ermöglichen. Damit kannst du monatlich im Durchschnitt 3.500 Euro brutto verdienen. Die Fortbildung zur EDV-Fachkraft bringt dir ein Gehalt von 3.000 Euro brutto monatlich und ist damit etwas niedriger. 

Berufsaussichten für Fachinformatiker

Durch die vielen Weiterbildungsmöglichkeiten kannst du dich stetig weiterentwickeln. Die Weiterbildungen liefern dir eine gute Grundlage in Gehaltsverhandlungen oder Beförderungsgesprächen. Ein Stillstand in deiner beruflichen Karriere ist also unwahrscheinlich. 

Allgemein gelten die Berufe im IT-Bereich als Jobs mit Zukunft. Kaum eine Branche ist auf dem Arbeitsmarkt aktuell so gefragt. Immer wieder werden Fachkräfte gesucht, weswegen du als Fachinformatiker /-in für Anwendungsentwicklung keine großen Probleme auf dem Arbeitsmarkt hast. Durch den ständigen Bedarf an neuen IT-Lösungen in Unternehmen oder auch staatlichen Einrichtungen wird der Bedarf auch in Zukunft kaum abnehmen. 

Alternative Ausbildungsberufe 

Netzwerkadministrator /-in 

Willst du in einem Beruf mit besonders hoher Verantwortung arbeiten und deinen Fokus im technischen Bereich behalten, ist der Beruf des /-r Netzwerkadministrators /-in eine Option für dich. Du sorgst für den fehlerfreien Ablauf unternehmenseigener Netzwerke. Dein Ausbildungsgehalt liegt zwischen 800 und 1.100 Euro brutto monatlich. 

Fachinformatiker /-in für Systemintegration 

Möchtest du ein abwechslungsreiches Arbeitsumfeld und viel Kundenkontakt, ist der Beruf des /-r Fachinformatikers /-in für Systemintegration eine gute Alternative für dich. Hier bist du täglich in den verschiedensten Abteilungen eines Unternehmens tätig und sorgst für einen reibungslosen Ablauf der technischen Einrichtungen. Die Einstiegsgehälter liegen hier bei 1.800 bis 2.500 Euro brutto im Monat. 

Anlagenmechaniker /-in

Willst du dich mehr mit der Technik hinter verschiedenen Geräten und Abläufen beschäftigen, kommt der Beruf des /-r Anlagenmechaniker/ -in in Frage. Hier beschäftigst du dich mit der Erstellung von Montage- und Wartungsplänen mit Hilfe von technischen Zeichnungen. Die Spanne des Ausbildungsgeldes schwankt von Bundesland zu Bundesland. Mit einer Vergütung von 600 bis 1.000 Euro brutto kannst du während deiner Ausbildung aber rechnen. 

Überblick: Alle Infos zu Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung

  • Die Ausbildung des /-r Fachinformatiker /-in für Anwendungsentwicklung dauert in der Regel drei Jahre und kann unter speziellen Voraussetzungen verkürzt werden. 
  • Während der Ausbildung erlernst du die Grundlagen des Programmierens und der Anwendungsentwicklung, die du für dein späteres Berufsleben benötigst. 
  • Dein späterer Arbeitsalltag findet vor allem am Schreibtisch statt, hin und wieder wirst du aber auch für Schulungen von Anwendern eingesetzt. 
  • Die IT-Branche zählt zu den bestbezahlten Berufen, weswegen du während und auch nach der Ausbildung mit einer guten Vergütung rechnen kannst. 
  • Um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und dich auch im Laufe deines Berufslebens weiterzuentwickeln, sind regelmäßige Fort- und Weiterbildungen ein absolutes Muss in deiner Branche. 

Noch nicht ganz sicher? Mach jetzt den Selbsttest und finde heraus ob der Beruf des Fachinformatikers zu dir passt:

 

 
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