Fluggerätemechaniker Ausbildung
Fluggerätemechaniker sind für die Kontrolle und technische Wartung von Flugzeugen verantwortlich | GettyImages/aapsky
Autor

20. Feb 2019

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Fluggerätmechaniker Ausbildung: der technische Beruf mit Verantwortung

Der Beruf des Fluggerätmechanikers (m/w) passt zu dir, wenn:

  • du gerne mechanische und technische Aufgaben übernimmst.
  • Nachtschichten oder flexible Einsätze kein Problem für dich sind.
  • du auch unter Zeitdruck hochkonzentriert arbeiten kannst.
  • dich körperliche Arbeiten nicht aus dem Gleichgewicht bringen.
  • du handwerkliches Geschick und technisches Verständnis mitbringst.
  • du gute Noten in Mathematik, Physik und Englisch vorweisen kannst.
  • du gewissenhaft und sorgfältig deine Aufgaben bearbeitest.
  • du über räumliches Vorstellungsvermögen verfügst.
  • du dich geduldig auf die Problemlösung begeben kannst.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ausbildung
  2. Spezialisierung und Inhalte
  3. Einsatzgebiete
  4. Gehaltsaussichten
  5. Regionale Gehaltsunterschiede
  6. Weiterbildung
  7. Alternative Berufe
  8. Überblick

Die Fluggerätmechaniker Ausbildung – Voraussetzungen und Ablauf

Bei der Ausbildung zum Fluggerätmechaniker / zur Fluggerätmechanikerin handelt es sich um die duale Ausbildungsart, bei der du einen Teil deiner Ausbildungszeit in einer Berufsschule verbringst und den anderen Teil in einem Ausbildungsbetrieb. So wirst du optimal auf deinen späteren Berufsalltag vorbereitet, da du neben dem nötigen Theoriewissen auch erste Praxiserfahrungen sammeln kannst. Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel dreieinhalb Jahre. Hast du bereits erste Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt oder kannst du besonders gute Leistungen während deiner Ausbildung vorweisen, kannst du die Ausbildungsdauer auf zweieinhalb Jahre verkürzen. Die meisten Azubis beginnen ihre Ausbildung zum Fluggerätmechaniker mit einer mittleren Reife. Mit diesem Schulabschluss hast du die besten Chancen auf einen der beliebten Ausbildungsplätze. Neben einer Zwischenprüfung nach der Hälfte deiner Ausbildungszeit, schließt du deine Ausbildung mit einer Abschlussprüfung ab. Betreut werden die Prüfungen sowie der Ausbildungsablauf von der IHK (Industrie- und Handelskammer).

Spezialisierung und Inhalte während der Ausbildung

Während deiner Zeit in der Berufsschule lernst du theoretische Grundlagen zur Elektrotechnik, zur Werkstofftechnik und zur Aerodynamik. Dafür spezialisierst du dich im Laufe der Ausbildung auf eine von drei Fachrichtungen: die Triebwerks-, die Fertigungs- oder die Instandhaltungstechnik. So ebnest du den Weg in deinen späteren Berufsalltag.

Entscheidest du dich für die Fachrichtung Instandhaltungstechnik, bist du ein echter Experte für die Prüfung und Sicherung von Flugkörpern und ihrer Komponenten. Denn Sicherheit hat hier die höchste Priorität. Dafür führst du Wartungsarbeiten und Kontrollen durch. Entdeckst du währenddessen irgendwelche Störungen oder fällt ein System einmal aus, nimmst du die Reparatur in Angriff. In der Ausbildung lernst du, wie du Reparaturen mit Hilfe von technischen Hilfsgeräten wie z.B. Schweißgeräten – durchführst.

Bei der Fachrichtung für Fertigungstechnik beschäftigst du dich dagegen mehr mit der Montage eines Flugkörpers. Dabei liegt dein Fokus auf der Innenausstattung. Mit den Vorgaben und technischen Zeichnungen des Ingenieurs für Luft- und Raumfahrt, erweckst du seine Ideen zum Leben. Neben der Innenausstattung baust du aber auch beispielsweise Flugzeugrümpfe zusammen oder bringst Tragflächen an die richtige Stelle an.

Interessierst du dich für die Fachrichtung Triebwerkstechnik, kümmerst du dich um die Montage und Kontrolle von Triebwerkssystemen und tauchst dabei etwas tiefer in die Materie ein, um mögliche Störungen zu finden und schnellstmöglich zu beheben. Denn hier erfordert es detailliertes und sorgfältiges Arbeiten. In regelmäßigen Abständen werden die Triebwerke vollständig zerlegt, geprüft und dann wieder zusammengebaut.

Alle drei Fachbereiche vereinen die Sicherheitskontrollen, die Instandhaltung sowie die Reparatur von Flugkörpern und einzelnen Baugruppen eines Flugzeugs. Neben Flugzeugen bist du unter anderem auch in der Lage, Satelliten und Trägerraketen genauer unter die Lupe zu nehmen. Dafür führst du regelmäßige Wartungsaufgaben durch, um auch keine Fehler zu übersehen und die Sicherheit der Passagiere der Maschine zu gewährleisten. Dabei lernst du in allen Fachbereichen während der Ausbildung die Elektro- und Messtechnik besser kennen und wie du diese in die Flugkörper einbaust. Bei der Wartung überprüfst du alle wichtigen Teile eines Flugzeugs, vom Triebwerk bis hin zur Bordelektronik. Da du dafür ausreichend Platz benötigst, verbringst du einen großen Teil deines Arbeitsalltages in großen Werkhallen an Flughäfen, in denen du die Flugzeuge optimal untersuchen kannst. Manche Kontroll- oder Wartungsaufgaben lassen sich allerdings besser im Freien auf dem Rollfeld durchführen. Üblicherweise arbeiten Fluggerätmechaniker im Schichtdienst. Da die Flugzeuge tagsüber meistens im Einsatz sind, werden die Wartungsarbeiten daher eher in der Nachtschicht getätigt. Bei Montageeinsätzen im Ausland bist du auch schon mal für mehrere Tage auf Dienstreise. Daher wirst du während deiner Ausbildung im technischen Englisch fit gemacht, denn viele Anweisungen oder Funktionsbeschreibungen sind in dieser Sprache verfasst.

Fluggerätmechaniker in der Ausbildung   

Einsatzgebiete nach der Berufsausbildung

Hast du deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, kannst du endlich in das Berufsleben starten. Fluggerätmechaniker sind dann vor allem bei Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie beschäftigt, insbesondere bei Fluggesellschaften oder bei der Bundeswehr. Der Flughafen ist das in der Regel dein tägliches Arbeitsumfeld.

Die Gehaltsaussichten für Fluggerätmechaniker

Ausbildungsvergütung

Wenn du die Fluggerätmechaniker Ausbildung in Betracht ziehst, entscheidest du dich nicht nur für einen spannenden Ausbildungsberuf, sondern auch für einen sehr lukrativen, denn während deiner Ausbildung kannst du dich auf eine großzügige Vergütung freuen. Im Vergleich zu anderen dualen Ausbildungen, liegt diese nämlich deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Im ersten Ausbildungsjahr kannst du schon mit bis zu 930 Euro brutto im Monat rechnen. Im zweiten Ausbildungsjahr steigt dein Gehalt auf bis zu 1020 Euro brutto monatlich an und im letzten Ausbildungsjahr verdienst du dann 1155 Euro brutto im Monat. Beeinflusst wird dein Gehalt immer von mehreren Faktoren, z.B. von deinem Arbeitgeber. Gehört dein Ausbildungsbetrieb beispielsweise einem Arbeitgeberverband an, der mit einer Gewerkschaft einen Tarifvertrag geschlossen hat, gibt diese die Gehälter für die Mitarbeiter vor. Ebenfalls einen Einfluss auf deinen Verdienst hat die Branche, in der du arbeitest, sowie dein Arbeitsort. Hast du bereits Erfahrungen in diesem Beruf gesammelt oder kannst zusätzliche Qualifikationen vorweisen, erhöhen sich ebenfalls deine Verdienstmöglichkeiten.

Einstiegsgehalt

Startest du nach deiner Ausbildung dann in die Berufswelt, kannst du dich direkt auf ein höheres Gehalt freuen. Als voll ausgebildeter Fluggerätmechaniker / Fluggerätmechanikerin erwartet dich monatlich ein Einstiegsgehalt zwischen 2000 und 2400 Euro brutto. Sammelst du über die Jahre mehr Berufserfahrung, sieht der Tarif für Fluggerätmechaniker (m/w) bis zu 2900 Euro im Monat vor. Entscheidest du dich für regelmäßige Weiterbildungen, können diese auch für bessere Gehaltsaussichten sorgen.

Regionale Gehaltsunterschiede hier verdienst du am meisten

Besonders dein Arbeitsort spielt eine wichtige Rolle bezüglich deiner Gehaltsaussichten. Wir geben dir hier einen Überblick, mit welchem Verdienst du in den verschiedenen Regionen Deutschlands als Fluggerätmechaniker rechnen kannst:

  • Norden, z.B. Hamburg: 2000 bis 7700 Euro brutto
  • Osten, z.B. Dresden: 2000 bis 4700 Euro brutto
  • Süden, z.B. München: 2900 bis 6700 Euro brutto
  • Westen, z.B. Düsseldorf: 2900 bis 5100 Euro brutto

Hier wird besonders in den nördlichen und südlichen Regionen eine große Gehaltsspanne deutlich.

Bessere Gehalts- und Karriereaussichten durch Weiterbildung

Möchtest du noch weiter hinauf auf der Karriereleiter und noch bessere Gehaltschancen erreichen, dann gelingt dir das am besten durch Weiterbildungen.

Eine Möglichkeit wäre dafür die Weiterbildung zum / zur Industriemeister / -in im Bereich Flugzeugbau / Luftfahrttechnik. Die Voraussetzung für den Meister, ist eine mindestens dreijährige Berufserfahrung. Hast du die Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen, kannst du von nun an Fach- und Führungsaufgaben in der Flugzeugindustrie übernehmen und erhältst somit mehr Verantwortung. Denn du überwachst die Produktion, die Montage sowie die Instandhaltung von beispielsweise Flugzeugen oder Satelliten. Du sorgst also dafür, dass alle Vorgaben eingehalten werden. Dabei bildest du die Schnittstelle zwischen Mechanikern, Technikern und Betriebswirten und vermittelst zwischen ihnen. Dein Gehalt liegt dann im Monat bei ca. 4500 Euro brutto.

Alternativ kannst du auch die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker in der Fachrichtung Luftfahrzeugtechnik in Betracht ziehen. Hast du diese Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen, bist du in der Position, Luftfahrzeuge und deren Komponenten zu entwerfen und zu konstruieren. Dabei übernimmst du auch die technische Überwachung sowie die Instandsetzung. Deine Gehaltsaussichten liegen dann monatlich bei ca. 4750 Euro brutto.

Neben Weiterbildungen kannst du dich auch für den akademischen Weg und somit für ein Studium entscheiden. Hierfür benötigst du eine Hochschulzugangsberechtigung. Passende Studiengänge wären beispielsweise das Ingenieurwesen, der Flugzeugbau oder die Luft- und Raumfahrtelektronik. Die Auswahl an passenden Studiengängen in Deutschland ist sehr vielfältig. Möchtest du lieber berufsbegleitend studieren, gibt es auch dafür viele Möglichkeiten. So musst du die Vorzüge der Arbeitswelt nicht direkt wieder aufgeben und bleibst finanziell weiter unabhängig. Ein Studium kann dein Gehalt im Monat bis zu 6260 Euro brutto aufbessern.

Als Prüfer bist du, ähnlich wie der Instandhaltungstechniker, für die Kontrolle und Überprüfung von neueingebauten Elementen bezüglich der Sicherheit, der Qualität und der Funktionstüchtigkeit verantwortlich. Angeboten wird die Weiterbildung zum Prüfer in der Regel von privaten Anbietern, daher kann die Dauer und der Ablauf variieren. Gehälter bis zu 4400 Euro brutto sind im Monat durch diese Weiterbildung möglich.

Fluggerätmechaniker können ähnlich wie Fachinformatiker verschiedene Lizenzen erwerben, um für besondere Reparaturverfahren oder Produktionsvorgänge autorisiert zu sein. Bekannte und wichtige Lizenzen sind beispielsweise die EASA-PART-66-Modulausbildung sowie die CAT-A, B1 und C-Lizenzen. Durch Weiterbildungen oder den Erwerb von verschiedenen Lizenzen erhöhen sich deine Gehaltsaussichten auf bis zu 4200 Euro brutto im Monat.

Weiterbildung Fluggerätmechaniker

Alternative Berufe

Luftverkehrskaufmann

Der Luftverkehrskaufmann ist eher für organisatorische und technische Aufgaben am Flughafen zuständig. Er sorgt dafür, dass kein Chaos entsteht. Der beliebte Ausbildungsberuf verspricht zudem gute Gehaltsaussichten.

Astronaut

Wenn du Astronaut werden möchtest, geht es für dich noch höher hinaus, denn du arbeitest dann im Weltraum und lebst auf einer Raumstation. Der Beruf verspricht sehr gute Gehaltsaussichten, jedoch ist der Ausbildungsweg sehr herausfordernd und du musst bestimmte Voraussetzungen mitbringen.

Überblick: Die wichtigsten Infos zum Beruf des Fluggerätmechanikers:

  • Die Ausbildung findet dual statt.
  • Spezialisierungen während der Ausbildung sind möglich.
  • Du beschäftigst dich in deinem Berufsalltag mit mechanischen und technischen Aufgaben.
  • Du arbeitest als Fluggerätmechaniker in der Luft- und Raumfahrtindustrie.
  • Es erwartet dich ein lukratives Ausbildungsgehalt.
  • Weiterbildungen können deine Gehaltsaussichten verbessern.
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