Geomatiker Ausbildung
Geomatiker erheben mit bestimmten Messverfahren Geodaten | GettyImages/nd3000
Autor

31. Jan 2019

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Geomatiker Ausbildung - So wirst du Experte für Geodaten

Was macht eigentlich ein Geomatiker (m/w)?

Die Geomatiker Ausbildung ist ein relativ neuer Ausbildungsberuf und daher ist vielen der Beruf des Geomatikers / der Geomatikerin noch gar nicht richtig bekannt. Erst seit 2010 kann man sich für diese Ausbildung entscheiden. In erster Linie erheben und verarbeiten Geomatiker Geodaten. Geodaten sind digitale Informationen, die man auf der Erdoberfläche einer bestimmten räumlichen Lage zuweist. Diese werden mit speziellen Software-Programmen zu Karten und Grafiken verarbeitet. Wenn du diese Daten nicht selbst erhebst, kannst du auch auf bereits vorhandene geografische Daten zurückgreifen und diese auswerten. Benutzt du beispielsweise ein Navigationssystem, eine Wanderkarte oder eine Wegweiser-App greifst du auf die Ergebnisse von Geomatikern zurück.

Der Beruf des Geomatikers passt zu dir, wenn...

  • du gerne in der freien Natur unterwegs bist
  • du einen großen Wert auf Genauigkeit legst
  • in der Schule deine Lieblingsfächer Mathematik und Geografie waren
  • du gestalterische und analytische Fähigkeiten besitzt
  • du sorgfältig und gewissenhaft arbeitest
  • du hoch konzentrierst deine Aufgaben bearbeitest

Die Geomatiker Ausbildung - der Ablauf

Die Geomatiker Ausbildung gehört zu den klassischen, dualen Ausbildungsberufen. Sie kann im öffentlichen Dienst sowie in der Privatwirtschaft absolviert werden. Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel 3 Jahre. Empfohlen wird für diese Ausbildung die mittlere Reife. Während der Berufsschule sowie in deinem Ausbildungsbetrieb lernst du, wie man Geodaten erfasst oder sie gegebenenfalls aus anderen digitalen Datensätzen übernimmt. Zu deinen Aufgaben gehört danach die Daten auf Vollständigkeit sowie Aktualität zu prüfen und aus diesen einen Datensatz zu erstellen. Wenn du selbstständig Daten erhebst bist du viel unterwegs und arbeitest draußen. So lernst du, woher die erhobenen Daten überhaupt stammen. Nach deiner Ausbildung spezialisierst du dich in der Regel auf einen bestimmten Bereich.

Diese Inhalte erwarten dich in der Berufsausbildung:

  • Erstellung oder Beschaffung von Geodaten
  • Verarbeitung und Aufbereitung der Geodaten in unterschiedlichen Formaten für verschiedene Medien
  • Nutzung der Informations- und Kommunikationssysteme der Geomatik
  • Durchführung von Kundenaufträgen sowie die Kundenberatung
  • Verwendung von Methoden der visuellen Kommunikation
  • Übertragung der Geodaten in Karten, Präsentationsgrafiken oder multimediale Produkte
  • Wahl des geeigneten Messverfahrens
  • Planung und Durchführung der Messung / Datenmanagement
  • Verwendung von fachrelevanten Informations- und Kommunikationstechniken
  • Richtige Verwendung von Rechts- und Verwaltungsvorschriften
  • Fächer wie Geometrie und Typologie

Diese Aufgaben erwarten dich im Berufsleben

Neben der Erhebung der Geodaten und der Modellierung dieser anhand von Veränderungsprozessen, ist eine weitere wichtige Aufgabe von Geomatikern ist die Kundenberatung. Du berätst deine Kunden bezüglich der benötigten Menge und Art der Daten, wie die Daten optimal dargestellt werden können und welche Schlussfolgerungen sich aus ihnen ergeben, z.B. was diese für eine Standortplanung bedeutet. Die Kunden, die du während deiner Arbeit betreust, stammen in der Regel aus Behörden oder Industrieunternehmen sowie aus Umweltschutz- und Entwicklungsorganisationen.

Mit speziellen Anwendungsprogrammen und -software bearbeitest du die erhobenen Daten an deinem Computer und überträgst diese anschaulich in beispielsweise Karten oder dreidimensionalen Darstellungen. Auch Animationen sind zu Veranschaulichung bestens geeignet, wenn du beispielsweise einen Flug über ein bestimmtes Gelände demonstrieren möchtest. Die Geodaten sollen ausgewählte Aspekte der räumlichen Gegebenheiten verdeutlichen, beispielsweise die Verteilung der durchschnittlichen Niederschlagsmenge oder die Veränderung der Sozialstruktur einer Stadt bezogen auf einen gewissen Zeitraum. Gängige Software, die Geomatiker benutzen, ist z.B. die GIS-Software, die zur Verwendung eines Geoinformationssystems dient. Aber auch kartographische Software unterstützt den Geomatiker bei seiner alltäglichen Arbeit.

Aber du bist nicht nur dafür zuständig neue Daten zu generieren, sondern überarbeitest und korrigierst auch bereits vorhandene Daten und aktualisierst diese, insbesondere veraltete Darstellungen.

Unterschiedliche Verfahren und Hilfsmittel helfen dir bei der Erhebung deiner Daten. Anhand deiner Daten entwickelst du ein Gespür dafür, ob diese Daten verwertbar sind oder ob diese aufbereitet werden müssen. Deine Daten pflegst du dann in Datenbanken ein, um diese immer zu Verfügung und abgesichert zu haben.

Hier arbeitest du als Geomatiker

Geomatiker arbeiten in der Regel in Behörden des Vermessungswesens sowie in allen Betrieben, die für die Erhebung, Anwendung und Verwertung von Geodaten verantwortlich sind. Nach deiner Ausbildung entscheidest du für dich, in welchem Bereich du dich gerne spezialisieren möchtest. Hier hast du z.B. die Wahl zwischen der Vermessung, der Digitalisierung sowie der Visualisierung und der Dokumentation dieser.

Viele Geomatiker sind nach ihrer Ausbildung ebenfalls in der öffentlichen Verwaltung oder in der Bauplanung sowie im Verlagswesen für Kartografie zu finden.

Das Gehalt von Geomatikern

Schon in der Ausbildung zum Geomatiker / -in  kannst du dich auf ein gutes Ausbildungsgehalt freuen, das bereits weit über dem durchschnittlichen Gehalt anderer dualer Ausbildungsberufe liegt. Im ersten Ausbildungsgehalt verdienst du bis zu 850 Euro brutto im Monat, im zweiten Jahr steigt dein Gehalt im Monat auf 900 Euro brutto an und im letzten Ausbildungsjahr sind es schon 950 Euro brutto. Dein Gehalt kann hier variieren, abhängig davon ob du im öffentlichen Dienst oder z.B. in einem Ingenieurbüro arbeitest. Im öffentlichen Dienst verdienst du jedoch mehr.

Nach dem erfolgreichen Abschluss deiner Ausbildung, erwartet dich ein Einstiegsgehalt monatlich bis zu 2300 Euro brutto. Arbeitest du dann schon länger in deinem Betrieb und kannst mehr Berufserfahrung vorweisen, steigt auch dein Gehalt in der Regel weiter an. Dann sind Gehälter bis zu 3600 Euro brutto monatlich denkbar.

Dein Ausbildungsgehalt sowie auch dein Einstiegsgehalt werden immer von mehreren Faktoren beeinflusst, wie z.B. deinem Arbeitgeber, also wie groß das Unternehmen ist, in dem du arbeitest. Auch Faktoren wie dein Arbeitsort oder deine bereits vorhandenen Erfahrungen haben einen großen Effekt auf die Höhe deines Gehalts.

So kannst du dich nach der Ausbildung weiterbilden

Nach deiner Ausbildung solltest du dich, wie in jedem Job, regelmäßig weiterbilden. Weiterbildungen ermöglichen es dir weiter die Karriereleiter hinaufzusteigen und somit auch deine Gehaltsaussichten zu verbessern.

Sogenannte Anpassungsweiterbildung helfen dir in deinem Fachbereich auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. So kannst du dich weiterbilden und bleibst auch auf dem Arbeitsmarkt attraktiv. Diese Anpassungsweiterbildungen kannst du in unterschiedlichen Bereichen absolvieren, z.B. in der Vermessungstechnik oder in der Geografie. Diese helfen dir auch, wenn du dich nach deiner Ausbildung auf einen bestimmten Bereich spezialisieren möchtest.

Eine weitere Option nach der Ausbildung ist die Weiterbildung zum Techniker für Geologietechnik. Diese befähigt dich dazu, für die Vorbereitung von geologischen Untersuchungsarbeiten zuständig zu sein, die du durchführst und auswertest. Der Fokus liegt hier auf Bereiche wie die Ingenieurgeologie oder die Umweltgeologie.

Auch die Weiterbildung zum Techniker für Vermessungstechnik ermöglicht es dir, dich in deinem Fachbereich weiter zu spezialisieren. In dieser Weiterbildung liegt der Fokus auf vermessungstechnischen Aufgaben. In der Regel arbeitest du dann in Ingenieurbüros.

Ebenso ist ein Studium nach deiner Ausbildung möglich, wenn du eine Hochschulzugangsberechtigung mitbringst. Gängige Studiengänge in diesem Bereich sind beispielsweise Geoinformatik, Vermessungstechnik oder Vermessungswesen. Hast du ein Studium abgeschlossen, verbessern sich auch deine Gehaltsaussichten, denn als Bachelorstudent kannst du monatlich ein Gehalt zwischen 3600 und 5100 Euro brutto einplanen.

Möchtest du dann noch den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, ist das auch in diesem Beruf möglich. Hast du genug Berufserfahrung gesammelt und kannst das nötige betriebswirtschaftliche Wissen vorweisen, hast du die Möglichkeit dich z.B. als Dienstleister für Geodatenvisualisierung selbstständig zu machen.

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