Informatiker Berufsbild Programmieren
Informatiker /-innen werden auf dem Arbeitsmarkt gesucht und sind in jeder Branche gefragt. | Foto: Arian Darvishi/Unsplash
Autor

18. Feb 2020

Hannah Dautzenberg

Berufsbilder

Informatiker /-in: alle Informationen zum Beruf!

Der Beruf Informatiker / in ist genau das Richtige für dich, wenn...

  • Computer und analytisches Denken dein Herz höher schlagen lassen.
  • du teamfähig bist.
  • deine Begeisterung für technische Zusammenhänge groß ist.
  • du dich auch privat mit den neuesten Trends der IT-Branche beschäftigst.
  • Englisch für dich kein Problem ist.  
  • du belastbar bist.
  • du über ein gewisses Organisationstalent und eine schnelle Auffassungsgabe verfügst.  
  • du gerne Verantwortung übernimmst.
  • du viel Geduld besitzt und gut zuhören kannst.  
  • dir erklären und präsentieren leicht fällt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Ausbildung
  3. Schwerpunkte
  4. Aufgaben
  5. Einsatzorte
  6. Gehaltsaussichten
  7. Weiterbildung
  8. Alternative Berufe
  9. Überblick
  10. Selbsttest

Was ist eigentlich ein Informatiker? Eine Definition

Ein Informatiker forscht und arbeitet im Bereich der Informatik. Genauer gesagt vertiefen sie sich in den Bereichen der Softwareentwicklung und Informationstechnik, besser bekannt als IT. Informatiker können sowohl im theoretischen und wissenschaftlichen Bereich arbeiten, als auch praktische Probleme bei der Erstellung oder Nutzung von Hard- und Software lösen. 

So wirst du Informatiker /in – die Ausbildung

Der klassische Weg, um den Beruf des/der Informatikers /-in zu erlernen, ist das Informatik-Studium. Voraussetzung dafür ist die Hochschulreife. Viele Universitäten und Fachhochschulen bieten ein solches Studium an, wobei du zwischen verschiedenen Vertiefungen wählen kannst. 

Hier ein kurzer Überblick, über mögliche Studiengänge: 

  • Allgemeine Informatik 
  • Wirtschaftsinformatik 
  • Bioinformatik
  • Geoinformatik 
  • Naturwissenschaftliche Informatik 
  • Maschinenbauinformatik 
  • Ingenieurinformatik 
  • Luft- und Raumfahrtinformatik 
  • Medizinische Informatik 
  • Technische Informatik 

Nachdem das Bachelorstudium erfolgreich abgeschlossen ist, kannst du deine Qualifikation noch durch einen Master erweitern. Ob ein Master für Informatiker /-innen notwendig ist, kann man pauschal nicht sagen. Eine umfangreiche und ausgeprägte Praxiserfahrung kommt bei zukünftigen Arbeitgebern ebenfalls gut an. Neben dem Studium gibt es die Möglichkeit, eine Ausbildung zum /-r Fachinformatiker /-in zu absolvieren. Hier ist die mittlere Reife ausreichend, um sich für einen Ausbildungsplatz zu qualifizieren. Diese Ausbildung unterteilt sich in zwei Fachrichtungen. Zum einen gibt es die Möglichkeit, die Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration zu absolvieren. 

Wenn du dich für die Fachrichtung Systemintegration entscheidest, sorgst du vor allem darum, dass die IT in Unternehmen problemlos läuft. Neben der Installation müssen die Programme den Kollegen erklärt und präsentiert werden. 

Zum anderen steht dir die Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung offen. Hier beschäftigst du dich mit der Realisierung von Softwareprojekten unterschiedlichster Art. 

Informatiker Berufsbild Präsentation

Studienschwerpunkte

Bachelorstudium

Im Bachelorstudium erweiterst du neben den Grundlagen der Informatik vor allem dein mathematisches Wissen und kannst dazu deine Programmierfähigkeiten und Englischkenntnisse stärken. Abhängig davon, ob du das Studium an einer Universität oder Fachhochschule beginnst, sind die Inhalte mehr oder weniger praxisbezogen. Allerdings stehen dir auch während des theorielastigen Universitätsstudium Möglichkeiten für Praktika offen. Grundsätzlich beträgt die Regelstudienzeit sechs Semester, danach verfügst du über den Bachelor of Science

Duales Studium

Informatik kannst du auch dual studieren. Damit durchläufst du dann eine Kombination aus der Berufsausbildung zum /-r Fachinformatiker /-in und dem Studium der Informatik. Da du hier für zwei Abschlüsse lernen musst, ist die Lernbeanspruchung demnach allerdings deutlich höher

Studieninhalte

Ganz gleich für welchen Weg du dich entscheidest, bestehen die ersten Semester vor allem aus der Vermittlung von Programmiergrundkenntnissen und der Arbeit im Rechnernetz. Oft wird gerade das Programmieren an praktisches Beispielen wie kleineren Games geübt, die Mathematikmodule werden dagegen größtenteils theoretisch vermittelt. In den höheren Semestern wird das Wissen in Teildisziplinen vertieft, die von Universität zu Universität verschieden sind. Beispielsweise besteht die Wahl zwischen technischer Informatik, Robotik, Bioinformatik, Geoinformatik oder auch Wirtschaftsinformatik. Bevor du dich für den Studiengang entscheidest, solltest du dich aber an deiner Universität oder Fachhochschule informieren, welche Spezialisierungen angeboten werden. Gleiches gilt für den Master, bei dem du ich für verschiedene Vertiefungen entscheiden muss.

Die Aufgaben des /-r Informatikers /-in 

Wenn du dein Studium erfolgreich beendet hast, wartet ein breit gefächertes Aufgabenspektrum auf dich. Die Tätigkeitsfelder können zum Beispiel ganz klassisch in der Softwareentwicklung und Informationstechnik liegen. Üblicherweise zählen aber auch die Entwicklung, Programmierung und Modifizierung von Soft- und Hardware zu den Aufgaben eines r/-r Informatikers /-in. Neben der Arbeit mit komplexen Informations- und Steuerungssystemen verteilen sich die Aufgaben in den Bereichen der theoretischen, praktischen, technischen oder angewandten Informatik. Zu den weiteren Tätigkeitsfeldern können auch die Arbeit in der Systemadministration oder sogar der Projektleitung gehören. Eine deutliche Definition der Aufgabenbereiche ist kaum möglich, da die Berufsbezeichnung sehr weit gefasst ist. Neben den oben genannten Möglichkeiten können Informatiker /-innen genauso als IT Projektmanager /-in, Webentwickler /-in oder sogar Sicherheitsexperte /-in in computergestützten Umfeldern arbeiten. Selbst Beratertätigkeiten gehören zu möglichen Aufgaben. Hier beraten Informatiker /-innen vor allem Unternehmen bei der Anschaffung neuer EDV-Technik oder führen Schulungen für Mitarbeiter /-innen durch.

Einsatzorte von Informatikern /-innen

Das Bild vom vereinsamten Nerd, der in einem dunklen Kämmerchen hockt und nur in der Pause ein wenig Sonnenlicht abbekommt, ist höchstens noch in Comicserien aktuell. IT-Fachkräfte können mittlerweile in nahezu allen Bereichen arbeiten. Die Branchen erstrecken sich über folgende Bereiche:  

  • Computer
  • Elektro
  • Bau
  • Gesundheit
  • Finanzdienstleistungen
  • Management
  • Maschinenbau
  • Transport
  • Druck 
  • Verbände und Organisationen

Der genaue Arbeitsplatz eines /-r Informatikers /-in kann in einem klassischen Büro liegen, aber auch in Entwicklungsabteilungen, Forschungsinstituten und Testlabors. Solltest du dich für den Job des/der Informatikers /-in entscheiden, kannst du aber auch genauso gut im Außen- und Kundendienst eingesetzt werden oder in Schulungs- und Unterrichtsräumen arbeiten.

Informatiker Berufsbild Programmieren

Gehalt: So viel Verdienst du als Informatiker /-in

Einstiegsgehalt

Als Informatiker /-in kannst du schon zum Berufseinstieg mit einer guten Vergütung rechnen. Ein Gehalt von 40.000 Euro bis 50.000 Euro brutto jährlich ist hier nicht unüblich, mehr als die Hälfte der Absolventen /-innen starten mit solchen Gehältern in die Berufswelt. Damit zählt der/die Informatiker /-in zu den bestbezahlten Berufen. Nur ein Fünftel der Jobanfänger muss mit weniger Geld auskommen, wobei auch hier nur die wenigsten mit einem Jahresgehalt unter 30.000 Euro brutto klarkommen müssen. Die Gehaltsunterschiede zwischen einem /-r Bachelor- und Masterabsolventen /-in können je nach Arbeitsplatz bei bis zu 10.000 Euro brutto im Jahr liegen. Da die Abstufungen aber von jedem Unternehmen selbst getroffen werden, ist eine pauschale Aussage nicht möglich. Die Frage danach, ob du noch einen Master absolvieren möchtest oder nicht, sollte also nicht von deinem Gehalt, sondern vielmehr von deinen persönlichen Interessen abhängig gemacht werden. 

Gehaltsentwicklung

Abgesehen vom Einstiegsgehalt haben Informatiker /-innen auch im weiteren Verlauf ihrer Karriere immer wieder die Möglichkeit, durch Beförderungen ihr Gehalt anzuheben. Im Durchschnitt verdienen Informatiker /-innen nach sechs bis zehn Jahren 10.000 Euro brutto mehr pro Jahr, als zu Beginn ihres Berufslebens. Vor allem große Firmen wie Google, Microsoft, SAP oder IBM locken mit hohen Gehältern, aber auch Automobilkonzerne gelten als beliebte Arbeitgeber für Informatiker.

Die Weiterbildungsmöglichkeiten

Die Weiterbildung ist im IT-Bereich keine Frage des Wollens, sondern ein Muss. Nirgends hat das fachliche Wissen eine geringere Halbwertszeit als in dieser Branche. Daher ist es für jede/-n Informatiker /-in wichtig, sich regelmäßig weiterzubilden. Da sie für deine tägliche Arbeit dringend notwendig sind, werden diese Weiterbildungen oft von deinem Arbeitgeber angeboten. Solltest du aber beispielsweise selbstständig arbeiten, gibt es genügend Einrichtungen, die solche Fortbildungen anbieten. Um sich auf der Karriereleiter weiterzuentwickeln, ist ein ständiges Up-To-Date sein natürlich auch unerlässlich. So kannst du beispielsweise vom Junior-Informatiker zum Senior-Informatiker befördert werden und am Ende sogar Posten der Geschäftsleitung übernehmen. Da sich die IT-Branche immer weiter entwickelt, ist der Beruf des /-r Informatiker /-in definitiv ein Beruf mit Zukunft. 

Informatiker /-in – Alternative Berufe

Wenn du als Informatiker /-in nicht in die Wirtschaft gehen willst, steht dir in diesem Bereich auch der Weg in die Lehre offen.

Informatiklehrer/-in

Vor allem an Berufsschulen oder Gymnasien werden immer wieder Informatiklehrer /-innen gesucht. In den meisten Fällen unterrichtest du dann Mathe als Zweitfach. Auch der Quereinstieg als Berufsschullehrer /-in ist möglich.

Professor/-in für Informatik 

Wer seine Zukunft nicht in der Schule sieht, kann alternativ auch den Weg an die Uni wählen. Eine Promotion oder sogar Habilitation im Bereich der Informatik ist keine Seltenheit, danach kannst du dann als Professor /-in an der Uni deine Karriere starten.  

Ingenieur /-in

Für alle, die Technik spannender finden als Software, kommt der Beruf des Ingenieurs als Alternative infrage. Zwischen den beiden Berufsfeldern gibt es viele Schnittstellen, die eine Zusammenarbeit zwischen Informatiker /-innen und Ingenieur /-innen fordern. In weiten teilen ähneln sich die beruflichen Aufgaben aber auch. Es gibt sogar die Möglichkeit, als IT-Ingenieur /-in zu arbeiten, um eine Kombination der beiden Berufe ausüben zu können. 

Überblick: die wichtigsten Infos zum Beruf des Informatikers

  • Der klassische Weg zum /-r Informatiker /-in verläuft über ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule.
  • Informatiker /-innen bedienen ein breites Aufgabenspektrum, was von der Softwareentwicklung bis hin zur Projektplanung gehen kann.
  • Bereits zum Einstieg erhalten Informatiker /-innen ein gutes Gehalt, welches sich je nach Karriereentwicklung auch in späteren Jahren noch deutlich erhöhen kann. 
  • Als Informatiker /-in ist es wichtig, immer auf dem neuesten Stand zu sein und sich regelmäßig fortzubilden, um den schnellen technischen Entwicklungen nicht hinterher zu sein. 

Selbsttest: Passt der Beruf des /-r Informatikers /-in zu dir?

Du bist dir nicht sicher, ob du wirklich Informatiker /-in werden möchtest? Wir haben einen Selbsttest für dich, mit dem du prüfen kannst, ob du die wesentlichen Voraussetzungen mitbringst. 

 
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