Juristische Ausbildungen - Gesetze, Gericht, Normen und Recht
Es muss nicht immer ein Jurastudium sein... | Foto: Thinkstock/Comstock
Autor

05. Nov 2014

Janina Finkemeyer

Berufsbilder

Juristische Ausbildungsberufe

Ausbildungsalternativen zum klassischen Jura-Studium

Rechtsanwaltsfachangestellte/r

Aufgaben: Als Rechtsanwaltsfachangestellte erledigt ihr sämtliche Bürotätigkeiten für Anwälte. Ihr vereinbart und koordiniert Termine, kümmert euch um die Führung von Akten und die Einhaltung von Fristen. Auch das Anfertigen von Schriftsätzen, die Korrespondenz mit Mandanten und Buchhaltungsaufgaben gehören zu dem Beruf dazu.

Erforderlicher Schulabschluss: Kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben, überwiegend werden Azubis mit Abitur oder der mittleren Reife eingestellt.

Das solltet ihr mitbringen: Interesse an juristischen Fragen, Kommunikations- und Ausdrucksstärke, Teamfähigkeit, Organisationstalent

Ausbildungsdauer: 3 Jahre (Verkürzung ist möglich)

Vergütung: Je nach Bundesland und Ausbildungsbetrieb variieren die Gehälter sehr stark. Im ersten Jahr liegt die Vergütung in der Regel zwischen 325 und 600 Euro, im zweiten Jahr zwischen 435 und 650 Euro und im dritten Jahr zwischen 525 und 750 Euro.

Mögliche Arbeitsplätze: Arbeitsplätze findet ihr hauptsächlich in Rechtsanwaltskanzleien, in Rechtsabteilungen von Unternehmen oder in der Verwaltung.
 



Notarfachangestellte/r

Aufgaben: Die Aufgaben sind ähnlich wie bei einer Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten. Bürotätigkeiten, Korrespondenz mit Mandanten, Behörden und Gerichten und die Überwachung von Zahlungseingängen stehen auf der Tagesordnung. Außerdem nimmt die Bearbeitung und Erstellung von Urkunden einen Großteil der Arbeitszeit ein.

Erforderlicher Schulabschluss: Es ist kein spezieller Schulabschluss vorgeschrieben, rund ein Drittel aller Azubis haben jedoch das Abitur.

Das solltet ihr mitbringen: gute Noten in Mathe und Deutsch, Genauigkeit, Interesse an Gesetzesfragen

Ausbildungsdauer: 3 Jahre, bei guten Leistungen ist auch eine Verkürzung möglich.

Vergütung: Die Vergütungsempfehlungen liegen bei 450 bis 750 Euro im ersten Jahr, 550 bis 800 im zweiten und 650 bis 900 Euro im dritten Ausbildungsjahr.

Mögliche Arbeitsplätze: Notariate und Rechtsanwaltskanzleien mit eigenem Notariat.
 



Patentanwaltsfachangestellte/r

Aufgaben: Patentanwaltsfachangestellte üben allgemeine Bürotätigkeiten aus wie Korrespondenz mit Mandanten, Einhaltung von Fristen, Anträge für neue Patentanmeldungen stellen, Neuanmeldungen und Veröffentlichungen auswerten

Erforderlicher Schulabschluss: Das Abitur ist keine Voraussetzung, 56 Prozent der Azubis haben allerdings ihr Abi gemacht.

Das solltet ihr mitbringen: gute Englischkenntnisse, Zuverlässigkeit, Sorgfalt, Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung, juristisches Interesse

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Vergütung: Nach Empfehlung der Patentanwaltskammer bekommt ihr 670 Euro im ersten Ausbildungsjahr, 800 im zweiten und 890 Euro im dritten Jahr.

Mögliche Arbeitsplätze: Patentanwaltskanzleien und teilweise auch Rechtsabteilungen von Unternehmen
 



Justizfachangestellte/r

Aufgaben: Akten führen und archivieren, Fristen überwachen, Registraturarbeiten durchführen, Protokolle erstellen und Zahlungseingänge überwachen, Ansprechpartner für ratsuchende Bürger sein, Auskünfte erteilen, Akteneinsicht gewähren

Erforderlicher Schulabschluss: Kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben, 52 Prozent der Azubis haben, laut Bundesagentur für Arbeit, jedoch das Abitur.

Das solltet ihr mitbringen: gute Noten in Deutsch und Mathe, Konfliktfähigkeit, Sorgfalt, Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, Interesse an juristischen Fragen

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Vergütung: Ihr werdet nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder bezahlt. Im ersten Jahr sind das ca. 715, im zweiten 770 und im dritten Jahr 815 Euro.

Mögliche Arbeitsplätze: Nach der Ausbildung arbeitet ihr entweder beim Gericht oder bei Staatsanwaltschaften.
 



Beamtin/Beamter im mittleren Justizvollzugsdienst

Aufgaben: Haft- und Gemeinschaftsräume kontrollieren, Gefangenen- und Personalakten führen, Strafgefangene beaufsichtigen, Formulare zur Entlassung und Aufnahme bearbeiten, Mithilfe bei der Resozialisierung von Gefangenen, allgemeine Verwaltungsarbeiten, auch Tätigkeiten im Sanitätsdienst in einer Justizvollzugsanstalt sind möglich

Erforderlicher Schulabschluss: Ein mittlerer Bildungsabschluss reicht aus.

Das solltet ihr mitbringen: Eignung für die Laufbahn im mittleren Beamtendienst, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, psychische Belastbarkeit, Konfliktfähigkeit, Durchsetzungsvermögen

Ausbildungsdauer: 2 Jahre

Vergütung: Ihr bekommt einen monatlichen Anwärtergrundbetrag von 1004 Euro.

Mögliche Arbeitsplätze: Justizvollzugsanstalten und dazugehörige Verwaltungen
 


 

Beamtin/Beamter im mittleren Justizdienst

Aufgaben: Verwaltungsaufgaben, Führen von Akten, Verzeichnissen und Fristenkalendern, Erklärungsaufnahmen von Prozessbeteiligten, Beglaubigen von gerichtlichen Entscheidungen, Kostenberechnungen von Entschädigungen für Zeugen und Sachverständige  

Erforderlicher Schulabschluss: Mittlerer Abschluss

Das solltet ihr mitbringen: Eignung für die Laufbahn im mittleren Beamtendienst, Verantwortungsbewusstsein, juristisches Interesse

Ausbildungsdauer: 2 Jahre

Vergütung: Monatlicher Anwärtergrundbeitrag von 1004 Euro.

Mögliche Arbeitsplätze: Gerichte und Staatsanwaltschaften

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