Was kommt nach dem Mathe-Studium?
So kanns nach dem Mathe-Studium weiter gehen...| Foto: Thinkstock/Halfpoint
Autor

04. Mär 2013

Anna Lenja Hartfiel

Berufsbilder

Karriere als Mathematiker

Drei mögliche Berufswege nach dem Mathe-Studium

Short Term Energy Manager

Wer ein Mathestudium anfängt, hat meist keinen konkreten Berufswunsch, sondern in erster Linie Interesse an dem Fach. So war es auch bei Christian Stümer (24). "Mathe und Physik haben mir in der Schule immer Spaß gemacht", erzählt er. "Ich habe mich dann für Mathematik mit Physik im Nebenfach entschieden." Was er damit später beruflich machen möchte, wusste er zu Beginn seines Diplomstudiums an der Uni Bonn noch nicht. Mittlerweile arbeitet der Diplom-Mathematiker als Short Term Energy Manager bei dem Energieversorger Statkraft.

Dort ist er vor allem für die kurzfristige Kraftwerkseinsatzplanung und den Verkauf von Strom aus Wind- und Gaskraftwerken zuständig. Die meisten seiner Kollegen sind Wirtschaftswissenschaftler oder Ingenieure. Einen klassischen Mathematikerberuf hat Christian Stümer also nicht. "Als Mathematiker muss man nicht lange arbeitslos bleiben", findet Christian Stümer. "Auch wenn in Ausschreibungen oft nicht direkt nach Mathematikern gefragt wird, sollte man sich einfach bewerben. Man hat ja nichts zu verlieren."
 


Risk Manager

Die meisten Mathematikabsolventen sind im Bereich der Risikobewertung tätig, bei Versicherungen oder Banken. Dazu gehört auch Juha Ojansivu (26). Juha hat an der TU Darmstadt Mathe auf Diplom und Informatik im Nebenfach studiert. Jetzt ist er als Risk Manager bei der Commerzbank tätig, obwohl er zu Beginn seines Studiums andere Pläne hatte. "Ich hatte fest vor, eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Nach fünf Jahren hatte ich aber das Gefühl, raus in die Welt zu wollen", sagt er. Gelandet ist er schließlich in London, wo er schon seit 2010 für die Commerzbank Risiken misst und bewertet.

Und auch wenn er sich an der Uni stärker mit Logik und kaum mit Finanzmathematik befasst hat, ist sein Studium für seinen Beruf wichtig. "Wer ein Diplom in Mathe hat, ist in der Lage, logisch zu denken und hart zu arbeiten", erklärt Juha. Daher wird ein mathematisches Studium im Risikomanagement auch ausdrücklich gefordert.
 


Schulbuchredakteur

Auch für Tina Daniel (31) wäre eine Tätigkeit im Finanzwesen oder bei einer Versicherung nach ihrem Studium der Wirtschaftsmathematik an der Uni Leipzig naheliegend gewesen. "Mir war aber schnell klar, dass ich nicht in die klassische Richtung gehen wollte", erzählt sie. Durch eine Anzeige ist sie letztendlich auf eine Stelle als Schulbuchredakteurin fürs Gymnasium beim Klett Verlag in Stuttgart aufmerksam geworden. Eher zufällig, wie sie sagt: "Ich bin vorher nie darauf gekommen, dass jemand diese Bücher schreibt und das eventuell auch ein Job für mich sein könnte." Seit 2005 entwickelt Tina Daniel zusammen mit Autorenteams Schulbücher und betreut den Entstehungsprozess von der anfänglichen Idee bis zum gedruckten Werk.

An ihrem Job mag sie vor allem, dass "er einfach sehr abwechslungsreich ist. Es gibt Phasen, in denen ich Manuskriptarbeit mache, und Phasen, in denen ich Korrektur lese. Außerdem bin ich viel beruflich unterwegs." Seit sechs Jahren ist sie nun wieder in ihrer Heimatstadt Leipzig, immer noch beim Klett Verlag, aber als Redakteurin für Grundschulbücher. "Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass man als Mathematiker, was den Ort angeht, bei der Arbeitssuche sehr flexibel sein muss", meint Tina Daniel. Insgesamt schätzt sie die Arbeitsmöglichkeiten für Mathematiker aber gut ein.
 


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