Konstruktionsmechaniker - das Berufsbild
Konstruktionsmechaniker arbeiten auch mit vollem Körpereinsatz | GettyImages/Thossaphol
Autor

10. Jan 2019

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Konstruktionsmechaniker - das Berufsbild

Der Beruf Konstruktionsmechaniker passt zu dir, wenn:

  • du dich gerne an vorgegebene Pläne orientierst.
  • du gerne bei der Realisierung von großen Projekten beteiligt sein möchtest.
  • du körperlich fit bist und körperliche Belastung für dich kein Problem ist.
  • du über ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen verfügst.
  • du handwerklich geschickt bist.
  • du sorgfältig und präzise arbeitest.
  • du bereits in der Schule gute Noten in Mathematik und Physik hattest.

Ausbildungsablauf und Aufgabenbereiche von Konstruktionsmechanikern

Konstruktionsmechaniker /-innen sind für die Herstellung von Stahl- und Metallbaukonstruktionen zuständig. Mit Hilfe von manuellen und maschinellen Verfahren fertigen, bearbeiten und montieren sie einzelne Bauteile und errichten so ganze neue Gebäude oder Brücken. Alle wichtigen Berufsinformationen sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernst du während einer dualen Ausbildung, die 3,5 Jahre dauert. Hast du besonders gute Noten oder bereits Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt, besteht die Möglichkeit, deine Ausbildungszeit zu verkürzen. Die Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker kannst du mit einem guten Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss beginnen. Während deiner Ausbildung betreut dich bei Fragen sowie bei deiner Zwischen- und Abschlussprüfung die IHK (Industrie- und Handelskammer). Bei einer dualen Ausbildung lernst du in einer Berufsschule das Fachwissen kennen, parallel arbeitest du in einem Ausbildungsbetrieb. In diesem kannst du das theoretische Fachwissen aus der Berufsschule direkt in der Praxis anwenden. In der Berufsschule lernen Konstruktionsmechaniker beispielsweise das Herstellen von Produkten der Konstruktionstechnik oder das Warten technischer Systeme. In deinem Ausbildungsbetrieb dagegen lernst du z.B. Werkstoffeigenschaften zu beurteilen und nach ihrer nötigen Verwendung auszuwählen. Ebenfalls lernst du die Betriebsfähigkeit von Werkzeugmaschinen sicherzustellen. Auch das Lesen von technischen Zeichnungen gehört zu den Aufgaben in deiner Ausbildung, damit du diverse Konstruktionen bei deiner Arbeit auch richtig nutzen kannst. Um selbst aktiv werden zu können, lernst du verschiedene Techniken wie beispielsweise das Löten oder das Schweißen kennen. Als Konstruktionsmechaniker bist du auch in der Lage verschiedene Maschinen zu programmieren und diese einzurichten. In dieser Ausbildung lernst du vor allem, dass es besonders wichtig für das Berufsbild ist, jeden einzelnen Arbeitsschritt möglichst präzise und effizient zu planen, um einen unkomplizierten Arbeitsablauf zu gewährleisten. Daher ist es auch sehr wichtig für deine Arbeit als Konstruktionsmechaniker, dass du alle deine Arbeitsschritte sorgfältig ausführst, denn kleine und große Konstruktionen funktionieren nur, wenn jedes Maß und jede Form stimmen. Dafür stehen dir computergesteuerte Maschinen unterstützend zur Seite, die du eigenhändig bei der Durchführung bedienst und programmierst. Durch deine Montage entstehen z.B. Aufzüge, Brücken, Kräne oder Schiffe. Auch direkter Kontakt zu deinen Kunden gehört zu deinem Arbeitsalltag, wenn du ihnen diese Konstruktionen übergibst und sie bezüglich der Bedienung einweist.

Wenn du bereits in der Schule eine Vorliebe für Fächer wie Physik, Mathematik oder Technik hattest, wird dir das besonders in deiner Ausbildungszeit eine große Hilfe sein. Während deiner Ausbildung solltest du nämlich ein gutes Verständnis für Technik und einen sicheren Umgang mit Zahlen entwickeln, da dies unerlässlich für die Konzeption größerer Projekte ist. Ebenfalls ist von Vorteil, wenn du über gute Englischkenntnisse verfügst, da du Zeichnungen oder Anleitungen auch oft in Englisch verfassen musst. Während der Ausbildung hast du zudem die Möglichkeit, eine oder mehrere Zusatzqualifikationen zu erwerben. Hier hast du beispielsweise die Wahl zwischen der System- oder der Prozessintegration. Diese Zusatzqualifikationen ermöglichen es dir, dich auch über deine Erstausbildung hinaus weiter zu qualifizieren. Diese wird gesondert zu der Abschlussprüfung am Ende deiner Ausbildung durch die IHK geprüft. Konstruktionsmechaniker müssen ihre Aufgaben präzise bearbeiten | GettyImages/lentolo

Spezialisierungen während der Ausbildung

Während deiner Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker / zur Konstruktionsmechanikerin kannst du zwischen verschiedenen Spezialisierungen wählen. Dieses Einsatzgebiet wird dann während deiner Ausbildung weiter vertieft. Du hast die Wahl zwischen:

  • Schiffbau
  • Ausrüstungstechnik
  • Stahl- und Metallbau
  • Feinblechbau
  • Schweißtechnik

Einsatzgebiete der Konstruktionsmechaniker (m/w)

Konstruktionsmechaniker sind in nahezu allen Bereichen der Industrie und des Handwerks zu finden, vor allem in Unternehmen des Metall-, Fahrzeug-, Maschinen- oder auch des Baugewerbes. Bei deiner Arbeit als Konstruktionsmechaniker kommen schweißtreibende Aufgaben auf dich zu, die ganzen Körpereinsatz erfordern. Daher wird für diesen Beruf ein gewisses Maß an Muskelkraft und eine gute Fitness empfohlen, denn große Maschinen müssen bedient und große Metallstücke verarbeitet werden. Deinen Arbeitsalltag verbringst du in der Regel in größeren Werkstätten, in denen du komplexe technische Zeichnungen entwirfst und diese sorgfältig umsetzt.

Gehaltsaussichten für Konstruktionsmechaniker

Da die Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker ein halbes Jahr länger dauert als andere duale Ausbildungen, erhältst du auch länger das entsprechende Ausbildungsgehalt. Azubis aus dem Handwerk werden immer dringend gesucht, daher kann sich das Ausbildungsgehalt für Konstruktionsmechaniker auch sehen lassen. Im ersten Ausbildungsjahr verdienst du bis zu 930 Euro brutto im Monat. Im letzten Ausbildungsjahr darfst du dich im Monat auf bis zu 1120 Euro brutto freuen. Somit liegt das Ausbildungsgehalt für Konstruktionsmechaniker leicht über dem Durchschnitt zu anderen gängigen Ausbildungsberufen.

Wenn du nach deiner Ausbildung endlich in die Berufswelt startest, macht sich das auch bei deinem Gehalt bemerkbar. Abhängig von deiner Spezialisierung während deiner Ausbildung kannst du mit einem Einstiegsgehalt zwischen 2500 und 2800 Euro brutto im Monat rechnen. Das Gehalt wird, wie in jedem anderen Beruf auch, von verschiedenen Faktoren wie der Region und dem Betrieb, in dem du arbeitet, beeinflusst.

Diese Karrieremöglichkeiten erwarten dich

Möchtest du noch weiter hinaus, werden dir in diesem Berufszweig einige Karrieremöglichkeiten geboten. Diese bieten mehr Verantwortung sowie bessere Gehaltsaussichten.

Du kannst dich nach deiner Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung beispielsweise für die Meisterprüfung für Konstruktionsmechaniker entscheiden. Nach erfolgreichem Abschluss kannst du dich monatlich auf eine Gehaltsaufbesserung bis zu 3600 Euro brutto freuen.

Entscheidest du dich nach deiner Ausbildung noch für ein Studium, bietet dir dieses die Übernahme von verschiedenen Führungsebenen und somit auch ein besseres Gehalt. Ebenfalls kommst du mit einem Studium der Selbstständigkeit einen großen Schritt näher, falls du diese anstrebst. Hierfür bietet sich der Bachelor im Maschinenbau oder in der Konstruktionstechnik an. Dafür benötigst du allerdings eine Hochschulzugangsberechtigung, sprich das Abitur oder das (Fach-)Abitur. Nach erfolgreichem Abschluss bist du dann in der Position Großprojekte zu planen und zu organisieren. Die Selbstständigkeit in diesem Beruf gilt jedoch vergleichsweise als schwierig, da in der Konstruktionsmechanik meistens eher Großaufträge vergeben werden, die aber nur mit ausreichend Personal bewerkstelligt werden können und mit großem Aufwand verbunden sind.  

Kommt ein Studium nicht für dich in Frage, kannst du dich auch für viele unterschiedliche Weiterbildungen entscheiden. Du kannst z.B. die Prüfung zum Industriemeister in einer bestimmten Fachrichtung, beispielsweise Metall, ablegen. Ebenso hast du die Wahl zwischen den Weiterbildungen zum Techniker, Fachwirt, Schweißer oder Konstrukteur.

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