Patentanwaltsfachangestellte - Gehalt
Patentanwaltsfachangestellte helfen dabei, Erfindungen vor Nachahmung zu schützen | GettyImages/simpson33
Autor

07. Feb 2019

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Patentanwaltsfachangestellte - die Ausbildung, Berufsperspektiven und Gehalt

Das machen Patentanwaltsfachangestellte

Patentanwälte sind dafür zuständig, Kunden bei dem Schutz ihrer Erfindung zu beraten und sie dabei soweit zu unterstützen, damit diese nicht nachgeahmt werden können. Dabei stehen ihnen neben den Patentanwälten auch Patentanwaltsfachangestellte (m/w) zur Seite. Die Tätigkeit ist sehr anspruchsvoll, da kompetente Mitarbeiter benötigt werden, die dem Erfinder in seinem Wissen in nichts nachstehen, damit dieser umfassend beraten und unterstützt werden kann. Daher ist auch die Ausbildung zur Patentanwaltsfachangestellten sehr komplex, denn du musst mehrere Fähigkeiten und Kompetenzen vereinen. Zum einen solltest du über ein ausgeprägtes Organisationstalent verfügen, zum anderen mit einem umfassenden technischen sowie juristischen Wissen punkten.

Die Voraussetzungen für die Ausbildung:

  • Organisationstalent
  • Technisches, kaufmännisches und juristisches Wissen
  • Interesse an Wirtschaft und Recht
  • Sorgfältiges und selbstständiges arbeiten
  • Kontaktfreudigkeit
  • Flexibilität und Teamfähigkeit
  • Gute Mathe-, Deutsch- und Fremdsprachenkenntnissen

Der Ausbildungsablauf und die Aufgabenbereiche

Die duale Ausbildung zur Patentanwaltsfachangestellten verbringst du in einer Berufsschule sowie in einem Betrieb, an der Seite eines Patentanwalts. Empfohlen wird für die Ausbildung die mittlere Reife oder das (Fach-) Abitur. Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel drei Jahre, kann aber bei besonders guten Noten oder bereits erbrachten Leistungen auf maximal zwei Jahre verkürzt werden. Der Ausbildungsablauf wird durch die Patentanwaltskammer betreut.

Ausbildungsplätze sind nicht nur bei privaten Kanzleien zu finden, sondern auch beim Deutschen Patent- und Markenamt sowie in Unternehmensbereichen von großen Kanzleien.

In der Ausbildung lernst du anfallende organisatorische Aufgaben zu übernehmen. Dazu zählt beispielsweise die Annahme und Koordination von Beratungsterminen sowie eine sorgfältige Aktenführung. Zudem unterstützt du Patentanwälte bei der Gebührenabrechnungen, die für die Beratungstermine anfallen, stellst Rechnungen aus und bist ebenfalls für die Überwachung und Verbuchung von Zahlungseingängen zuständig.

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt deiner Ausbildung ist die Verlängerung von Patenten, da diese in der Regel über einen befristeten Zeitraum laufen und fristgerecht verlängert werden müssen. Werden Fristen nicht eingehalten, kann es zu einem Millionenschaden kommen. Daher hast du die Fristenverwaltung fest im Blick und pflegst die Archive, damit es dazu erst gar nicht kommen kann.

Neben der Fristenverwaltung unterstützt du als Patentanwaltsfachangestellte auch dabei neue Patente anzumelden oder Patente anzufechten. Für diese Anmeldungsanträge bereitest du die Schutzrechtanmeldungen vor. Hier ist dein juristisches Wissen gefragt, da du nicht nur für die Beratung zuständig bist, sondern gegebenenfalls bei einer anstehenden Gerichtsverhandlung dabei bist und deinen Kunden unterstützt.

Als Patentanwaltsfachangestellte solltest du gute Fremdsprachenkenntnisse insbesondere Englisch vorweisen, da du auch oft mit internationalen Kunden in Kontakt stehst und diesen beratend unterstützt.

Die Gehalts- und Berufsperspektiven von Patentenanwaltsfachangestellten

Hast du erfolgreich die Ausbildung zum Patentanwaltsfachangestellten absolviert, erwarten dich gute Berufsperspektiven, denn Patentanwaltsfachangestellte werden händeringend gesucht. Das liegt an der anspruchsvollen Ausbildung und das damit einhergehende umfassende Know-how aus verschiedenen Bereichen. In der Regel wirst du daher direkt von deinem Ausbildungsbetrieb übernommen oder wirst zeitnah die richtige Stelle für dich finden. Für den enormen Aufwand während der Ausbildung wirst du lukrativ entlohnt.

Das Gehalt erwartet dich während und nach der Ausbildung

Die Höhe deines Gehalts während der Ausbildung ist nicht deutschlandweit einheitlich geregelt, sondern wird von mehreren Faktoren beeinflusst, beispielsweise ob dein Betrieb tarifvertraglich gebunden ist, ob du in einem Wirtschaftsbereich tätig bist oder in welchem Bundesland du arbeitest. Ist dein Ausbildungsbetrieb nicht an einen Tarifvertrag gebunden, kann dein Gehalt daher frei mit deinem Arbeitgeber vereinbart werden. Kanzleien orientieren sich dabei meist an den Empfehlungen der Patentanwaltskammer. Nach diesen Empfehlungen verdienst du in deinem ersten Ausbildungsjahr bis 750 Euro brutto im Monat, im zweiten Ausbildungsjahr steigt dein Gehalt monatlich auf bis 900 Euro brutto, im letzten Ausbildungsjahr verdienst du im Monat bis 1000 Euro brutto. Dein Ausbildungsgehalt wächst während der Ausbildungszeit stetig an, da du mit der Zeit immer mehr Erfahrung sammelst und eigenständiger Aufgaben bearbeiten kannst.  

Nach deiner Ausbildung richtet sich dein Einkommen ebenfalls nach mehreren Faktoren, wie deinen Berufserfahrungen, in welcher Branche und an welchem Arbeitsort du arbeitest. Auch hier kann dein zukünftiger Arbeitgeber dein Gehalt selbst festlegen, wenn er nicht an einen Tarifvertrag gebunden ist. Arbeitest du beispielsweise in der öffentlichen Verwaltung, richtet sich dein Gehalt an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Monatlich kannst du dann mit einem Einstiegsgehalt bis zu 2300 Euro brutto rechnen. Arbeitest du in einer privaten Kanzlei, kann dein Gehalt deutlich unter dieser Summe liegen. Mit mehr Berufserfahrung und mehr Verantwortung steigt auch dein Gehalt stetig an. Hier sind Gehälter im Monat bis zu 3600 Euro brutto realistisch.

Regionale Gehaltsunterschiede - hier verdienst du am meisten

In vielen Berufen spielt bei der Gehaltsfrage vor allem die Region, in der du arbeitest, eine große Rolle. Auch bei dem Beruf der Patentanwaltsfachangestellten / dem Patentanwaltsfachangestellten variiert die Höhe deines Gehalts je nach Region. Beispielsweise verdienst du im Osten Deutschlands in der Regel weniger als z.B. im Süden. Wir geben dir hier einen beispielhaften Überblick zu den verschiedenen Verdienstmöglichkeiten in Deutschland:

  • Norden, z.B. Hamburg: 2162 - 4440 Euro brutto
  • Osten, z.B. Dresden: 1880 - 3861 Euro brutto
  • Süden, z.B. München: 2796 - 5247 Euro brutto
  • Westen, z.B. Düsseldorf: 3200 - 4003 Euro brutto

Hier wird besonders die große Gehaltsspanne in allen Bereich Deutschlands deutlich. Das liegt an den verschiedenen Tätigkeiten, die du übernimmst und wie viel Verantwortung mit diesen verbunden ist.

Weiterbildungen ermöglichen bessere Gehaltschancen

Nach deiner Ausbildung und während deines Berufslebens solltest du dich mit regelmäßigen Weiterbildungen immer auf dem neuesten Stand halten. Diese ermöglichen dir nicht nur die Karriereleiter weiter hinaufzusteigen, da du so mehr Verantwortung übernehmen kannst, sondern verbessern gleichzeitig auch deine Gehaltschancen.

Eine Möglichkeit wäre die Weiterbildung zum / zur  Rechtsfachwirt / -in oder zum / zur Betriebswirt / -in für Recht. Diese Weiterbildungen ermöglichen es dir zwischen Patentanwälten und Patentanwaltsfachangestellten zu vermitteln und so noch mehr Verantwortung für alle organisatorischen Aufgaben zu übernehmen. In der Regel dauern diese Weiterbildungen zwischen ein bis zwei Jahre und können auch nebenberuflich absolviert werden.

Haben dich während deiner Ausbildung vor allem die juristischen Themen besonders interessiert, kannst du mit einer Hochschulzugangsberechtigung ein Studium anschließen. Hier hast du beispielsweise die Wahl zwischen Rechtswissenschaften oder Wirtschaftsrecht. Hast du dein Studium erfolgreich abgeschlossen, kannst du dich auch auf bessere Gehaltsaussichten und höhere Führungspositionen freuen.

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