Schornsteinfeger Ausbildung: alle Infos zum Beruf!
Du bist der Fachmann für Abgas- und Lüftungsanlagen | GettyImages/monkeybusinessimages
Autorenbild

10. Aug 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Schornsteinfeger Ausbildung

Mehr als nur ein Glücksbringer

Checkliste: Passt der Beruf des Schornsteinfegers zu mir?

  • Verantwortungsbewusst und selbstständig beginnst du deinen Tag
  • Du bist gerne an der frischen Luft
  • Du bist handwerklich und technisch begabt
  • Du hast keine Angst dich schmutzig zu machen
  • Du magst es, wenn kein Tag dem anderen gleicht
  • Körperlich anstrengende Arbeit schränkt dich nicht ein

Der Ausbildungsberuf des Schornsteinfegers / der Schornsteinfegerin

Für die Ausbildung zum Schornsteinfeger / zur Schornsteinfegerin wird ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) empfohlen, jedoch kannst du die Ausbildung auch mit einem Hauptschulabschluss beginnen. Die besten Chancen auf einen Ausbildungsplatz hast du jedoch mit einer Hochschulreife. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual, also in der Berufsschule sowie im Handwerksbetrieb, statt. Bei besonders guten Noten oder bei beruflichen oder schulischen Vorbildungen hast du die Möglichkeit deine Ausbildungszeit vorzeitig auf 2 oder 2,5 Jahre zu verkürzen.

Zu Beginn deiner Ausbildung lernst du alle Grundlagen, die du für die normale Kehr- und Prüfarbeiten benötigst. Technische Grundlagen und Fächer wie Mathe, Physik und Chemie stehen daher auf deinem Stundenplan. Hast du bereits einige Kenntnisse in diesen Fächern aus der Schule gesammelt, können diese sehr hilfreich für deine Ausbildung sein. Auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde werden im theoretischen Teil behandelt. Während deiner Ausbildung dokumentierst du alles in einem Berichts­heft, das dein Ausbilder regelmäßig über­prüft und somit einen Überblick über deine Aufgaben und Tätigkeiten erhält.

Im Alltag des Schornsteinfegers spielen physikalische und chemische Zusammenhänge eine große Rolle. In diesem Kontext misst und beurteilst du Abgase und Verbrennungsrück­stän­de an Feuerungs­anlagen. Ebenfalls erstellst du Prüfberichte, in denen du Temperaturverläufe und Volumenströme ausweist. Hierbei wäre es von Vorteil, wenn du geschickt mit Zahlenwerten umgehen kannst.

In der Praxis lernst du alle Seiten des Berufes des Schornsteinfeger / -in genauer kennen. Du lernst Feuerungs- und Lüftungsanlagen zu reinigen und zu kontrollieren. Die Messung und Prüfung von Abgasen gewährleistet eine störungsfreie und umweltgerechte Funktionalität der Anlagen. Auch die Beratung von Kunden bezüglich der Energieeffizienz und des Brandschutzes gehört zu den Aufgaben der Schornsteinfeger. Dies hat besonders in der heutigen Zeit wegen des Umweltschutzes einen hohen Stellenwert. Weitere Aufgabe sind die Prüfung von allen Heizungs-, Abgas- und Lüftungsanlagen sowie ob alles nach bau- oder umweltschutzrechtlichen Vorgaben errichtet und angebracht wurde. Auch die Reinigung der Feuerungsanlagen und die Entfernung von Ablagerungen aus Lüftungsanlagen ist eine wichtige Aufgabe, damit es in den Häusern auch im Winter schön warm bleibt.

Als Schornsteinfeger / -in bist du viel unterwegs. Du hältst dich sowohl auf dem Dach als auch in Wohnungen und in Kellerräumen auf. Du sorgst überall für die nötige Sicherheit, die besonders bei Feuerungsanlagen höchste Priorität hat. Solltest du bei deiner Arbeit Mängel entdecken, informierst du direkt deine Kunden und führst gegebenenfalls Reparaturen durch.

Für die richtige Überprüfung und Kontrolle beachtest du dabei immer baurechtliche und umweltschutzrechtliche Vorgaben. Diese lernst du in der Berufsschule und während deiner täglichen Tätigkeit.

Der Schornsteinfegerbetrieb, in dem du während deiner Ausbildung arbeitest, besitzt einen eigenen Kehrbezirk. Ein Kehrbezirk ist ein bestimmtes Gebiet für das du zuständig bist. Dieser muss bis zum Ende des Jahres abgearbeitet sein. Daher ist es nicht unüblich an einem Tag viele Kundentermine abarbeiten zu müssen. In der Regel wird aber eine bestimmte Wochenvorgabe von deinem Schonsteinfegermeister zur Verfügung gestellt, somit kannst du deine Termine selbstständig einteilen und organisieren. Flexibilität ist gefordert, wenn du dann mit deinen Kunden die Termine vereinbaren möchtest.

Vor 2013 gab es die Regelung, dass der Schornsteinfeger kommen konnte, wann es ihm passte. Diese Regelung sicherte den Schornsteinfegern ihr Gebietsmonopol. Ab 2013 gab es dann eine neue Regelung, so dass Hauseigentümer ab sofort selber entscheiden können, welcher Schornsteinfeger zu ihnen kommt. Verändert hat sich dadurch, dass der Bezirksschornsteinfegermeister sich ab sofort nur noch bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger nennen darf und per Ausschreibung nur noch für sieben Jahre einen Kehrbezirk erhält. Die Auswahl erfolgt zwischen den einzelnen Bewerbern nach deren Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung.

Das Gehalt des Schornsteinfegers / der Schornsteinfegerin

Das Gehalt sowohl während der Ausbildung als auch bei deinem Berufseinstieg beruht auf tariflichen Bedingungen. Während deiner Ausbildung steigt dein Gehalt, da du mit der Zeit auch mehr Erfahrungen sammelst. Im ersten Ausbildungsjahr verdienst du monatlich um die 520 Euro brutto, im zweiten Ausbildungsjahr sind es im Monat schon ca. 600 Euro brutto. Im letzten Ausbildungsjahr kannst du bis zu 650 Euro brutto verdienen. Die Gehälter können auch variieren, das ist abhängig von dem Betrieb und dem Bundesland, in dem du arbeitest. Daher sind hier regionale Unterschiede möglich.

Nach der Ausbildung ist dein Gehalt durch den Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger festgelegt. In Baden-Württemberg kannst du z.B. mit dem höchsten Gehalt nach deiner Ausbildung rechnen, hier kannst du bis zu 3600 Euro brutto monatlich verdienen. In Thüringen dagegen erhältst du vergleichsweise das niedrigste Einkommen als Schornsteinfeger, hier verdienst du um die 2600 Euro brutto im Monat. Im Laufe der Zeit kann sich dein Gehalt jedoch auch deutlich erhöhen, wenn du mehr Berufserfahrung gesammelt hast.

Weiterbildungen als Schornsteinfeger (m/w)

Da sich auch im Beruf des Schornsteinfegers mit der Zeit immer wieder etwas verändern kann, sollte man immer auf dem neusten Stand bleiben. Neben Lehrgängen wie zu dem Thema Emmissionsschutz, gibt es auch viele Weiterbildungsmöglichkeiten.

Du könntest z.B eine Weiterbildung zum Fachkaufmann/-frau oder Fachwirt/in in der Handwerkswirtschaft machen, wenn du dich mehr für den kaufmännischen Bereich interessierst. Als Fachwirt übernimmst du Fach- und Führungsaufgaben innerhalb deines Unternehmens. Auch die Beratung zu bestimmten Produkten gehört dann zu deinen Aufgaben.

Eine andere Möglichkeit wäre eine Weiterbildung zum Techniker / zur Technikerin. Somit schlägst du eine ganz andere, technische Richtung ein. Hier könntest du dann im produzierenden Gewerbe, im Qualitätsmanagement oder im Rechnungswesen arbeiten. Liegt dir besonders der Umweltschutz am Herzen, hast du die Möglichkeit im Rahmen der Weiterbildung die Fachrichtung Umweltschutz zu wählen.

Möchtest du später selber junge Talente fördern und Auszubildende unterrichten, dann wäre der Schornsteinfegermeister / die Schornsteinfegermeisterin eine gute Option für dich. Du übernimmst unter anderem Beratungs- und Führungsaufgaben und hast die Möglichkeit, dich in deinem eigenen Kehrbezirk mit einem Kleinbetrieb selbstständig zu machen.

Eine andere Alternative wäre ein Studium mit mehreren möglichen Studiengängen, wie beispielsweise Umweltschutz, Energie- und Wärmetechnik oder Facility Management.

Mit der Zusatzqualifikation "Europaassistent/in im Handwerk" kannst du als Auszubildender mit einem mittleren Bildungsabschluss interkulturelle Kompetenzen aufbauen, deine Fremdsprachenkenntnisse verbessern und dich fachlich weiterbilden. Diese Zusatzqualifikation beinhaltet einen Berufsschulunterricht sowie ein mehrwöchiges Praktikum im Ausland.

Diese Themen könnten dich auch interessieren
Facility Manager haben gute Berufsaussichten!

Karriere im Facility Management

Facility Manager ermitteln Einsparpotentiale bei der Energieversorgung von Krankenhäusern, helfen den Wert von Fabrikhallen zu erhalten oder veranlassen Öko-Zertifizierungen für Banktürme... mehr »
Gefragte Experten: Energieberater

Ausgefallener Job: Energieberater

Ob im privaten Haushalt oder im großen Unternehmen, Energieeffizienz und Klimaschutz werden immer wichtiger. Energieberater sorgen dafür, dass sparsam und umweltschonend gelebt, gebaut... mehr »
Bloß Greenwashing? Nachhaltigkeit in der Chemiebranche

Nachhaltigkeit in der Chemiebranche

Chemieunternehmen reklamieren, sich für Umweltschutz und Menschenrechte einzusetzen: alles bloß Greenwashing? Wir schauen uns die Branche mal an und stellen euch ein Best-Practice... mehr »