Der Technischer Systemplaner
Technische Systemplaner koordinieren die Montage ihrer Entwürfe | GettyImages/TuiPhotoengineer
Autor

03. Jan 2019

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Technischer Systemplaner

Das Berufsbild und die erforderlichen Fähigkeiten

Soll ein neues Gebäude mitten in der Stadt gebaut werden, bedarf es Heizsysteme, Lüftungs- und Sanitäranlagen, Brandschutzsysteme und noch vieles mehr. Sobald sich Konstrukteure, Architekten und Auftraggeber über die grobe Gebäudeplanung einig sind, kommt der technische Systemplaner zum Einsatz. Somit bilden sie eine Art Schnittstelle zwischen den Ansätzen der Ingenieure und der tatsächlichen Umsetzung auf der Baustelle.

Technische Systemplaner sind dabei an zahlreichen Arbeitsschritten beteiligt, vom Auftragseingang bis hin zum fertigen Projekt. Dabei spricht er sich mit den Ingenieuren ab, der bestimmte Konstruktionen entworfen hat, und steht anschließend dem Auftraggeber bei der Umsetzung beratend zur Seite. Mit Hilfe von fachbezogenen Computerprogrammen werden Fertigungspläne für Bauteile und Systeme entworfen. Daraufhin werden diese Pläne von den Monteuren in die Tat umgesetzt und von den technischen Systemplanern begutachtet. Eventuelle Änderungen, die vor Ort noch ersichtlich werden, werden dann noch nachträglich in den Plänen ergänzt. Vor allem die verschiedenen Phasen, die man als technischer Systemplaner durchläuft, und die damit verbundene Abwechslung im Arbeitsalltag, macht diesen Beruf so attraktiv.

Das Berufsbild passt zu dir, wenn du sowohl technisch, wissenschaftlich als auch analytisch arbeiten möchtest, denn der technische Systemplaner umfasst alle diese Bereiche. Genauso wichtig sind diese Fähigkeiten:

  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Abstrakt-logisches Denken
  • Rechnerisches Denken
  • Technisches und mathematisches Verständnis
  • Zeichnerische Fähigkeiten
  • Präzises Arbeiten
  • Freude an Team- und Projektarbeiten
  • Technisches Interesse

Die Ausbildung zum technischen Systemplaner (m/w)

Um technischer Systemplaner zu werden, absolvierst du eine klassische duale Ausbildung. In dem anerkannten Ausbildungsberuf der Industrie lernst du sowohl die Berufswelt als auch in der Berufsschule die Theorie kennen. Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel 3,5 Jahre. Bei besonders guten Noten oder bereits erbrachten Leistungen besteht die Möglichkeit, die Ausbildungszeit auf 3 Jahre zu verkürzen. Betriebe stellen überwiegend Azubis mit einem mittleren Bildungsabschluss ein.

Man unterteilt die Ausbildung des technischen Systemplaner in zwei Abschnitte: Zum einen in die sogenannte integrative und berufsprofilgebende Qualifikation. Zum anderen beschäftigst du dich in deiner Ausbildung mit fachspezifischen Fähigkeiten, die von deiner gewählten Fachrichtung abhängig sind.

Der große Pluspunkt bei der Ausbildung zum technischen Systemplaner ist, dass du auch während der Berufsschule Praxiserfahrung sammelst. Dafür stehen neben CAD-Arbeitsplätzen auch verschiedene Versuchs- und Demonstrationseinrichtungen zur freien Verfügung.

Spezialisierungsmöglichkeiten: Verschiedene Fachrichtungen sind möglich

Unter das Berufsbild des technischen Systemplaners, früher unter dem technischen Zeichner bekannt, fallen verschiedene Fachrichtungen auf die man sich spezialisieren kann. Für jede einzelne Fachrichtung gibt es eine eigene Ausbildung, daher sollte man sich vor Ausbildungsbeginn bereits für eine Fachrichtung entscheiden.

Bei der Fachrichtung des Stahl- und Maschinenbaus erstellen technische Systemplaner nach Vorgaben technische Zeichnungen und Modelle von benötigten Stahl- und Metallkonstruktionen wie beispielsweise Brücken oder Fassaden. Diese werden meistens am Computer mit CAD-Systemen erstellt. Bei der Bearbeitung werden Zeichnungsnormen berücksichtigt und Skizzen mit Bemaßungen versehen. Auch die technische Begleitdokumentation fällt in diese Fachrichtung.

Technische Systemplaner aus der Fachrichtung Elektronische Systeme sind für die Erstellung von Entwürfen oder Detailpläne zuständig, die für die Fertigung, Inbetriebnahme und Montage von informations- und energietechnischen Anlagen konzipiert werden. Bei ihrer Zeichnung achten sie vor allem auf Stromlauf-, Schalt- und Verkabelungspläne. Bei einer erfolgreichen Montage sind sie ebenfalls dafür verantwortlich alle Bedienungsanleitungen, Arbeitspläne und Stücklisten zu notieren.

Bei der Fachrichtung für Versorgungs- und Ausrüstungstechnik konzipiert der technische Systemplaner mit Hilfe von CAD-Systemen Modelle und Zeichnungen für die Herstellung von Anlagen der Gebäudeausrüstung. Darunter fällt vor allem die Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik. Hier liegt vor allem ein großer Fokus auf beanspruchungsgerechte Auslegung von Anlagen. Auch in dieser Fachrichtung koordinieren die technischen Systemplaner die Montage ihrer Entwürfe.

Aufgaben von technischen Systemplanern

  • Zeichnungen und Pläne mit Hilfe von CAD-Software erstellen
  • Berechnungen für z.B. Bauteile durchführen
  • Sichere Unterscheidung zwischen verschiedenen Werkstoffen
  • Montagetechnik für weiteres Vorgehen festlegen und planen
  • Stücklisten für Bauteile anfertigen
  • Umsetzung der Pläne einschätzen und beurteilen

Hier kannst du als technischer Systemplaner arbeiten

Hast du dich für den Beruf des technischen Systemplaners entschieden, arbeitest du meistens in Ingenieur- und Planungsbüros. Großteils deiner Arbeitszeit verbringst du vor deinem Computer, an dem du mit Hilfe von verschiedenen Programmen Pläne erstellst. Neben der Arbeit im Büro, besucht du auch regelmäßig deine Projekte, auf Baustellen oder in Gebäuden, die du zurzeit betreust. Hier überprüfst und kontrollierst du dann die Umsetzung deiner Pläne durch die Monteure.

Technische Systemplaner aus den Fachrichtungen Stahl- und Metallbautechnik sowie Elektronische Systeme können auch in Unternehmen des Fahrzeug- und Motorenbaus eingesetzt werden. Hast du dich für die Fachrichtung Versorgungs- und Ausrüstungstechnik entschieden sind mögliche Arbeitgeber die öffentliche Verwaltung oder Hersteller von Heizungs- und Klimatechnik.

Gehaltsaussichten für technische Systemplaner

Die Ausbildung zum technischen Systemplaner verzeichnet überdurchschnittliche Löhne vergleichsweise zu anderen technischen Ausbildungen, daher sind diese Ausbildungsplätze sehr beliebt. Wie hoch dein Gehalt letztendlich ausfällt ist stark von der Branche, in der du arbeitest, abhängig, sowie deinem Arbeitgeber. Das Gehalt richtet sich hier nach einem Tarif, in der Regel erhalten technische Systemplaner einen Vertrag nach den Tarifen der Industrie, das bedeutet auch bessere Löhne im Vergleich zu den Tarifen des Handwerks. Die besten Gehaltsaussichten bietet die Fachrichtung Metall- und Elektroindustrie. In deinem ersten Ausbildungsjahr verdienst du im Monat um die 965 Euro brutto, in deinem letzten Ausbildungsjahr erwarten dich durchschnittlich um die 1140 Euro brutto im Monat.

Auch nach deiner Ausbildung kannst du in der Regel mit den Tarifen aus Industrie und Handwerk rechnen. Zu Beginn deiner Karriere kannst du ein Einstiegsgehalt von mindestens 2200 Euro brutto erwarten. Mit mehr Berufserfahrung erhöht sich auch dein Gehalt, hier kannst du mit einem Durchschnittsgehalt um die 3800 Euro brutto monatlich rechnen.

Weiterbildungsmöglichkeiten und Karriereperspektiven

Möchtest du die Karriereleiter noch weiter hinaufsteigen und dir somit bessere Gehaltsaussichten schaffen, solltest du Weiterbildungen in Betracht ziehen. Diese helfen dir auch immer, auf dem aktuellsten Stand zu bleiben.

Als staatlich geprüfte Techniker beispielsweise kannst du eine Position im mittleren bis gehobenen Management anstreben. Die Weiterbildung vertieft dein Fachwissen und ermöglicht dir, neue Qualifikationen, wie z.B. im Bereich der Mitarbeiterführung, zu erlernen.

Die Weiterbildung zum geprüften technischen Betriebswirt ermöglicht es, dass du dich sowohl mit technischen als auch mit kaufmännischen Aufgaben auseinandersetzen kannst. Daher werden dir Bereiche wie die Volks- und Betriebswirtschaftslehre sowie die Produktions- und Absatzwirtschaft nähergebracht.

Möchtest du nach deiner Ausbildung doch noch für ein Studium entscheiden, könnten die Studiengänge System Engineering oder Konstruktionstechnik genau die Richtigen für dich sein. Der Studiengang System Engineering eignet sich beispielsweise daher so gut für technische Systemplaner, da er Methoden und Vorgehensweisen vermittelt, die eine gute Grundlage bieten, um Systeme effizient und zielgerichtet zu entwerfen, diese zu konstruieren und zu betreiben.

Wenn du lieber dein eigener Chef sein, kannst du dich mit einem eigenen Konstruktionsbüro selbstständig machen.

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