Veranstaltungstechniker - alle Infos!
Als Veranstaltungstechniker bist du für den richtigen Sound verantwortlich | GettyImages/golfcphoto
Autor

20. Aug 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Veranstaltungstechniker Ausbildung

Der Ansprechpartner im Backstage-Bereich

Bin ich der Richtige für die Veranstaltungstechniker Ausbildung?

  • Du punktest mit technischem Verständnis
  • Mit körperlicher Fitness meisterst du deinen Arbeitsalltag
  • Sorgfältig und Verantwortungsbewusst bewältigst du deine Aufgaben
  • Gemeinsam mit deinem Team hast du jedes Problem im Griff
  • Du bist sowohl psychisch und physisch belastbar
  • Gegen Stress bist du resistent, da es auch mal hektisch werden kann
  • Flexible und schnell passt du dich an wechselnde Umgebungen an
  • Du bereit bist, auch am Wochenende regelmäßig zu arbeiten

Als Veranstaltungstechniker bist du der Ansprechpartner im Backstage-Bereich, der Mann im Hintergrund. Du bist für die Entwicklung aller technischen Konzepte rund um Veranstaltungen wie Konzerte, Messen oder Kongresse zuständig. Du planst und betreust den technischen Ablauf, baust technische Anlagen auf wie beispielsweise Beleuchtungs- und Beschallungsanlagen. Ebenso bedienst du das Schalt- und Mischpult während einer Veranstaltung oder auch die Nebelmaschine. Du behältst bei Veranstaltungen einfach immer über alles den Überblick!

Die Veranstaltungstechniker Ausbildung

Eine Voraussetzung für die Veranstaltungstechniker Ausbildung ist der Realschulabschluss oder das Abitur. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und findet dual statt. Du lernst sowohl in der Berufsschule als auch direkt in einem Betrieb. Gute Noten in Fächern wie Mathematik, Englisch, Informatik oder Technik bieten dir eine sehr gute Grundlage für die Berufsschule. Die Ausbildungsinhalte werden in zwei Bereiche aufgeteilt, direkt zu Beginn deiner Ausbildung musst du dich für einen dieser Bereiche entscheiden. Du hast die Wahl zwischen "Aufbau und Durchführung", hier dreht sich alles um die technischen und praktischen Tätigkeiten während eines Events, oder "Aufbau und Organisation". In diesem Bereich liegt der Fokus eher auf der Planung und der Entwicklung von Konzepten für die einzelnen Veranstaltungen. Hier fragt man sich beispielsweise wie es um den Bedarf an Transport- und Lagerleistungen aussieht oder welche Beleuchtungs- und Beschallungsanlagen eingesetzt werden sollten, um die Bühne optimal in Szene zu setzen.

Im ersten und zweiten Ausbildungsjahr wirst du mit den jeweiligen Arbeitsbereichen vertraut gemacht. Du lernst beispielsweise bestimmte Abläufe zu planen, um die Sicherheit bei jeder Veranstaltungen gewährleisten zu können. Der Transport, der Auf- oder Abbau von Scheinwerfern, Bühnenplatten oder Soundanlagen wird dir hier nähergebracht. In den ersten beiden Ausbildungsjahren lernst du ebenfalls, wie professionelle Video- und Tonaufnahmen produziert werden. Deine Zwischenprüfung beschäftigt sich mit der Umsetzung deines eigenen kleinen Projekts.

Im letzten und dritten Ausbildungsjahr findet eine Vertiefung deiner technischen Kenntnisse statt, das heißt beispielsweise Ton, Licht, Bilder oder Spezialeffekte effektiv einzusetzen. Du bist ab jetzt vielmehr in die praktische und technische Umsetzung eingebunden. Auch nach deinem Planungstalent wird immer mehr verlangt: Du beschäftigst dich mit der Entwicklung von Konzepten und der Koordination von Technikern direkt vor Ort.

Deine Abschlussprüfung legst du vor der Industrie- und Handelskammer ab. Hast du diese erfolgreich gemeistert, darfst du dich offiziell Fachkraft für Veranstaltungstechnik nennen. Hast du während deiner Ausbildung in deinem Ausbildungsbetrieb bereits mit deinen Leistungen punkten können, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du von dem Unternehmen übernommen wirst.

Die ersten Schritte nach der Ausbildung

Hast du deine Ausbildung erfolgreich absolviert, stehen dir die Türen von vielen Event-Agenturen, Messe- oder Kongressveranstaltern offen.

Möchtest du lieber unabhängig sein und dein Arbeitsalltag selber gestalten, hast du auch die Möglichkeit als Freiberufler / -in dein Glück zu versuchen.

Hast du nach drei Jahren Berufserfahrungen Lust noch die Meisterprüfung abzulegen, hast du danach die Option deine eigene Agentur zu eröffnen.

Sollte dein Wissensdurst nach deiner Ausbildung noch nicht gestillt sein, kannst du dein Wissen durch ein zusätzliches Studium erweitern. In Studiengängen wie beispielsweise der Veranstaltungstechnik lernst du nicht nur den Überblick über Veranstaltungen zu behalten, sondern auch diese selbst zu bewirtschaften.

Aufgaben und Arbeitsumfeld des Veranstaltungstechnikers

Als Veranstaltungstechniker / -in stehen viele verschiedene Aufgaben auf deinem Programm, du hast also alle Hände voll zu tun. Passend zu dem Veranstaltungsort musst du beispielsweise den erforderlichen technischen Materialbedarf ausrechnen, Skizzen der Bühnen erstellen und dich mit deinen Kunden absprechen. Du erstellst auf Basis aller Informationen, die du vorab erhältst, einen genauen Ablaufplan. Danach geht die Arbeit erst richtig los: Gerüste und Podeste müssen aufgebaut, hunderte Meter von Kabeln verlegt werden, Scheinwerfer montiert und Nebelmaschinen installiert sowie Soundchecks durchgeführt werden. Dies ermöglicht einen reibungslosen Ablauf und einen unvergesslichen Abend!

War die Veranstaltung ein voller Erfolg, muss anschließend alles wieder abgebaut und sicher verstaut werden, da bald schon die nächste Veranstaltung ansteht.

Veranstaltungstechniker - alles fest beim Event im Griff!

Der Veranstaltungstechniker gehört zu den abwechslungsreichen Berufen. Du bist ständig auf Reisen und musst dich immer wieder an neuen Veranstaltungsorten zurecht finden. Dabei behältst du jedoch immer die Nerven und lässt dich nicht aus dem Konzept bringen. Du bist schließlich der Profi in deinem Bereich und weißt in jeder Situation, was zu tun ist!

Da du während deines Arbeitsalltages als Veranstaltungstechniker körperlich sehr aktiv bist, musst du auch immer für deine eigene Sicherheit sorgen. Das heißt, dass deine tägliche Arbeitskleidung aus z.B. Schutzhelm und Arbeitshandschuhen besteht. Bei durchgeführten Soundchecks kann es auch mal laut werden, trotzdem musst du immer auf den richtigen Sound achten.

Veranstaltungen und Messen finden oft abends oder am Wochenende statt, daher bist du auch zu diesen Zeiten unterwegs. Ein Vorteil jedoch ist, dass du bei vielen spannenden Veranstaltungen hautnah dabei sein kannst, für die andere Menschen viel Geld bezahlen. Außerdem hast du auch oft in der Woche frei.

Gehalt während und nach der Ausbildung

Im ersten Jahr deiner Ausbildung verdienst du ungefähr zwischen 500 und 800 Euro brutto monatlich. Das liegt daran, dass du eher mit den Grundlagen des Berufs zu tun hast und noch nicht viel selbstständig im Arbeitsalltag beitragen kannst. Im zweiten Ausbildungsjahr, und schon mehr gesammelter Erfahrung, steigt dein Gehalt im Monat bis zu 850 Euro brutto an. Im letzten Ausbildungsjahr kannst du dein Wissen schon in die Praxis umsetzen und monatlich bis zu 900 Euro brutto verdienen. Die Gehälter richten sich auch daran, ob dein Unternehmen an einen Tarifvertrag gebunden ist. Dann ist dein Gehalt gesetzlich festgeschrieben und fällt in der Regel höher aus. Auch zahlen größere Unternehmen meist mehr als kleinere Unternehmen.

Nach deiner Ausbildung liegt dein Durchschnittsgehalt als Veranstaltungstechniker bei bis zu 2500 Euro brutto im Monat. Hast du über die Jahre mehr Erfahrungen gesammelt, kann dein Gehalt bis zu 2800 Euro brutto monatlich ansteigen.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Betriebe spezialisieren sich in der Veranstaltungstechnik oft auf eine bestimmte Richtung. Möchtest du jedoch noch weitere Themengebiete abdecken, kannst du durch Weiterbildungen auch noch andere Bereiche kennenlernen. Es werden z.B. unterschiedliche Lehrgänge in der Licht- und Beleuchtungstechnik oder der Pyrotechnik angeboten.

Hast du nach deiner Ausbildung noch ein Studium abgeschlossen, sind Gehälter von über 3000 Euro brutto im Monat keine Seltenheit.

Möchtest du durch eine Weiterbildung z.B. zum Meister in der Veranstaltungstechnik noch höher hinaus, spiegelt sich das auch in deinem Gehalt wieder. Durch zusätzliches Wissen machst du dich auch in deinem Betrieb unentbehrlich. Eine weitere Möglichkeit wäre die Weiterbildung zum Betriebswirt für Veranstaltungstechnik. Beide Weiterbildungen qualifizieren dich zukünftig Führungspositionen einzunehmen.

Bist du mit betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten ausgestattet und möchtest lieber dein eigener Chef sein, solltest du dir über eine Selbstständigkeit Gedanken machen. Entweder mit einer Event-Agentur oder deinem eigenen Betrieb für Messe-, Objekt- oder Anlagenbau.

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