Berufsfeld Medizintechnik
Der Einsatz von Nano-Robotern in der Medizin – bald keine Science-Fiction? | Foto: Thinkstock/Guille
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14. Okt 2015

Birk Grüling

Branchencheck

Berufsfeld Medizintechnik

Sichere Jobs und üppige Gehälter

Nicht nur Techniker und Ingenieure sind gefragt

UNICUM: Ist Medizintechnik eine Zukunftsbranche?
Marcus Kuhlmann: Ohne Frage. Die deutsche Medizintechnik ist Marktführer in Europa und wächst seit Jahren kontinuierlich. Daran wird sich auch in Zukunft wenig ändern. Die Gesellschaft wird immer älter und gleichzeitig wächst das Bewusstsein für Gesundheit. Dadurch steigt auch die Nachfrage nach unseren Produkten.

Vor welchen Herausforderungen steht die Branche?
Eine Herausforderung ist der steigende Kostendruck. Unsere Produkte dürfen nicht zu teuer sein und müssen aber dazu beitragen, die medizinische Versorgung effizienter zu gestalten. Neu ist auch der E-Health-Boom. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen zulassungspflichtigen Medizinprodukten und Gesundheitsanwendungen wie Apps oder Fitness-Tracker. Hier besteht Klärungsbedarf. Gleiches gilt auch für die Zulassung von neuen Produkten. Heute müssen für jeden Markt andere Voraussetzungen erfüllt werden. Auch Digitalisierung ist eine Herausforderung. Medizinprodukte sind zunehmend miteinander vernetzt, deshalb spielen Themen wie Datensicherheit oder Kompatibilität eine große Rolle. Neben solchen inhaltlichen Herausforderungen leidet die Branche wie viele andere Industriezweige auch unter dem Fachkräftemangel.

Welche Fachkräfte werden gesucht?
Marcus Kuhlmann | Foto: SPECTARISGefragt sind Medizintechniker und Ingenieure. Durch die Digitalisierung steigt auch der Bedarf an Softwareentwicklern. Ein weiterer Trend ist das Zusammenwachsen von Biologie und Technik. Zum Beispiel geben Medizinprodukte gezielt Medikamente ab, in der Dosis individuell auf den Patienten abgestimmt. Hierbei brauchen wir Biotechnologie-Experten. Neben Naturwissenschaftlern sind auch Berater gefragt, die sich in den Regularien-Dschungel einarbeiten und Unternehmen bei der Zulassung von neuen Produkten unterstützen.

Wie gut sind die Berufschancen und was erwarten die Unternehmen von den Absolventen?
Die Berufschancen sind gut. Die Branche zeichnet sich durch hohe Jobsicherheit und überdurchschnittliche Gehälter aus. Im Gegenzug erwarten die Unternehmen fachliches Know-how und Flexibilität. Auch internationale Kompetenzen und Fremdsprachenkenntnisse können nicht schaden, immerhin ist das Exportgeschäft sehr wichtig für die deutsche Medizintechnik.
 


Medizintechnik in Deutschland

  • 125.000 Beschäftige arbeiten in der Medizintechnik.
  • Es gibt etwa 1.200 vor allem mittelständische Betriebe.
  • Die Branche macht 25 Milliarden Euro Umsatz.
  • Mit einer Exportquote von 68 Prozent ist die deutsche Medizintechnik europaweit führend.
  • Hauptabnehmer sind die USA und China, sowie Frankreich, die Niederlande und Russland.

Quelle: (SPECTARIS – Deutscher Industrieverband für optische,medizinische und mechatronische Technologien e. V.)
 

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