Berufsfeld mit Zukunft: Elektrotechnik
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13. Mär 2017

Sabine Olschner

Branchencheck

Brancheninfo Elektrotechnik: Wunschkonzert für Ingenieure

David Nottebaum interessierte sich schon immer für Technik, außerdem hat sein Onkel einen Betrieb für Radio- und Fernsehtechnik. So war es kein Wunder, dass sich Nottebaum nach seiner Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik für ein Studium der Elektrotechnik mit der Fachrichtung Automatisierungstechnik an der Fachhochschule (heute Hochschule) Düsseldorf entschied. Während des Studiums arbeitete er als Werkstudent beim Multi-Technologiekonzern 3M, wo er bereits seine Ausbildung gemacht hatte. Heute ist er dort als Projektingenieur für das Plant Engineering im Produktionswerk in Hilden tätig.

"Ich arbeite in vielen verschiedenen Projekten, zum Beispiel zur Energieeinsparung oder zur Automatisierung unserer Anlagen", erklärt der 27-Jährige. Er installierte zum Beispiel bereits Messsysteme zur Bestimmung von Energieeffizienzkennzahlen an Versorgungsanlagen, richtet derzeit ein Leitsystem für die Gebäudetechnik ein und optimierte mithilfe von Robotern vollautomatische Verpackungsanlagen.

"Meine Aufgaben als Projektingenieur sind vor allem die Planung, die Konzeption und die Implementierung der Maßnahmen", so der Elektrotechniker, der stets in Teams mit verschiedenen Experten, etwa aus Produktion, Mechanik, Elektronik, Qualität und Planung, zusammenarbeitet.

Immer wieder neue Themengebiete

Seine praktischen Erfahrungen, die er in der Ausbildung, als Werkstudent und während der Abschlussarbeit erlangt hat, helfen Nottebaum heute bei seiner Arbeit. "Darüber hinaus muss ich mich in jedem Projekt immer wieder in neue Themengebiete und technische Neuerungen einarbeiten."

David Nottebaum hat seinen Weg gefunden – wie viele andere Elektroingenieure auch. "Wir haben festgestellt, dass sich mit guten technischen Fachkenntnissen für jeden die richtige Ecke findet", sagt Prof. Michael Berger, Vorsitzender des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Die Aufgaben für Elektroingenieure reichen von Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten über Fertigung, Betrieb und Service bis zu Marketing, Vertrieb oder Lehre, sowohl in Fach- als auch in Führungskarrieren.

"Der Arbeitsmarkt ist im Moment so gut, dass er fast einem Wunschkonzert gleicht", so Berger weiter. "Aktuell geht für jeden Absolventen ein älterer Ingenieur in den Ruhestand. Wir können gerade noch die Lücken schließen." Eingesetzt werden die Ingenieure in so gut wie allen industrienahen Branchen: Medizintechnik, Energieversorgung, Telekommunikation, Luft- und Raumfahrt, Hoch- und Tiefbau, Maschinenbau, Chemie, Fahrzeugbau?

Michael Berger sieht derzeit den größten Bedarf in den regenerativen Energien, in denen Elektroingenieure zum Beispiel für den Aufbau von Versorgungsnetzen zuständig sind. Der Trend E-Mobility beschert Elektroingenieuren spannende Aufgaben im Fahrzeugbau. Hinzu kommen in der produzierenden Industrie die verstärkte Automatisierung und der Einsatz von Robotik.

Überdurchschnittliche Gehälter

Beim Gehalt liegen Elektroingenieure im Mittelfeld aller Ingenieurberufe. Ihr durchschnittliches Jahresgehalt liegt bei 60.800 Euro, wie eine aktuelle Gehaltsstudie des Jobportals ingenieurkarriere.de zeigt. Dabei bestehen große Unterschiede je nach Branche, in der die Elektroingenieure einsteigen.

In der Chemie- und Pharmaindustrie etwa erhalten sie im Schnitt 76.000 Euro Jahresgehalt. Auch im Fahrzeugbau, in der Informationstechnologie und in der Energieversorgung liegen die Gehälter über dem Durchschnitt. Im Gegensatz zu ihren Kollegen aus dem Bau- oder dem Maschinenbau haben Elektroingenieure einen entscheidenden Vorteil: Wer sein Gehalt verbessern will, kann einfach in eine andere Branche wechseln. Einsatzmöglichkeiten gibt es schließlich überall.

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