Aussichtsreiche Informatik Jobs
Wer Computer liebt, hat gute Job-Aussichten | Foto: Thinkstock/master1305
Autor

03. Feb 2016

Achim Wagenknecht

Branchencheck

Facettenreiche Informatik: Do IT!

Die aussichtsreichsten IT-Berufe im Überblick

IT: Viele Jobtitel, ein Berufszweig

Sie nennen sich Product Owner, Incident Manager oder SCRUM Master. Aber egal, wie fantasievoll der Jobtitel klingt: Dahinter steckt immer jemand, der ein Computersystem entwickelt, wartet, verkauft oder schützt.

So wie Brigitte Spatz. Sie hat ihren Traumjob in Dorsten gefunden, entwickelt dort eine Software für Fitnessstudios. Den ganzen Tag logische Probleme lösen und in Computersprache übersetzen – das ist genau ihr Ding. Und sie hat am liebsten ihre Ruhe dabei. "Kein Problem", findet ihr Chef und lässt die Augsburgerin von zuhause aus arbeiten. Nur einmal im Monat trifft sich Brigitte zur Teambesprechung mit ihren Kollegen bei der Aidoo GmbH. Sie liebt das gute Betriebsklima und die Freiheiten, die das kleine Unternehmen ihr bietet.
 


Der Klassiker: Entwickler

Brigittes Job in der Programmierung ist der Klassiker für Informatik-Absolventen. Programmiert wird alles Mögliche: Datenbanken, Zahlungssysteme, Handy-Apps, Benutzeroberflächen, Maschinensteuerungen und, und, und. Wer diese Karriere anstrebt, hat beste Chancen.

Laut Branchenverband BitKOM gibt es 43.000 offene Stellen in der IT. Zwei Drittel der suchenden IT-Unternehmen wollen Entwickler einstellen. Die arbeiten meist nicht nur im Team, sondern müssen sich auch mit Kunden und Zulieferern absprechen und die unterschiedlichsten Aspekte wie technische Vorgaben, Benutzerfreundlichkeit oder Sicherheit berücksichtigen.

Kommunikativ: Projektmanager

Das alles unter einen Hut zu bringen, damit die Systeme rechtzeitig und zum vereinbarten Preis fertig werden, ist die Aufgabe des Projektmanagers. Auch die werden dringend gesucht: 20 Prozent der Firmen haben offene Stellen.

Projektmanager organisieren nicht nur, sondern sorgen nebenbei auch dafür, dass die Teammitglieder unter Stress ihre gute Laune behalten. Wenn ihr IT-Sachverstand mit jeder Menge Sozialkompetenz und guten Nerven verbindet, seid ihr auf diesem Posten richtig.

Besonders gefragt: Sicherheitsexperten

Seit Edward Snowden verraten hat, wie intensiv die NSA uns alle belauscht, werden viel mehr IT-Sicherheitsexperten eingestellt. Die Nachfrage ist von drei auf 15 Prozent gestiegen, was die Gehälter beflügelt – angenehm für Absolventen.

Tobias Dussa arbeitet seit 2004 in dem Bereich und leitet seit fünf Jahren am Karlsruher Institut für Technologie das CERT, also das "Computer Emergency Response Team"  die IT-Feuerwehr. Im Ernstfall analysieren Tobias und seine vier Kollegen, was genau passiert ist: Hat ein Hacker angegriffen? Wurden Nutzerkonten geknackt? Sie informieren die Rechtsabteilung und die betroffenen Benutzer und helfen den Administratoren dabei, einen sicheren Regelbetrieb wieder herzustellen.

Tobias gefällt dabei besonders, dass sein Job nie langweilig wird, weil er sich bei den fast 40.000 Usern seiner Uni immer wieder mit anderen Systemen auseinandersetzen muss. Wenn gerade kein Notfall anliegt, arbeitet Tobias proaktiv an der Sicherheit. Er betreut Verschlüsselungssysteme und IT-Alarmanlagen, entwirft Richtlinien und schult Anwender.
 


Mehr Entwickler, weniger Admins

Wie Tobias arbeiten viele Computerfachleute nicht in der IT-Branche selbst, sondern in den IT-Abteilungen von Unternehmen anderer Branchen. Hier gibt es mit 25.500 Angeboten die meisten freien Stellen. Auch hier werden mehr und mehr Entwickler gesucht, während die Stellenangebote für Admins und Anwendungsbetreuer zurückgehen. 40 Prozent der Erwerbstätigen in der IT haben einen Hochschulabschluss, Tendenz steigend. Neben Informatikern arbeiten auch Mathematiker, Statistiker und Elektrotechniker in dem Bereich.

Und die fantasievollen Jobtitel? Die ergeben sich aus der starken Dynamik der Branche: Nicht nur die Technik wird ständig weiterentwickelt, sondern auch Methoden, Organisationsformen und Berufsbilder. Um da den richtigen Einstieg zu finden, gibt es unter Informatik-Studenten ein probates Mittel: Diplomarbeit in einem Unternehmen schreiben – der Berufsstart ergibt sich dann oft wie von selbst.
 


>> zurück zum Branchencheck

>> Freie Stellen im Bereich Informatik

Diese Themen könnten dich auch interessieren