Körperhaltung Tipps
Eine souveräne Körpersprache ist nicht nur im Job von großer Bedeutung. | Foto: rawpixel.com/Pexels
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17. Apr 2018

Christina Scholten

Business-Knigge

Nonverbale Kommunikation: Zeige mehr Selbstbewusstsein durch Körpersprache

Mit Kontrolle die eigene Körpersprache kontrollieren

Auch wenn wir nicht reden, kommunizieren wir permanent: Mit unserem Körper. So fand der amerikanisch-iranische Psychologe Albert Mehrabian von der University of California schon in den 70ern des vergangenen Jahrhunderts heraus, dass nur sieben Prozent einer Mitteilung durch den sprachlichen Inhalt bestimmt werden – satte 55 Prozent tragen die Körpersprache und immerhin noch 38 Prozent der stimmliche Ausdruck bei. Ohne es zu merken, senden wir mit unserem Körper Signale und vermitteln unserem Gegenüber klare Botschaften. Vermutlich jeder hat schon einmal gehört, dass verschränkte Arme eine abwehrende Haltung signalisieren.

Doch Körpersprache ist viel mehr als das, erklärt Stefan Spies. Der Trainer für Körpersprache arbeitet in seinen o?enen Seminaren mit dem Wissen aus der Schauspiellehre und sagt: "Es gibt keine falsche oder richtige Körpersprache. Es geht nur um den Ausdruck, den man in einer Situation erzielen will." Allgemeingültige Tipps wie "gerade stehen" oder die "Hände nicht in die Hosentaschen stecken" reichen dafür nicht aus. Viel mehr gilt es zu erkennen, wie man sich in bestimmten Situationen verhält – und anschließend für sich herauszu?nden, wie man überhaupt rüberkommen möchte.

Die innere Einstellung der Körperhaltung

Denn die Körperhaltung hängt in erster Linie mit der inneren Einstellung zusammen, sagt der Trainer. Wer beispielsweise imGehalts- oder Bewerbungsgespräch sitzt und sich um jeden Preis anbieten will, verrät das mit seinem Körper: Er be?ndet sich im sogenannten Tiefstatus. Der Kopf ist dann häu?g leicht nach vorne gebeugt, die Schultern sind hoch angezogen, es wird viel gestikuliert. Das Gegenteil also von einem entspannten, souveränen Auftreten – das kommt auch beim Gegenüber an. Doch was hilft da? Stefan Spies warnt davor, sich im Vorhinein einfach nur vorzunehmen, eine bestimmte Haltung zu erzwingen oder gezielt Gesten zu unterdrücken. Das wirke immer gekünstelt, erklärt er. "Wichtiger ist es, über die innere Einstellung einen Weg zu ?nden, über den man in der Situation souverän wirkt", meint er. Konkret bedeutet das: Wer sich selbst sagt, dass das Gespräch nur eine Option und kein Muss ist, wirkt direkt entspannter.    

Tipp: Wie wirke ich in bestimmten Situationen? Wer das heraus?nden will, kann Freunde oder Kommilitonen einmal bitten, gezielt darauf zu achten. So könnt ihr heraus?nden, welche Gesten ihr oft macht oder wie ihr während einer Präsentation wirkt. Oftmals merkt man gar nicht, welche Angewohnheiten man hat.   Stefan Spieß, Körpersprache-Coach

 Auch dominante Menschen sollten an ihrer Haltung arbeiten

 Ebenso kann es im Job zum Problem werden, wenn jemand zu dominant auftritt. "Menschen be?nden sich entweder in einem Hochstatus,  nehmen also Raum, oder in einem Tiefstatus, geben also Raum", erklärt der Körpersprache-Coach. Im Meeting kann die dominante Haltung, also der Hochstatus, von den Kollegen schnell negativ aufgefasst werden. Hier gilt es eher, eine erklärende und gutmeinende Haltung einzunehmen – anstatt verbissen zeigen zu wollen, dass man seine Arbeit besser gemacht hat als alle anderen.     

Tipp: Achtet bewusst darauf, wie in eurer Umgebung mit dem Körper gesprochen wird. Gute Beispiele ?nden sich auch im Theater – hier könnt ihr sehen, wie Pro?s ihren Körper und ihre Stimme einsetzen, um der Figur die richtige Wirkung zu geben.

Nonverbale Kommunikation: Körperliche Angewohnheiten machen es oft schwer

Neben der inneren Haltung spielen auch bestimmte körpersprachliche Angewohnheiten eine große Rolle. "Menschen, die viel am Schreibtisch sitzen, neigen zu einer vorgebeugten Haltung. Unabhängig von der inneren Haltung kann es dann so wirken, als wäre man im Tiefstatus", so der Experte.

Tipp: Um sich so etwas wie permanent hängende Schultern abzugewöhnen, hilft vor allem körperbetonter Sport wie Yoga. Schon nach wenigen Stunden werdet ihr merken, dass sich eure ganze Haltung ändert.

Überhaupt ist es erst einmal wichtig, ein richtiges Körperbewusstsein zu entwickeln. Das hört sich im ersten Moment vielleicht esoterisch an. Doch wer an seinem Auftreten arbeiten will, sollte sich auf diese Veränderung einlassen. Das kann sich nicht nur positiv auf eure Karriere auswirken – auch euer Körper wird es euch danken.

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