Welches Outfit kann man im Büro tragen?
Lockerer Dresscode statt Anzug und Kostüm | Foto: Thinkstock/luanateutzi
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26. Aug 2016

Sonja Dietz

Business-Knigge

Was zieh? ich heute an?

Das musst du über moderne Dresscodes wissen

Auch konservative Branchen denken um

Von wegen reine Menschenfreundlichkeit! Nicht selten steckt seitens der Arbeitgeber auch etwas Kalkül dahinter, wenn es selbst in konservativen Branchen klamottentechnisch neuerdings legerer zugeht. "Weil viele Branchen mit dem Fachkräftemangel kämpfen, tun Unternehmen auch im Bereich der Bekleidungsordnung etwas, damit sich ihre Angestellten eher wohlfühlen", sagt Dr. Katrin Luzar, Pressesprecherin beim Karriereportal Monster. "Letztes setzt auch Kleidung voraus, in der sich Arbeitnehmer nicht verkleidet vorkommen, sondern in der sie gerne ins Büro gehen."

Eine Frage des Respekts

Nichtsdestotrotz rät Luzar zu einem Casual Business Chic. "Man sollte sich immer fragen: Zolle ich meinem Gegenüber den nötigen Respekt?", sagt die PR-Frau. "Denn ein gepflegtes Äußeres sagt viel über die Wertschätzung aus, die man anderen entgegenbringt."

Für Mitarbeiter mit Kundenkontakt gelten daher in der Regel noch etwas strengere Dresscode-Regeln als im Backoffice. Hier empfehlen sich mindestens das Hemd oder die Bluse zur Jeans, immer gebügelte und qualitativ hochwertige T-Shirts, eine Stoffhose oder ein Business-Kleid. Viele Arbeitgeber überlassen in diesem Bereich aber nichts dem Zufall und machen nach wie vor klare Vorgaben: Sicher ist sicher.

So hält es Monster als Arbeitgeber auch, bekennt bei den eigenen Außendienstmitarbeitern aber durchaus Mut zur Farbe. Jedem Vertriebsexperten steht es frei, Kunden in einer Jeans oder in Turnschuhen in der Unternehmensfarbe zu besuchen: Lila. Der Wiedererkennungseffekt ist damit sicher. Allerdings sind bei allen anderen Kleidungsstücken dezente und gedeckte Farben Pflicht.

Bloss keine Totalausfälle

Karriereberaterin Doris Brenner rät Berufsanfängern beim kleinsten Zweifel zu Vorsicht. Immerhin repräsentiert jeder Mitarbeiter seine Firma nach außen und ein schlechter textiler Auftritt kann das Bild negativ prägen. Dass Berufsanfänger bei der Wahl ihres Outfits oft rätseln, verwundert Brenner nicht – größere Freiheit führt zu mehr Unsicherheit: "Solange der Dresscode klar war, gab es nicht so viele Ausfälle – vielleicht mal eine falsche Farbkombination oder unpassendes Schuhwerk, während die Gefahr nun
größer ist, das richtige Maß zu verfehlen."

Ihre Erfolgsformel: lieber neu als alt und ausgewaschen, stets in der passenden Größe und von einer Qualität, die nicht billig wirkt. Und: in der Tendenz eher die gedeckte Farbe
als der quietschbunte Mustermix. Dann funktionieren auch Kombinationen, die
früher als zu gewagt galten.

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