Kind oder Karriere
Frauen haben es nicht einfach, Job und Familie zu vereinen | Foto: Thinkstock/Stockbyte
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20. Apr 2015

Denise Haberger

Frauen & Karriere

Kind und Karriere

Das muss sich für berufstätige Eltern ändern!

Arbeiten als Elternteil – alles ist möglich? Eine Lüge!

"Erwerbstätige Eltern sind in unserer Arbeitswelt einfach nicht vorgesehen", meint Britta Sembach. Die Journalistin und Mutter zweier Kinder hat gemeinsam mit Susanne Garsoffky, ebenfalls Journalistin und ebenfalls zweifache Mutter, das Buch "Die Alles ist möglich-Lüge" geschrieben.

Die beiden Autorinnen haben selbst jahrelang versucht, Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen und haben erkannt, dass das einfach nicht machbar ist in Deutschland – zumindest noch nicht. Ihr Rat: "Ihr müsst euch nicht entscheiden. Lebt beides, aber nicht unbedingt gleichzeitig oder mit gleicher Intensität!"

Weg von klassischen Lebensläufen

Denn wer versuche, beidem gerecht zuwerden, ohne zum Beispiel die Arbeitszeit zu reduzieren, werde schnell an Grenzen stoßen. Im Job, in der Familie oder an die eigenen. "Wer allerdings im Beruf zurücksteckt, gerät wiederum schnell in die Teilzeitfalle und riskiert einen Karriereknick", weiß Britta Sembach.

Die Autorinnen Britta Sembach (li.) und Susanne Garsoffky | Foto: © Gudrun SengerIhr Lösungsansatz für dieses Dilemma: weg von den klassischen Lebensläufen, hin zur On-off-Biografie. "Wenn wir ein Leben neben der Arbeit ernst nehmen wollen, dann dürfen wir 'untypische' Karrieren nicht verbauen", sagt Susanne Garsoffky.

Karrieren in Teilzeit müssten dann ebenso möglich werden wie späte Karrieren. Auch ein echtes Rückkehrrecht auf Vollzeit – egal wann – sei zwingend notwendig. Das erfordere ein radikales Umdenken und Flexibilität, vor allem auf Seiten der Arbeitgeber, dessen sind sich die beiden bewusst: "Aber gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es doch absurd, das Unternehmen akzeptieren, wie Ressourcen verbrannt werden, weil Frauen aufgrund schlechter Voraussetzungen erst gar nicht mehr in ihren Job zurückkommen."

Noch seien die Rahmenbedingungen schlecht. Fehlende Kinderbetreuung – angepasst an Arbeitszeiten – sei laut Garsoffky immer noch ein großes Problem, ebenso wie die mangelnde finanzielle Unterstützung von Eltern: "Wer sich Zeit für seine Kinder einräumt und dafür weniger arbeitet, wird später mit einer niedrigen Rente bestraft." Steuerbasierte Weiterzahlung der Rentenbeiträge sei eine Möglichkeit, das zu beheben.

Immer mehr Männer wollen aktive Väter sein

Wichtig sei aber vor allem die gesellschaftliche Aufwertung von Fürsorgearbeit daheim. "Dann würden sich vielleicht auch zunehmend Männer dafür entscheiden", hofft Britta Sembach und ergänzt: "Schon heute wollen immer mehr Männer aktive Väter sein, aber sie stoßen auf viel größere Schwierigkeiten, weil der Arbeitsmarkt darauf nun überhaupt gar nicht vorbereitet ist."

Väter müssten endlich lauter das verlangen, was Frauen schon seit Jahren fordern. "Erst wenn Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Männer-Thema ist, wird das die Wirtschaft zum Umdenken zwingen", so Garsoffky.#

 


Das Buch-Cover zu Die Alles ist möglich-Lüge aus dem Pantheon VerlagUNICUM Buch-Tipp

Die Alles ist möglich-Lüge: Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind

Britta Sembach, Susanne Garsoffky

Pantheon Verlag

Online bestellen (Amazon): Die Alles ist möglich-Lüge: Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind

 

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