Gründerzuschuss
Mit einem guten Businessplan den Gründungszuschuss sichern | Foto: Thinkstock/Jacob Ammentor
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06. Jun 2016

Debora Bürth

Gehalt & Finanzen

Gründungszuschuss: Aus der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit

Die Förderung der Arbeitsagentur im Überblick

Aus Ich-AG wird Gründungszuschuss

Seit 2006 fasst der Gründungszuschuss das Überbrückungsgeld und den Existenzgründungszuschuss (Ich-AG) zusammen. Allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Ob der Gründungszuschuss bewilligt wird, liegt im Ermessen der Mitarbeiter der Arbeitsagentur. Das bedeutet, dass Arbeitssuchende keinen Rechtsanspruch auf diese Leistung haben. Vielmehr muss Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit es mit der staatlichen Förderung klappt. Dringend notwendig dafür ist zum Beispiel ein Geschäftsplan, den du deinem Vermittler vorlegen musst.

Doch mit der richtigen Vorbereitung stehen die Chancen auf einen Gründungszuschuss gut. Obwohl die Zahlen zur Bewilligung rückläufig sind, wurde laut einer Statisitk der Bundesagentur für Arbeit dennoch im Jahr 2015 im Schnitt 26.500 Menschen pro Monat ein Gründungszuschuss zugesprochen.

Voraussetzungen für die Förderung

Um einen Gründungszuschuss beantragen zu können, muss man:

  • Arbeitslosengeld I beziehen
  • mindestens einen Tag arbeitslos gemeldet sein
  • mindestens weitere 150 Tage Arbeitslosengeld I bekommen.

Zudem wird geprüft, ob es nicht einen passenden Job auf dem aktuellen Arbeitsmarkt gibt, den du anstatt der Selbstständigkeit ausüben kannst. Wenn du eine Selbstständigkeit anstrebst, ist hier besondere Überzeugungsarbeit gefragt.

Antrag auf Gründungszuschuss

Ganz wichtig: Der Antrag auf Förderung muss VOR der eigentlichen Gründung gestellt werden! Außerdem musst du noch weitere Unterlagen beilegen, die die Mitarbeiter der Arbeitsagentur von deiner Selbstständigkeit überzeugen sollen.

  • Businessplan/Geschäftsplan: In diesem Plan soll offengelegt werden, was die geplante Geschäftsidee beinhaltet. Ebenso soll der Geschäftsplan einen umfassenden Finanzplan mit einer geplanten Umsatz- und Rentabilitätsvorschau beinhalten.
     
  • Gutachten des Businessplans: Der vorangegangene Businessplan sollte von einer geeigneten fachkundigen Stelle verifiziert werden. Je nach Plan können dafür verschiedene Anlaufstellen geeignet sein. So kannst du dir zum Beispiel ein Gutachten einer entsprechenden Kammer, aber auch von einem Unternehmensberater oder Gründercenter ausstellen lassen.
     
  • Nachweis der Qualifikation: Egal, in welchem Gewerbe du dich selbstständig machen willst, du musst nachweisen, dass du für das Vorhaben geeignet bist. Das kann durch einen Beleg deiner beruflichen Erfahrung sowie durch Zeugnisse, Zertifikate und ähnliches geschehen.

Was wird gefördert?

Das Arbeitsamt hat ein Interesse daran, Arbeitssuchende in einer dauerhaften, steuerpflichtigen Beschäftigung unterzubringen. Deswegen werden nur Geschäftsideen gefördert, die hauptberuflich ausgeführt werden können und einen zu erwartenden Gewinn auswerfen, der für eine Existenzsicherung reicht.

Höhe und Dauer der Unterstützung

War der Antrag auf Gründungszuschuss erfolgreich, wird der Zuschuss in zwei Phasen gezahlt.                       

  1. Phase: 6 Monate lang bekommst du zu deinem zuletzt erhaltenen ALG I zusätzlich 300 Euro im Monat zur sozialen Absicherung.
  2. Phase: Nach den ersten sechs Monaten wird dein Anspruch auf Förderung nochmal geprüft. Fällt die Überprüfung wieder positiv aus werden in der zweiten Phase weitere 9 Monate gefördert. Es wird dann allerdings nur noch ein monatlicher Betrag von 300 Euro zur sozialen Absicherung geleistet.

Insgesamt kannst du also im Höchstfall 15 Monate unterstützt werden. Achtung: Durch die Bewilligung des Gründungszuschusses mindert sich die Anzahl der geförderten Tage von ALG I. Das ist besonders wichtig, falls die Existenzgründung scheitert und man sich nach der ersten Phase wieder arbeitslos melden muss.
 


3 Fragen, die du dir vor der Existenzgründung stellen solltest

  1. Brennst du für deine Idee? Bist du voll und ganz von dem Erfolg deiner Idee überzeugt?
  2. Kannst du andere Menschen für deine Idee begeistern? Kannst du in kurzen Sätzen deine Geschäftsidee erläutern?
  3. Kannst du deine Idee in Zahlen fassen?

Weitere Informationen zum Gründungszuschuss findest du unter www.arbeitsagentur.de
 

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