Berufliche Weiterbildung
Erweitere deine Kompetenzen – mit einer beruflichen Weiterbildung! | Foto: Thinkstock/Gajus
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16. Feb 2016

Svenja Friedrichs

Weiterbildung

Bessere Chancen im Beruf durch Weiterbildung

Wer ganz an die Spitze will, muss Ehrgeiz und Selbstdisziplin beweisen

Gute Gründe für eine berufliche Weiterbildung

"Ein wichtiges Stichwort ist die Halbwertszeit von Wissen. Früher hat man gesagt, das Wissen verdoppelt sich innerhalb von einer Generation, heute sind wir mittlerweile an einem Zyklus angelangt, bei dem sich das Wissen bereits innerhalb von 10 Jahren verdoppelt", erklärt André Feist-Lorenz, Leiter des IHK-BildungsCentrums in Bochum. Somit lohnt es sich grundsätzlich, das Wissen regelmäßig aufzufrischen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Durch eine Weiterbildung vermindert sich zudem die Gefahr der Arbeitslosigkeit. "Muss sich ein Unternehmen von Mitarbeitern trennen, wird geringer Qualifizierten eher gekündigt, als denen, die sich regelmäßig weitergebildet haben", so Feist-Lorenz. Auch für Arbeitnehmer, die sich z.B. aufgrund einer Familiengründung einige Zeit aus dem Beruf zurückgezogen haben, ist die Chance, wieder in den Beruf zu gelangen, durch eine entsprechende Weiterbildungen weit höher.

Was für die meisten aber wahrscheinlich am interessantesten und auch ausschlaggebendsten ist, ist die Aussicht auf ein erhöhtes Einkommen nach der Weiterbildung. Dafür ist allerdings meist eine sogenannte "Aufstiegsweiterbildung" notwendig, ein ein- oder mehrtägiges Seminar reicht nicht aus.

Auch für Akademiker ist es wichtig, ihr Wissen stetig zu aktualisieren und weiter auszubauen, ebenso sollten auch Soft Skills wie Mitarbeiterführung, Moderationskompetenz oder Rhetorik regelmäßig geschult werden. "Gerade Studierte gelangen sehr früh in eine sehr aktive Rolle und müssen Projekte oder Mitarbeiter leiten. Das sind Fähigkeiten, die man in der Regel im Studium nicht mitbekommt", weiß der Weiterbildungsexperte aus eigener Erfahrung.
 


Auswahl an Kursangeboten

  • KURSNET ist ein Angebot der Bundesagentur für Arbeit, das sich über ganz Deutschland erstreckt. Entweder man startet die Suche über einen Suchbegriff, den man eingibt, über den Veranstaltungsort oder man sucht sich ein Bildungsangebot, passend zum bereits ausgeübten Beruf.
     
  • Über die Zentrale für Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) kann man sich über Weiterbildungsangebote im europäischen Ausland informieren.
     
  • Das Lernangebot in ganz Europa zeigt auch die Seite PLOTEUS der Europäischen Kommission an. Neben den nötigen Bildungsinformationen gibt die Seite per Links auch über das Leben und Arbeiten im jeweiligen Land Auskunft.
     
  • Das InfoWeb Weiterbildung bietet über die normale Kurssuche hinaus noch die Beratungs- und die Fördersuche an. Im Datenbankverzeichnis werden weitere Links zu Weiterbildungsdatenbanken angeboten, für den Fall das man bei InfoWeb nicht fündig wird.
     
  • Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) bieten Seminare und Lehrgänge als Vorbereitung und mit anschließender, staatlich anerkannter Prüfung in vielen verschiedenen Bereichen an. Beispielsweise Seminare zur Ausbildereignung, zu EDV & IT, zu Management oder zur Technik. Im jeweiligen, ortsgebundenen Programmheft des IHK Bildungszentrums kann man genaue Details und Preise zu den einzelnen Kursen ausfindig machen. Das Programm des nächstgelegenen Veranstaltungsortes, kann man vereinfacht über das Weiterbildungs-Informations-System (WIS) suchen.
     
  • Auch die Volkshochschulen (VHS) bieten Kurse und Seminare an, die teilweise als Prüfungsvorbereitung für den IHK-Kurs genutzt werden können. Zusätzlich werden hier eigene Prüfungen und Zertifikate angeboten, beispielsweise über Xpert-Business, im Bereich des kaufmännischen Wissens. Bei der VHS sind, im Gegensatz zur IHK, günstigere Kursangebote finden, allerdings wird in den wenigsten Bereichen eine abschließende, anerkannte Prüfung angeboten. Anderseits werden aber auch über die Volkshochschule IHK-Kurse beworben.
     

Fortbildung Beruf


Studium neben dem Beruf

Wenn man eine intensive und aufstiegsfördernde Weiterbildung durchführen möchte, kann man sich auch für ein berufsbegleitendes Teilzeitstudium oder für ein Fernstudium entscheiden. Dies geht weit über einzelne Seminare hinaus und beansprucht einen Zeitraum von mindestens 2 Jahre.

Das Fernstudium ist mittlerweile weitestgehend anerkannt und bietet einige Vorteile. Die Eignungsvoraussetzungen variieren zwar, aber man braucht weder eine bestimmte Abiturabschlussnote, noch ist immer ein Vollabitur notwendig. Vorteilhaft ist hier die hohe Flexibilität: Ein Fernstudium kann man sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit absolvieren, es wird im Homeoffice studiert, man kann seine Lernphasen somit den Arbeitszeiten angepassen. Entscheidend ist die nötige Selbstdisziplin, da, bis auf die Prüfungen, das ganze Studium in Eigenarbeit abläuft.

Die Kosten sind nicht pauschal nennbar und von einer Fernhochschule zur anderen unterschiedlich. Beim Präsenzstudium ist man an die Örtlichkeiten und die geregelten Studienzeiten gebunden, allerdings ist eine Gruppendynamik vorhanden, die beim Fernstudium fehlt. Auch das Lernen kann durchaus leichter fallen.

Egal für welchen Kurs man sich entscheidet, man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass Qualitätsstandards vorliegen oder der Anbieter ISO-zertifiziert ist. Für die berufliche Zukunft am nachhaltigsten sind natürlich die Kurse, die mit einer staatlich anerkannten Prüfung abschließen. "Denn dies sind meist anspruchsvolle Weiterbildungen, die auch in der Regel mit hohem zeitlichen Einsatz verbunden sind", meint Leiter der IHK-BildungsCentrums. Und diese werden auch dementsprechend von den Unternehmen gewürdigt. Im Übrigen kann jeder Weiterbildungsträger ohne weitere Qualifikationen Zertifikate ausgeben.

Förderung und Bildungsurlaub

Bevor man einen Weiterbildungskurs antritt, sollte man sich über die Fördermöglichkeiten informieren. Eine Möglichkeit ist der Bildungsscheck, ein Förderprogramm des Landes NRW. Voraussetzung dafür ist, dass das Unternehmen, in dem man beschäftigt ist, nicht mehr als 250 Mitarbeiter hat, auch der öffentliche Dienst ist ausgeschlossen. 50 Prozent der Bildungskosten werden übernommen, maximal 500 Euro.

Ebenfalls sollte man prüfen, ob ein Recht auf Bildungsurlaub besteht. Dies ist in bisher 12 Bundesländern der Fall, nicht dabei sind Sachsen, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern. Die Arbeitnehmer haben meistens Anspruch auf 5 Tage im Jahr und können die Tage von zwei Jahren bündeln, um auf 10 Tage am Stück zu kommen.
 


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