Soft Skills Weiterbildung
An vielen Hochschulen werden Soft-Skill-Seminare angeboten | Foto: Thinkstock/simonkr
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28. Apr 2016

Sarah Schrödelsecker

Weiterbildung

Soft Skills: Mit Uni-Seminaren den Berufseinstieg vorbereiten

Credit Points sind nicht alles

Was sind Soft Skills?

Als Soft Skills werden außerfachliche Fähigkeiten bezeichnet, die man idealerweise schon im Studium erwerben sollte. Dazu gehören u.a. soziale Kompetenzen wie:

  • Rhetorik
  • Präsentation
  • Verhandlungsgeschick
  • Krisenmanagement
  • Teamfähigkeit
  • Selbstbewusstsein

Als Hard Skills bezeichnet man dementsprechend das Fachwissen, welches man im Rahmen seines Studiums oder der Ausbildung erwirbt.

Wie und wo kann man Soft Skills erlernen?

Fast jede Uni bietet spezielle Kurse an – diese verstecken sich hinter Bezeichnungen wie "Schlüsselkompetenzen", "Studium plus" oder "Career Service". Nicht an jeder Hochschule sind diese Angebote kostenlos, meistens aber dennoch erschwinglich. An der Universität München (LMU) kann man beispielsweise spannende Seminare wie "Führungskraft als Beruf – In Führung gehen? Kein Problem!" oder "English Training – Vital Presentation and Rhetorical Skills" belegen.

Die Methoden der Seminare variieren je nach Thematik. Oftmals arbeitet man in Gruppen zusammen – besonders beliebt sind Rollenspiele, in denen kritische Situationen simuliert werden. Zusammen trainiern die Teilnehmer ihre rhetorischen und sozialen Fähigkeiten in ungezwungener Atmosphäre. Außerdem bieten die Kurse die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten zu analysieren. Durch direktes Feedback erfährt man zum Beispiel, wie das eigene Auftreten auf andere wirkt und was man daran verbessern kann.

Diese Seminare stehen meist allen Studierenden offen. Idealerweise stellt dir deine Universität ein Zertifikat über die erworbenen Fähigkeiten aus. Der Career Service der Universität Potsdam bietet etwa Qualifizierungspakete für "Kommunikation" an: Hierbei optimiert man in drei Seminaren seine eigene Präsenz sowie Rhetorik und erhält im Nachgang eine Bescheinigung. Wer hätte sowas nicht gern im Lebenslauf?


Soft Skills Bewerbung


Freiwilliges Engagement statt Uni-Seminar

Nicht nur durch Seminare kannst du Soft Skills erwerben, sondern auch über praktische Tätigkeiten wie freiwilligem Engagement. Informiere dich über Hochschulgruppen und Vereinigungen an deiner Uni: Oftmals hast du dort die Möglichkeit, Erfahrungen im Veranstaltungsmanagement oder in der Öffentlichkeitsarbeit zu sammeln. Gleichzeitig beweist du so deine Teamfähigkeit – das ist extrem wertvoll für deine persönliche Entwicklung und nebenbei sieht?s auch noch gut im Lebenslauf aus.

Brauche ich Soft Skills wirklich?

Im Studium hat man sowieso schon genug zu tun – kaum ein Student wird sich wohl über Unterforderung beschweren. Allerdings legen immer mehr Arbeitgeber großen Wert auf Soft Skills.

Denn was nützt es einem Unternehmen, wenn du als BWL-Absolvent/in zwar sämtliche Zahlen des letzten Geschäftsjahres runterrattern kannst, aber schon beim ersten Handschlag im Vorstellungsgespräch verschreckt zusammenzuckst? Was bringt dir als Jurastudent/in ein tolles Abschlusszeugnis, wenn du in kritischen Verhandlungssituation verzweifelt herumstammelst?

Investiere etwas Zeit in deine Zukunft – du wirst es dir selbst danken, wenn du beim Job-Interview deine Hand nicht alle zwei Minuten an der Hose abwischen musst oder deinem Gesprächspartner nicht mit jeder Geste vermittelst, dass du eigentlich überall lieber wärst als in seinem Büro.

Welche Soft Skills sind für mich relevant?

Grundsätzlich gibt es wohl kaum einen Job, in dem Soft Skills wie Teamfähigkeit und Kommunikation keine Rolle spielen. Jedoch gibt es Branchen, in denen bestimmten sozialen Fähigkeiten besondere Bedeutung zukommt.

  • In der Wirtschaft kommt man wohl ohne Verhandlungsgeschick, Selbstbewusstsein, Lösungsorientierung und einer analytischen Kompetenz nicht weit.
  • Für soziale Berufe ist Einfühlungsvermögen besonders wichtig.
  • Möchte man im öffentlichen Bereich tätig sein, so können Selbstbewusstsein und Vertrauenswürdigkeit von Vorteil sein.

Für welche Kurse man sich entscheidet, hängt also von der Frage ab: Welche Soft Skills werden in meiner Branche erwartet? Um das herauszufinden, solltest du dir schon während des Studiums Job-Angebote für deine persönlichen Traumjobs genauer ansehen. Darin steht oft genau, was von den Bewerbern erwartet wird. Passend dazu kannst du Kurse belegen, um damit bei deiner späteren Bewerbung zu punkten.

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