Präsenzenskultur Arbeit
Home Office & Co. statt Präsenzenskultur | Foto: Thinkstock/Jacob Ammentorp Lund
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12. Apr 2016

Denise Haberger

Work-Life-Balance

Ade, Präsenzkultur: Die Zukunft der Arbeit

Wie sich Top-Manager das Büro von Morgen vorstellen

Die Zielerreichung wird zum Gradmesser

Janina Kugel, Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektorin der Siemens AG

Porträtfoto von Siemens-Arbeitsdirektorin Janina Kugel | Foto: Siemens

"Starre Anwesenheitszeiten sind passé – künftig wird sich die Arbeitsleistung eher daran messen, ob Ziele erreicht und Aufgaben erfüllt werden. Das mobile Arbeiten bringt hier Vorteile: Wir können – im Rahmen von Arbeitszeitgesetz und Tarifverträgen – deutlich schneller und flexibler arbeiten.

Bei Siemens bieten wir innovative Bürokonzepte und Möglichkeiten für flexibles Arbeiten wie Home Office an. Beides wird gut angenommen. Ich glaube aber nicht, dass das Büro verschwinden wird. Der regelmäßige persönliche Austausch mit Kollegen ist wichtig."
 


Dr. Wolfgang Brezina, Personalvorstand bei Allianz Deutschland

Porträtfoto von Allianz-Personalvorstand Dr. Wolfgang Brezina | Foto: Allianz"Im Vertrieb und im Außendienst ist mobiles Arbeiten seit jeher Voraussetzung für einen erfolgreichen Alltag. Doch auch in den anderen Teilen unseres Versicherungsbetriebs gewinnt Flexibilität in zeitlicher und räumlicher Hinsicht weiter an Bedeutung.

Überall wo es die Rahmenbedingungen zulassen, kann ein intelligenter und wirtschaftlicher Mix mobiler Arbeits- und Endgeräte den Kundenservice ausbauen und gleichzeitig die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben fördern."
 


Vertrauenskultur löst Präsenzkultur ab

Markus Köhler, Senior Director HR und Mitglied der Geschäftsführung bei Microsoft Deutschland

Porträt-Bild vom Senior Director HR bei Microsoft Markus Köhler | Foto: Microsoft

"Die Präsenzkultur ist ein veraltetes Modell und wird in immer mehr Unternehmen durch eine neue Vertrauenskultur abgelöst. Denn moderne IT gibt uns heute die Freiheit, selbst zu entscheiden wann und wo wir arbeiten.

Bei uns im Unternehmen gilt deshalb schon lange das Prinzip der Vertrauensarbeitszeit und des Vertrauensarbeitsortes. Die Rolle des Büros verändert sich dadurch: Es ist nicht mehr nur der Ort, an dem wir in Ruhe inhaltlich oder konzeptionell arbeiten. Das Büro wird vielmehr ein Ort der Begegnung zum Austausch mit Kollegen."
 


Kathrin Menges, Personal-Vorstand bei Henkel

Porträtbild von Henkels Personal-Vorstand Kathrin Menges | Foto: Henkel"Es ist uns wichtig, ein flexibles Arbeitsumfeld zu bieten – nicht nur um Talente zu gewinnen, sondern sie auch langfristig zu halten. Es geht darum, attraktive Rahmenbedingungen für diejenigen zu schaffen, die vor besonderen Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben stehen.

Deshalb bietet Henkel seinen Mitarbeitern zum Beispiel Arbeit in Teilzeit oder im Home Office, Job Sharing und Betriebskindergärten. Voraussetzung dafür ist eine Unternehmenskultur, in der das Ergebnis zählt – egal wo und wann es erbracht wurde. Anwesenheit darf nicht mit Leistung verwechselt werden."
 


Im Video: Bosch-Manager testen flexibles Arbeiten


Porträtfoto der Leiterin Global Talent Management bei BASF Anke Schmidt |Foto: BASF

Arbeitnehmer wollen mehr Flexibilität

Anke Schmidt, Leiterin Global Talent Management bei BASF

"Flexibles Arbeiten wird immer wichtiger, sowohl beruflich als auch persönlich. Wer zum Beispiel in internationalen Teams arbeitet oder Beruf und Familie in Einklang bringen möchte, braucht Flexibilität. Letztendlich zählt das Arbeitsergebnis.

Die Entwicklung weg von der Präsenzkultur hin zu flexibleren Modellen ist für Mitarbeiter mit einem klassischen Bürojob sicherlich meist einfacher als für Produktionsmitarbeiter."
 


Christoph Kübel, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Robert Bosch GmbH

Porträtfoto des Geschäftsführers der Robert Bosch GmbH Christoph Kübel |Foto: Robert Bosch Gmbh"Wir bieten eine angenehme Arbeitsumgebung, die Zufriedenheit und Ideenkraft fördert. Wir wollen jedoch weg von einer Präsenzkultur, in der der Einzelne keine echte Zeitsouveränität hat. Unser Ziel ist der Wandel hin zu einer stärkeren Ergebnisorientierung.

Wir unterstützen deshalb mehr als 100 verschiedene Arbeitszeitmodelle. Für mich ist es zweitrangig, wie lange meine Mitarbeiter am Schreibtisch sitzen. Wichtiger ist, welche Ergebnisse sie erzielen."
 

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