Büro Hamburg Google
Ruderraum-Büro: Google in Hamburg | Foto: a+o Ges. für Kommunikationsberatung mbH
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18. Nov 2015

Simone Zettier

Work-Life-Balance

Außergewöhnliche Wohlfühl-Büros

So arbeitet es sich bei Google, Facebook & Co.

7 Büros mit Wow-Faktor

 

"Büros werden Orte der Zusammenkunft"

Dr. Catharina Stahn | Foto: IfaAVier Fragen an Dr. Catharina Stahn vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. in Düsseldorf.

UNICUM: Frau Stahn, wo undwie werden wir in der Zukunft arbeiten?
Dr. Stahn: Mobiles und flexibles Arbeiten wird durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien verstärkt Einzug in den Arbeitsalltag erhalten: Durch die Möglichkeiten von zum Beispiel Home Office oder virtueller Teamarbeit müssen wir nicht mehr zwingend in das Büro, um unseren Job zu erledigen. Auch hier werden technische Entwicklungen, wie beispielsweise Videokonferenzen, das zeit- und ortsunabhängige Arbeiten weiter unterstützen. Vor dem Hintergrund der Globalisierung ist dies ein wichtiger Aspekt, da die länder- und zeitzonenübergreifende Zusammenarbeit eine große Rolle spielt. Allerdings muss die Effizienz der möglichen neuen Kommunikationsformen auf den Prüfstand gestellt werden. Sonst "fressen" E-Mails und andere Kommunikationsformen große Teile der Arbeitszeit. Für die Kommunikation sollten die Unternehmen klare Regelungen treffen. Dadurch können Datenmengen reduziert, Zeit gespart und Belastung durch unnötige Informationen vermieden werden.

Welche Bedeutung werden Büros noch haben?
Wahrscheinlich ist, dass Büros zukünftig eher als Orte der Zusammenkunft, für kreative Workshops usw. genutzt werden. Modern ausgestattete Besprechungs- und Konferenzräume, die die interaktive Zusammenarbeit erleichtern, aber auch Zonen zum Entspannen oder zur konzentrierten Einzelarbeit sind hier denkbar. Großraumbüros, die aktuell schon wegen ihrer Raumeffizienz beliebt sind und die Produktivität steigern sowie Informationsaustausch und Teamwork verbessern sollen, können zu Bürolandschaften ausgebaut werden, in denen die Mitarbeiter immer öfter keinen festen Arbeitsplatz mehr haben.

Welche Entwicklungen sind außerdem zu erwarten?
Der Arbeits- und Gesundheitsschutz sollte und wird auch zukünftig eine große Rolle spielen. Hier sind ergonomische Gesichtspunkte zu nennen, die bei der Einrichtung neuer Arbeitsplätze – oder ganzer Bürobereiche – bedeutsam sind. Aber ebenso wichtig ist es, dass die Mitarbeiter bei wesentlichen Veränderungen mitgenommen und rechtzeitig informiert werden. Transparenz ist hier das Stichwort.

Werden denn alle Mitarbeiter die neuen Arbeitsplätze annehmen?
Viele Beschäftigte werden die Veränderungen durch den digitalen Wandel begrüßen, bietet er doch noch mehr Möglichkeiten, flexibel zu arbeiten und Arbeits- und Privatleben individueller miteinander zu verbinden. Arbeitgeber sollten aber beachten, dass es sicherlich auch Mitarbeiter geben wird, die eine Flexibilisierung von Arbeitsort und -zeit als überfordernd erleben und starre Regelungen dafür bevorzugen. Negative Beanspruchungsfolgen wie Stress können entstehen, wenn sich Beschäftigte dauerhaft überfordert fühlen. Der Gesetzgeber fordert deshalb, dass neben körperlichen Gefährdungen auch die psychische Belastung in einer Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt wird. Ebenso werden die etablierten Arbeitszeitmodelle zu überdenken sein. Generell ist zu beachten, dass nicht jedes Konzept zu jedem Unternehmen und schon gar nicht zu jeder Belegschaft passt.
 

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