Lerne deine Stärken kennen!
Foto: Thinkstock/Tobias Machhaus
Autor

25. Okt 2016

Marc Wiegand

UNICUM Karriere-Kompass

Kenne Dein Potenzial!

Von wegen trivial

Selbstvermarktung als Schlüssel

Es ist die obligatorische Aufforderung in nahezu jedem Bewerbungsratgeber: Heben Sie ihre Stärken und besondere Talente hervor! Doch häufig hakt es an dieser Stelle – nicht nur, weil man ein intensives Selbstmarketing gar nicht gewöhnt ist, sondern vielmehr weil man diese Stärken gar nicht so glasklar benennen kann. Was kann ich denn eigentlich außergewöhnlich gut? Dabei ist nicht nur in der Bewerbungssituation das Fehlen eines scharfen Bewusstseins für die eigenen Potenziale ein großer Nachteil.

Entscheidender Erfolgsfaktor

"Seine eigenen Stärken, Möglichkeiten und Interessen genau zu kennen, ist eine wesentliche Voraussetzung für Arbeitszufriedenheit und dauerhaften beruflichen Erfolg. Außerdem hilft es ungemein weiter, wenn man vor weitreichenden Entscheidungen steht", sagt Karriereberaterin Brigitte Herrmann  dazu. "Die Krux ist nur, dass das man weder in der Schule noch an der Uni wirklich lernt, punktgenau das eigene Potenzial zu erfassen."

Gerade dies könne jedoch angesichts der enormen Vielfalt an Studiengängen und möglichen Berufsfeldern eine wichtige Orientierungshilfe sein, so Herrmann, die in diesem Kontext auf eine aktuelle Studie von Monster verweist: Demnach arbeiten 51 Prozent der Deutschen im falschen Job und können dort ihre Stärken nicht optimal einbringen. "Wie soll ich auch den passenden Arbeitgeber finden, wenn ich mich selbst nicht genau kenne?"

Schneller und einfacher die Karriereleiter hoch

"Die Kenntnis des eigenen Potenzials dient jedoch nicht nur als Richtungsgeber beim Berufseinstieg, sondern kann später auch zum Karrierebeschleuniger werden. "Es ist doch viel effektiver, vorhandene Stärken und Talente auszubauen und weiterzuentwickeln als sich in einem Bereich, der einem naturgemäß etwas schwer fällt, mühsam auf ein deutlich höheres Level zu hieven. Und es bereitet einem natürlich auch viel mehr Freude", erläutert die Karriereberaterin. Stellt sich nun die Frage: Was verbirgt sich hinter dem Begriff Potenzial-Analyse eigentlich konkret?

Laut Herrmann dient die Analyse vor allem dazu, zwei essentielle Fragen zu beantworten: Wie ist mein Ist-Zustand? Und was kann morgen sein? Klingt im ersten Moment möglicherweise etwas trivial, erweist sich aber beim genaueren Hinsehen als durchaus anspruchsvolle Aufgabenstellung.  Denn wie erfasse ich denn bitte einfach mal so meinen Ist-Zustand? "Das geschieht im besten Fall durch die Kombination aus Selbst- und Fremdeinschätzung", betont Herrmann, die gleich ein paar Musterfragen für den ersten Teil parat hat: Was kann ich gut? Was fällt mir immer besonders leicht? Auf was sind meine größten Erfolge zurückzuführen? Welche Themen liegen mir besonders am Herzen?

Eingeschränkte Eigen-Wahrnehmung

"Entscheidend sei aber, diese Fragen auch anderen Leuten aus dem beruflichen wie privaten Umfeld zu stellen, um so die eigene Ist-Analyse zu komplettieren und gegebenenfalls zu entzerren. Denn: "Wir haben eine eingeschränkte Wahrnehmung von uns selbst. Unsere eigenen Stärken sind für uns mitunter so natürlich und selbstverständlich, dass wir sie gar nicht so als etwas Besonderes ansehen. Und mit der Fremdeinschätzung kann man diesen psychologischen Effekt aushebeln", so die Karriereberaterin.

Die Kür der Potenzialanalyse liege dann darin, die Ergebnisse der Ist-Analyse dezidiert auszuwerten und vor allem in den beruflichen Alltag zu übertragen: Welche Aufgaben könnten mir mit meinen Stärken liegen? An diesem Punkt kann die Unterstützung eines professionellen Beraters helfen, der einen trainierten Querschnittsblick auf die Arbeitswelt hat. Aber auch konzentrierte eigene Denkansätze könnten einen beachtlichen Erkenntnisgewinn zutage fördern. "Jeder Schritt in die Richtung Potenzialanalyse ist ein guter", betont Herrmann mit Nachdruck.

Analyse hilft aus Sackgasse heraus

Bleibt noch die Frage, wann denn der richtige Zeitpunkt für eine Potenzialanalyse gekommen ist. Die Karriereberaterin dazu: "So eine Analyse macht man natürlich nicht nur einmal als Abiturient und die gilt dann für alle Ewigkeit. Es ist ein dynamischer Prozess." Die Analyse könne immer dann weiterhelfen, wenn weitreichende Entscheidungen anstünden und viele gut gemeinte Ratschläge von außen insgeheim Bauchgrummeln verursachen würden oder wenn man sich beruflich in einer Sackgasse befinde. "Angesichts der mitunter krassen Anforderungen, die in der Arbeitswelt auf uns einprasseln, ist es wichtig, sich selbst zu kennen und seinen Weg durch das Dickicht der Möglichkeiten zu finden. Denn nur dann kann man bis ins Rentenalter erfolgreich und zufrieden arbeiten."
 


Der Autor

Marc Wiegand ist verantwortlicher Redakteur unseres Karrieremagazins UNICUM BERUF. Damit ist er Dein direkter Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Themen Berufseinstieg und Karriere. 

Kontakt: karriere-kompass@unicum.com


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