Hunde als Kollegen im Büro
Foto: Thinkstock/Tobias Machhaus
Autor

08. Nov 2016

Marc Wiegand

UNICUM Karriere-Kompass

Kollege Wuff

Mehr als ein Wohlfühl-Faktor?

Willkommen im "Hundeland" Deutschland

Deutschland Hundeland. Fünf Millionen Vierbeiner gibt es zwischen Kiel und Konstanz laut dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Doch was machen Benno und Rex eigentlich werktags zwischen 9 und 17 Uhr? Einige Hunde bleiben tagsüber daheim, doch immer mehr begleiten Herrchen und Frauchen ins Büro. Das kann sich durchaus auf deren Arbeitsperformance und somit auch deren Karriereverlauf auswirken.

Positive Effekte unübersehbar

"Wer sich mal für einen Moment vorurteilsfrei mit diesem Thema beschäftigt, kann die positiven Effekte eines Hundes am Arbeitsplatz gar nicht übersehen", ist Markus Beyer vom Bundesverband Bürohund überzeugt und legt gleich nach. "In den allermeisten Fällen sorgt ein Vierbeiner im Büro für eine höhere Arbeitszufriedenheit und eine spürbare Leistungsverbesserung. Das sind Punkte bei dem jeder moderne Manager hellhörig werden sollte."

Ich arbeite also grundsätzlich besser, wenn Mops Paul neben meinen Schreibtisch vor sich hindöst? Markus Beyer beantwortet diese Frage mit einem eindeutigen "Ja". "Ein Punkt ist, dass der Hund ab und zu raus muss. Das bedeutet regelmäßige Bewegung und ein kurzes geistiges Auftanken für seine Bezugsperson." Auch wer sich zwischendurch mal für einen Moment mit dem Vierbeiner beschäftige, komme zu einer wertvollen und erfrischenden Denkpause und könne danach wieder konzentrierter zu Werke gehen. "Es gibt ja eine ganze Fülle an Studien, die sagen, dass regelmäßige kurze Pausen die Arbeitsleistung erhöhen."

Hunde fördern Hormon-Ausstoß

Der größte Effekt eines Hundes im Büro spiele sich aber auf biochemischer Ebene ab. Studien belegten, dass die menschliche Interaktion mit einem Vierbeiner in fast allen Fällen den Ausstoß des Feel-Good-Hormons Oxytocin fördere. "Ich fühle mich also nachgewiesenermaßen wohler auf der Arbeit, wenn ein Hund anwesend ist", betont Beyer. "Und wer sich wohl fühlt, ist sicherlich insgesamt motivierter und besser in der Lage, konstant gute Leistungen zu bringen."

Daneben sei noch ein anderer Wirkungszusammenhang wichtig. Denn Oxytocin würde parallel auch die Stressresistenz erhöhen und beuge somit Burn-Out-Erscheinungen vor. "Blickt man auf die Zahl dieser Erkrankungen und bedenkt, dass jeder Fall eine sechsstellige Summe kosten kann, muss auch der scharf rechnende Chef aufmerksam werden", so Beyer. Zudem seien Mitarbeiter, die ihren Hund mit ins Büro bringen dürften, im Allgemeinen deutlich loyaler ihrem Arbeitgeber gegenüber. "Wer eine hohe Fluktuation vermeiden will und keine fürstlichen Gehälter zahlen kann, sollte als Chef Hunde erlauben.

Die befürchteten negativen Begleiterscheinungen von Hunden am Arbeitsplatz spricht Beyer ebenfalls an: nämlich Ablenkung, Lärm und Unruhe. Der Hundeexperte dazu: "Ein Hund schläft die meiste Zeit im Büro. Das ist Fakt. Also kann von einer dauerhaften Ablenkung keine Rede sein." Dennoch muss Beyer einräumen, dass zumindest nicht jeder Hund per se als Arbeitsbegleitung geeignet ist. "Wer Zweifel hat, ob sein Vierbeiner wirklich immer ruhig und tiefenentspannt bleibt, sollte sicherheitshalber vorher einen Besuch in der Hundeschule machen." Ein Hundetrainer könne übrigens auch helfen, wenn sich zwei Bürohunde so gar nicht "riechen" könnten.

Hundeallergie als Hindernis

Und da erfahrungsgemäß bei den meisten Mitarbeitern mit "großem Respekt" vor Hunden die Vorbehalte nach kurzer Zeit schmelzen würden, bleibt aus Sicht Beyers lediglich die Hundeallergie als triftiges Gegenargument bestehen. "Eine Allergie ist nun mal eine Allergie. Ich möchte an dieser Stelle nur zu bedenken geben, dass die Zahl der Betroffenen insgesamt vermutlich sehr gering ist." In diesen Fällen rät der Experte dazu, einige Bereiche im Unternehmen zu definieren, die grundsätzlich hundefrei bleiben sollten. "Dabei ist es natürlich immer ratsam, die Mitarbeiter in die Entscheidung miteinzubeziehen. Auch wenn man etwa die Anzahl der Hunde begrenzen möchte", so Beyer.
 


Der Autor

Marc Wiegand ist verantwortlicher Redakteur unseres Karrieremagazins UNICUM BERUF. Damit ist er Dein direkter Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Themen Berufseinstieg und Karriere. 

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