Karriere Kompass Motivation Michael Groß
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23. Aug 2016

Marc Wiegand

UNICUM Karriere-Kompass

Motiviert wie ein Champion

Praxis-Tipps von einem mehrfachen Olympia-Sieger

Wie der innere Antrieb funktioniert

Monotone "Idioten"-Aufgaben, miesgelaunte Chefs, massive Rückschläge und Montagmorgen: das Berufsleben lässt uns immer wieder lauthals seufzen und mit unserer Motivation kämpfen. Wie man mit diesen zähen Situationen am besten umgeht und was man grundsätzlich über seine innere Antriebskraft wissen sollte, erklärt der Unternehmensberater und mehrfache Schwimm-Olympiasieger Michael Groß.

Grundmotivation:

"Was bewegt mich eigentlich? Diese Kernfrage muss jeder für sich persönlich geklärt haben. Geht es mir in erster Linie um Geld oder Anerkennung oder Macht oder darum, Gutes zu tun? Darauf basiert alles. Für jeden dieser Anreiztypen gibt es unterschiedliche Motivations-Methoden."

Zwischenziele:

"Gerade größere und komplexere Aufgaben zerteilt man am besten in kleine Happen und Etappen. Das ist psychologisch gesehen sinnvoll, denn so kann man sich von einem kleinen Erfolgserlebnis zum nächsten hangeln oder auch Schwächephasen überstehen. Die Grundstimmung bleibt positiv und die einzelnen Erfolgserlebnisse verstärken sich gegenseitig."

Abwechslung:

"In den meisten Jobs gibt es Routine-Aufgaben, die einen schon mal geistig ermüden können. Da heißt es, in Kleinigkeiten Veränderungen zu schaffen – beispielsweise, indem man seine E-Mails immer wieder mit verschiedenen Begrüßungen, Einstiegen oder Abschlüssen versieht. Oder ich bereite mich auf Meetings und Präsentationen jedes Mal in einer anderen Art und Weise vor. Diese Abwechslung macht repetitive Aufgaben viel erträglicher."

Lästiges:

"Nehmen wir mal an, ich muss einem Kunden diverse Unterlagen zusammensuchen und schicken. Das ist wenig anspruchsvoll, kostet etwas Zeit und nervt auch irgendwie. Aber ich erledige solche Dinge am liebsten gleich. Schnell weg damit. Dann verschwende keine unnötigen Kapazitäten, mich über diese lästige Aufgabe zu ärgern und sie immer wieder vor mir herzuschieben – oder mir gar lange zu überlegen, wann ich sie wohl am besten in meine Arbeitswoche einschiebe."

Rückschläge:

"Wenn etwas völlig schief gelaufen ist, dann hat man daran zu knabbern. Und dafür muss man sich auch einen Moment Zeit geben. Davon darf ich mich aber nicht total ausbremsen lassen. Was man nicht mehr ändern kann, gilt es zu akzeptieren und abzuhaken. Fehler und Rückschläge gehören zum Berufsleben einfach dazu. Ich sollte den Vorfall genau analysieren und die Konsequenz ziehen: Ich habe es doch in der eigenen Hand und kann es beim nächsten Mal besser machen. Was will man mehr."

Motivationskiller:

"Spannung und Anspannung müssen sich abwechseln. Wenn ich die ganze Zeit am Limit bin, schlägt sich das früher oder später negativ auf meine Motivationsfähigkeit nieder. Daher muss ich mir bewusst Zeit einplanen, um den Kopf frei zu bekommen und abzuschalten. Danach sind meine Tanks wieder aufgeladen und ich kann mich für die nächste Aufgabe motivieren – und sei es damit, dass ich mich schon auf die nächste Entspannungspause freue."

Warnsignale:

"Berufliche Niederlagen und Erfolge lassen mich völlig kalt? Und das ist ein dauerhafter Zustand? Bei so einer permanenten Gleichgültigkeit müssen alle Alarmglocken schrillen. Da ist etwas grundsätzlich nicht in Ordnung: entweder ich sitze am völlig falschen Schreibtisch und muss mich umgehend mit einem Jobwechsel beschäftigen oder ich bin psychisch angeschlagen und brauche fachkundige Hilfe."

 

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