So bleibst Du im Büro sauber!
Foto: Unicum
Autor

16. Nov 2016

Marc Wiegand

UNICUM Karriere-Kompass

Vorsicht vor kleinen Sauereien!

So bleibst du im Büro souverän und sauber

Zugepflastert mit Zwickmühlen

Auch wer im feinen Business-Dress im Büro hockt, kann sich ziemlich dreckig machen – sprichwörtlich gemeint. Denn das Arbeitsleben ist quasi zugepflastert mit gefährlichen Zwickmühlen. Handelt man in diesen Situationen vorrangig karriereorientiert, bleibt die Moral schnell auf der Strecke. Faule Ausreden, Vertuschungen, Mauscheleien und Intrigen werden dann schleichend zur Routine. Doch es gibt auch einen (relativ) sauberen UND erfolgreichen Weg.

Dieser ist allerdings kein besonders leichter, wie der Autor des Buches "Machtspiele", Matthias Nöllke, betont: "Je größer die Diskrepanz zwischen offiziellen Normen und Regeln und der tagtäglichen Arbeitspraxis in einem Unternehmen ist, desto schwieriger wird es, sich in allen Situationen korrekt zu verhalten." Gerade unerfahrenen Berufseinsteigern rät er daher, sich behutsam an das beschriebene Phänomen heranzutasten. "Ich muss darauf gefasst sein, dass es diese Diskrepanz gibt. In den ersten Wochen sollten daher alle Antennen ausgefahren und alle Abläufe aufmerksam beobachtet werden. Dann bekommt man schon in der Regel mit, wie der Hase läuft",  so Nöllke.

Zahlt sich Fairness im Unternehmen aus?

Halten sich alle an die Unternehmensleitlinien? Oder werden diese unterlaufen? Zahlt sich Fairness im Arbeitsalltag wirklich aus? Oder sind es die Blender, Intriganten und rücksichtslosen Draufgänger, die immer vorankommen und unrechtmäßige Vorteile für sich herausschlagen? "Hierbei kommt es auch auf die Qualität der Führungskräfte an. Manche bekommen von den Missständen überhaupt nichts mit. Andere schauen bewusst weg und unterlassen jede Form von Sanktionen", weiß der Autor. "Manchmal wird auch das Fehlverhalten eines Mitarbeiters toleriert, weil er einfach überdurchschnittlich erfolgreich ist. Das ist ein verheerendes Signal für alle andern."

Sind Regelverstöße an der Tagesordnung und werden nie geahndet, wird es natürlich ungemein verlockend, ebenfalls zu unlauteren Mitteln zu greifen: Obliegt etwa die Spesenabrechnung keiner genauen Prüfung, ergänze ich darin vielleicht auch mal den einen oder anderen Punkt, der meiner Phantasie entspringt. Und wenn alle Verkäufer ihre Zahlen frisieren, runde ich selbst ebenfalls auf oder treffe unseriöse Absprachen, um eine zufriedenstellende Bilanz vorlegen zu können. Beispiele dieser Art lassen sich wohl noch etliche finden.

Die rote Linie überschritten

"Gerade weil die Versuchungen an jeder Ecke lauern, muss man sich selbst immer klar vor Augen führen, was man eigentlich macht und welche rote Linie man mit seinem Handeln überschreitet", empfiehlt Nöllke. Ist das Verhalten einfach nur wenig elegant oder ein massiver arbeitsrechtlicher Verstoß? "Schwerwiegende Vergehen fliegen manchmal auch durch Zufall auf. Insbesondere in der Probezeit kann einem so etwas dann zum Verhängnis werden", gibt er zu bedenken. Schließlich können Abmahnung, Kündigung oder arbeitsrechtliche Verfahren die Folgen schwerer Verstöße sein. "Und so etwas belastet dann die weitere Karriere."

Abschließend charakterisiert Nöllke einmal seine "Top 3" der kleinen Sauereien und verrät, wie man sich am besten von ihnen fernhält:

  • Faule Ausreden: "Dabei bin ich nicht ehrlich, sondern schiebe falsche Gründe vor. Womöglich weil ich weiß, dass Ehrlichkeit oft mit Ärger, Kritik und Mehrarbeit "bestraft" werden. Bei so einer Ausgangslage ist es naheliegend, zu allgemein akzeptierten Ausreden zu greifen. Wenn es irgendwie möglich ist, sollte man aber immer versuchen, die Wahrheit offenzulegen – am besten in Kombination mit einem konstruktiven Lösungsansatz. Mit so einer Offenheit kann man sich eine Menge Respekt erwerben."
     
  • Lästereien: "Menschen sind soziale Wesen und unterhalten sich über andere. Das ist ganz natürlich. Aber wenn man falsche oder verzerrte Informationen weitergibt, um jemanden zu schaden, wird es brandgefährlich. Es ist ein schmaler Grat zwischen Tratschen und übler Nachrede. Mit kleinsten subjektiven Akzentuierungen kann ich jemanden schon verleumden. So etwas ist ganz schlechter Stil und kann tonnenschwer auf mich zurückfallen, wenn mal nachgeforscht wird, woher ein böses Gerücht eigentlich stammt."
     
  • Mauscheleien: "Nicht zu verwechseln mit dem reinen Netzwerken, bei dem Sie jemanden aus Ihrem Umfeld, der kompetent ist, für eine Aufgabe oder eine Position empfehlen. Bei Mauscheleien geht es um persönliche Gefälligkeiten. Ich empfehle jemanden, weil ich mit ihm befreundet bin oder ihm einen Gefallen schulde. Damit schade ich mir – und vielleicht sogar dem anderen, der ja gar nicht qualifiziert ist und Schwierigkeiten bekommt. Empfehlen Sie jemanden, der seine Sache gut macht, stärken Sie Ihre eigene Position. Ihr Rat zählt, weil er sich als nützlich erwiesen hat."

Der Autor

Marc Wiegand ist verantwortlicher Redakteur unseres Karrieremagazins UNICUM BERUF. Damit ist er Dein direkter Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Themen Berufseinstieg und Karriere. 

Kontakt: karriere-kompass@unicum.com


Deine Fragen sind mir wichtig:

Dabei ist natürlich auch dein Input gefragt: Welche Karriere-Themen brennen dir unter den Nägeln? In welchen Fragen fehlt Dir eine richtungsweisende Expertise? Schreib' mir einfach unter karriere-kompass@unicum.com


>> zurück zur UNICUM Karriere-Kompass Übersicht

Diese Themen könnten dich auch interessieren
Fehler im Beruf - so gehst du damit um!

Beherrsche den Fehler-Teufel!

Jeder kennt sie. Jeder macht sie. Und dennoch kann sie wohl niemand wirklich ausstehen: Fehler begleiten uns durchs ganze Leben. Sie werfen uns zurück, lass... mehr »