Das perfekte Bewerbungsfoto
"Bitte recht freundlich" - so hinterlässt du einen perfekten Eindruck | Foto: Thinkstock/Ondine32
Autorenbild

02. Feb 2017

Stefan Schröter

Bewerbungsfoto

Das Bewerbungsfoto - So wird es perfekt!

Das passende Foto für deine Bewerbung

Grundlegendes zum Bewerbungsfoto

Seit dem Jahr 2007 ist durch das Gesetz der Chancengleichheit geregelt, dass kein Arbeitgeber mehr ein Bewerbungsfoto fordern darf. Damit ist es – wie in anderen Ländern schon länger üblich – vollkommen legitim eine Bewerbung ohne Foto einzureichen. Allerdings hat sich dieses Vorgehen in Deutschland in der Praxis noch nicht etabliert. Aus diesem Grund legen viele Personaler immer noch Wert auf ein Bewerbungsfoto – allerdings darf dich kein Arbeitgeber ablehnen, weil du die Entscheidung getroffen hast, auf ein Foto zu verzichten.

Der professionelle Fotograf - ein Muss

Generell gilt bei einem professionellen Bewerbungsfoto: Selbstgeschossene Fotos und Passbilder aus dem Automaten sind ein No-Go. Du solltest dich von einem ausgebildeten Fotografen ablichten lassen – ob dir die Arbeit des jeweiligen Studios zusagt, solltest du von Beispielarbeiten abhängig machen. Das Foto soll schließlich auch deinen Ansprüchen entsprechen. Die Preise für professionelle Bewerbungsfotos richten sich nach der Länge des Shootings und danach, ob du unterschiedliche Outfits trägst. In der Regel bewegen sich die Kosten von 30 bis 40 € bis etwa 300 € als Maximum.

Das Bewerbungsfoto

Vorbereitungen

Für deine Fotos solltest du einen Tag wählen, an dem du dich gut und frisch fühlst. Wachst du morgens schlapp und mit schlechter Laune auf, wird sich das auch auf deine Bewerbungsfotos auswirken. In diesem Fall solltest du deinen Termin verschieben. Natürlich solltest du dich auch nicht krank fotografieren lassen – eine rote Nase und verschwitzte Haut lassen sich nur mit viel Retusche wieder richten. Im besten Fall wählst du einen Tag, an dem du dich selbstbewusst fühlst und ebendiese Ausstrahlung auf deinen Fotos herüberbringst. Natürlich solltest du gepflegt frisiert sein, Männer sollten sich rasieren oder einen gepflegten Bart tragen.

Das Outfit

Im Idealfall bringst du mindestens zwei verschiedene Outfits mit zu deinem Shooting. So kannst du mit dem Fotograf zusammen entscheiden, welches Outfit am besten mit dem Hintergrund harmoniert und das optimale Ergebnis liefert. Dies hängt auch davon ab, ob du Fotos in Schwarz-weiß oder in Farbe möchtest. Erstere wirken in der Regel etwas sachlicher und professioneller, eignen sich also beispielsweise für Bewerbungen im öffentlichen Dienst oder Banken. Allerdings kannst du auch mit Farbfotos punkten – sie wirken frischer und prägnanter. Allerdings musst du in diesem Fall auch mehr beachten, da das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Teilen deines Outfits stimmen sollte.

Apropos Outfit, hier solltest du dich nach der angestrebten Position richten. Für Bewerber, die auch in ihrer zukünftigen Arbeitsumgebung oft Anzug oder Kostüm tragen, gilt dieser Dresscode auch für das Bewerbungsfoto. Für eine Bewerbung als Mitarbeiter im Bereich IT oder in einem handwerklichen Beruf kann auf Krawatte oder Jackett verzichtet werden – ein ordentliches Hemd ist in diesem Fall ausreichend. Für Frauen eignet sich in diesem Fall beispielsweise eine Bluse mit einem Rock. Hier gilt: Kein tiefer Ausschnitt und nicht zu viel Schmuck. Auch das Make-Up sollte dezent gewählt werden, knallroter Lippenstift vermieden werden. Faustregel ist, dass du dich auch auf dem Bewerbungsfoto dem Job angemessen kleiden solltest – im kreativen Bereich hast du etwa mehr Spielraum, was den Dresscode angeht.

Haltung, Pose und Mimik

Beim Foto selbst solltest du möglichst viel Rücksprache mit dem Fotografen halten. Wichtig ist natürliches Lächeln und ein freundlicher Ausdruck. Ein gutes Foto macht den Personaler neugierig auf dich und zeigt eindeutig deine Motivation für die Stelle, auf die du dich bewirbst. Heute wird häufig ein Halbportrait aufgenommen, dabei wird der Fotograf dir mit Sicherheit einige Posen vorschlagen, von denen du eine wählen solltest, in der du dich wohl fühlst. Passbilder und Ganzkörperfotos werden mittlerweile selten benutzt, letztere sind nur für Berufe im Modelbereich relevant. Deine Haltung sollte selbstbewusst und gerade sein – fehlende Körperspannung lässt dich schüchtern und zurückhaltend erscheinen.

Die Platzierung in der Bewerbung

Klassisch im Lebenslauf

Auch die Größe des Bewerbungsfotos ist wichtig. Die genormte Passbildgröße ist in der Regel zu klein. Die Standardgröße, die in den meisten Fällen genutzt wird, beträgt 4,5 x 6 cm. Wenn du das Bild in den Lebenslauf integrierst, solltest du dich an diese Größe halten und dein Foto im Hochformat oben rechts unterbringen. Zwar ist es möglich, das Foto direkt auf den Lebenslauf zu drucken – professioneller ist allerdings ein richtiges Foto auf dementsprechendem Papier. Wichtig: Du solltest immer eine digitale Kopie deines Fotos in hoher Auflösung erwerben, um dir gegebenenfalls Abzüge machen zu lassen oder es für Onlinebewerbungen benutzen zu können.

Für Kreative: Das Bewerbungsfoto auf dem Deckblatt

Alternativ zum Lebenslauf kannst du dein Bewerbungsfoto auch auf dem Deckblatt präsentieren. In diesem Fall hast du mehr Möglichkeiten hinsichtlich der Gestaltung. Du kannst sowohl Hoch- als auch Querformat wählen. Auch bezüglich der Größe kannst du auf dem Deckblatt variabler sein – du solltest allerdings vermeiden, ein großes Ganzkörperfoto zu benutzen. Ein Bewerbungsfoto auf dem Deckblatt kann Vorteile haben. Einerseits hebst du dich dadurch von anderen Bewerbern ab – Personaler verbringen im Schnitt etwa zwei Minuten mit einer Bewerbung, hier kannst du also einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Andererseits kannst du gerade in der Kreativbranche mit einem gut gestalteten Deckblatt glänzen und dich selbst präsentieren.
 

Diese Themen könnten dich auch interessieren
Das perfekte Bewerbungsfoto: Tipps und Beispiele

Das Bewerbungsfoto: Tipps vom Profi

Es gilt einiges zu beachten beim Bewerbungsfoto: Größe, Format, Stil. Das passende Foto ist wichtig, denn in Bewerbungen vermitteln Bilder den ersten Eindruck über den potenziellen neuen... mehr »
Das Foto für den Lebenslauf: So muss es aussehen

Das Foto für den Lebenslauf

Wer sich im Lebenslauf nicht ins rechte Licht rückt, verpasst womöglich die Chance auf eine Einladung zum Bewerbungsgespräch. Dabei verkennen viele, dass die Bewerbung schon beim Foto... mehr »
Der erste Eindruck im Job: So überzeugst du!

Der perfekte erste Eindruck

"Der Berufseinstieg wird extrem unterschätzt", warnt Karrierecoach Jürgen Hesse. "Überstanden vor fünfzehn Jahren von hundert Jobeinsteigern noch 95 Prozent die Probezeit, überleben heute... mehr »