Perfekter Lebenslauf
Ist dein Lebenslauf bereits perfekt? | Foto: Thinkstock/stevanovicigor
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12. Apr 2016

Svenja Friedrichs

Lebenslauf

Checkliste für den perfekten Lebenslauf

Was kann, was soll und was muss

Der Lebenslauf – das Aushängeschild

Da die meisten Personaler inzwischen Unmengen an Bewerbungen täglich in ihrem Postfach liegen haben, ist es wichtig, den Lebenslauf – auch Curriculum Vitae (CV) genannt – so übersichtlich wie möglich zu gestalten, um nach dem ersten Blick mindestens auf den "Später-Stapel" zu landen. Das heißt zunächst also, Überschriften zu den einzelnen Lebensabschnitten benutzen und keinen Fließtext schreiben. Um das Schriftbild einheitlich zu halten, sollte nur ein Schrifttyp benutzt werden. Der wiederum muss leicht leserlich sein, so bieten sich zum Beispiel die Schriftarten Arial und Calibri in Schriftgröße 11 oder 12 an. Eine Schrift mit Serifen sollte man am besten vermeiden. Und was selbstverständlich und besonders ausschlaggebend ist: die Rechtschreibung! Flüchtigkeitsfehler können bei Bewerbungen das sofortige Ausscheiden bedeuten.

Das Layout deines Lebenslaufs

  • Haupt-Überschrift: Hier kann entweder "Lebenslauf" oder der eigene Name stehen.
  • Persönliche Daten: Hierzu gehören Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Wer will kann auch sein Geburtsdatum und seine Nationalität angeben, muss aber nicht.
  • Schulische Ausbildung: Dies sollte den Zeitraum, die Schule/Universität und den Ort umfassen. Die Universität kann durch einen kleinen Absatz hinter der Grund- und der weiterführenden Schule hervorgehoben werden.
  • Berufserfahrung: Unter diesem Punkt kann man auch Nebenjobs und Praktika nennen. Oder man gibt die Praktika unter einem selbständigen Punkt an. Allgemein sollte man bei Berufserfahrungen den Zeitraum, die Firma, die Position und den Standort nennen sowie die eigenen Aufgabenschwerpunkte. Man muss nicht alle Praktika aufzählen, die wichtigsten sind die, die letztendlich zum Berufswunsch geführt haben oder zu der gewünschten Stelle, auf die man sich bewirbt.
  • Auslandsaufenthalte: Ob Auslandssemester, Auslandspraktikum, Sprachreisen oder Work and Travel-Touren, Auslandsaufenthalte werden für Firmen immer wichtiger. Sie zeugen von Sprachkenntnissen, Eigenständigkeit und Kulturverständnis.
  • Zusatzqualifikationen: Hier werden Sprachkenntnisse genannt, am besten mit genauer Angabe, ob die Sprache fließend gesprochen werden kann oder nur Basiswissen vorhanden ist. Computerkenntnisse, alles, was auf den Job und besonders auf die Stellenausschreibung passt. Und auch Zertifikate, die man eventuell im Studium erlangt hat.
  • Hobbys: Kann man angeben, ist aber nicht zwingend notwendig. Da die Bewerbungen heutzutage größtenteils uniform sind, kann ein spannendes Hobby die nötige Persönlichkeit in den Lebenslauf bringen. Vor allem, wenn es mit dem Beruf zu tun hat. Hat man Hobbys wie Lesen oder Fernsehen, kann man diese durch Spezifikationen etwas interessanter gestalten. Zum Beispiel liest man gerne Thriller im Stile von Simon Beckett oder schaut Krimi-Serien.
  • Unterschrift: Handschriftlich, Vor- und Nachname, mit Ort und Datum.

Wer ehrenamtlich tätig ist, kann dies unter dem zusätzlichen Punkt "Ehrenamtliche Tätigkeiten", mit der allgemeinen Struktur, Institution, Zeitraum und Ort, aufführen.

Hat man nützliche Referenzen, die man angeben kann, kann auch dafür ein eigener Unterpunkt eröffnet werden. Wichtig ist, dass Personen, die hier angegeben werden, aus dem eigenen beruflichen Umfeld stammen und zuvor informiert und gefragt werden. Zu der jeweiligen Referenz wird der Name, die Position, E-Mail-Adresse und Telefonnummer angegeben. Setzt man pro Block einen Absatz und den jeweiligen Punkt als Überschrift kann der Personaler schnell die für sich wichtigen Themen raussuchen und verliert keine überflüssige Zeit.

Chronologische Reihenfolge

Am übersichtlichsten stellt man seinen Werdegang in den jeweiligen Abschnitten in chronologischer Reihenfolge auf. Im Gegensatz zu früher wird heute der amerikanische Stil bevorzugt, das bedeutet, dass man mit der aktuellsten Tätigkeit beginnt und mit der am weitesten zurückliegenden aufhört. Liegen Lücken im Lebenslauf vor, sollten diese auf jeden Fall auch dort erklärt werden. Dies kann über die Struktur "Zeitraum und Grund" aufgeführt werden. Spätestens im Bewerbungsgespräch kommen Fragen dazu auf – wenn man ohne Erklärung überhaupt zu einem Gespräch geladen wird. Belege für Zertifikate und Arbeits-, Schul- und Studienabschlusszeugnisse werden in der Regel im Anschreiben vermerkt und hinter den Lebenslauf angehangen. Als schulisches Zeugnis reicht es aus, den höchsten Abschluss beizulegen.

Insgesamt sollte bei Berufsanfängern der Lebenslauf höchstens über zwei Seiten gehen. Bei Bewerbern, die bereits länger im Berufsleben stehen, darf die Seitenzahl auch auf drei Seiten ausgeweitet werden. Lebensläufe, die darüber hinausgehen, wirken wieder unübersichtlich. Hat man allgemein schon viele berufliche Erfahrungen, beschränkt man sich am besten auf die Angaben, die zu dem Betrieb passen, bei dem man sich bewirbt.

Und das Foto?

Das ist mittlerweile kein Muss mehr, sondern eine Kann, ebenso wie weitere Hinweise auf die eigene Person. So steht seit 2006 im AAG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) §19, dass Benachteiligung durch Nationalität, Geschlecht, Religion und Alter verboten ist. Da das Lichtbild teilweise eine Aussage darüber geben würde, ist es nicht mehr zwingend notwendig. Was nicht heißt, dass Personaler nicht trotzdem gerne ein Foto vom Bewerber sehen würden. Grundsätzlich ist es jedem selbst überlassen, es ist aber nicht ausgeschlossen, dass die Bewerbungen mit Foto am Ende doch bevorzugt werden. Vor allem in Branchen mit viel Kundenkontakt werden Bewerbungsmappen mit Fotos bevorzugt. Wer sich allerdings dafür entscheidet, ein Bild mitzusenden, sollte dieses in einem professionellen Fotostudio machen lassen. Anschließend setzt man es entweder auf das Titelblatt der Bewerbung, wenn vorhanden, oder im Lebenslauf in die rechte obere Ecke.

Die Gestaltung

Ob man bei der Bewerbung Akzente mit Farben, andersartigen Schriften, besonders kreativen Mappen oder einem außergewöhnlichen Bewerbungsfoto setzt, sollte man von der Branche abhängig machen, in der man sich bewirbt. Im medialen Bereich ist eine auffällig gestaltete Bewerbung durchsetzungsfähiger, da Kreativität in diesem Beruf das A und O ist. Wohingegen im kaufmännischen Bereich eine schlichte Bewerbung überzeugender ist.
 

Checkliste für deinen Lebenslauf

  • Kein Fließtext
  • Auf Rechtschreibung achten
  • Einheitlicher Schrifttyp
  • Chronologisch geordnet
  • Lücken im Lebenslauf erklären
  • Wichtige Belege anhängen
  • Foto: kein Muss – wenn doch, dann professionell ablichten lassen
  • Nicht länger als zwei Seiten
  • Gestaltung an Branche/Unternehmen anpassen
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